Tabakwerbeverbot: Die Empfehlung des Bundesrats und Parlaments

    Stefan Schönbächler
    Stefan Schönbächler

    Bern,

    Die Motivation hinter dem Tabakwerbeverbot teilen auch Bundesrat und Parlament. Die Initiative fordere jedoch zu viel.

    Ständeräte
    Ständeräte während der Frühjahrssession. - keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Bundesrat und Parlament lehnen die Volksinitiative «Kinder ohne Tabakwerbung» ab.
    • Grund dafür seien die weitreichenden Folgen des tief greifenden Werbeverbots.
    • Ein neues Tabakproduktegesetz stellt einen Kompromiss dar.

    Die Volksinitiative «Ja zum Schutz der Kinder und Jugendlichen vor Tabakwerbung» prallte an Bundesrat und Parlament ab. Der Nationalrat entschied sich mit 96 zu 84 Stimmen bei 7 Enthaltungen knapp dagegen. Der Ständerat erteilt ihr mit 27 zu 12 Stimmen bei einer Enthaltung eine Absage.

    Tabakwerbeverbot sei zu extrem

    Die Initiative gehe zu weit. Ein rigoroses Tabakwerbeverbot im öffentlichen Raum sei nicht die Lösung. Nationalrat Lorenz Hess (BDP/BE) fasst die Argumente gegen die Initiative folgendermassen zusammen: Man wolle «pragmatische, verhältnismässige Massnahmen im Bereich des Jugendschutzes» und «kein Totalverbot».

    Tabakwerbeverbot
    Für Lorenz Hess (BDP/BE) ist das in der Initiative vorgeschlagene Tabakwerbeverbot zu weitreichend. - keystone

    Die Grundidee, Jugendliche vor dem Tabakkonsum zu bewahren, gefällt den Eidgenössischen Räten aber. «Niemand von uns will, dass Kinder und Jugendliche rauchen oder dazu verführt werden», sagte Andreas Glarner (SVP/AG). Für Yvonne Feri (SP/AG) wäre das Tabakwerbeverbot «die grösste jemals getroffene Sparmassnahme für das Gesundheitswesen».

    Tabakwerbeverbot
    Yvonne Feri (SP/AG) sprach sich für ein Tabakwerbeverbot aus. - keystone

    Kompromiss durch neues Tabakproduktegesetz

    Für den Bundesrat liegt die Lösung zur vorliegenden Problematik in einem neuen Entwurf zum Tabakproduktegesetz. Dieser befinde sich derzeit in der parlamentarischen Beratung.

    Der Bundesrat will dort neue Einschränkungen einführen und somit einen Kompromiss finden. Laut Gesundheitsminister Alain Berset ist dieses Tabakproduktegesetz der Grund, weshalb die Initiative ohne Gegenvorschlag zur Ablehnung empfohlen wird.

    Kommentare

    Weiterlesen

    Tabakwerbeverbot
    2 Interaktionen
    Bern
    Tabakwerbeverbot
    Keine Werbung

    MEHR TABAKWERBEVERBOT

    13 Interaktionen
    Gesetz
    Tabak
    3 Interaktionen
    Initiative
    tabakwerbeverbot
    19 Interaktionen
    Initiative
    tabakwerbeverbot
    16 Interaktionen
    Konflikt geht weiter

    MEHR AUS STADT BERN

    Mad Pride Bern
    «Mad Pride» in Bern
    Flavia Wasserfallen
    8 Interaktionen
    Frauen-Fussball
    Rapperswil-Jona Lakers SC Bern
    Biel schlägt HCD
    YB Frauen FC Luzern
    1 Interaktionen
    In Unterzahl!