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SRG-Halbierungsinitiative: Geheime Umfrage zeigt Ja-Trend

Simon Ulrich
Simon Ulrich

Zürich,

Die Senkung der Radio- und TV-Abgabe auf 200 Franken findet wachsende Zustimmung. Das zeigt auch eine Umfrage der Gegner, die nicht veröffentlicht wurde.

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Susanne Wille ist die Chefin der SRG. Sie warnt eindringlich vor der Annahme der Halbierungsinitiative. - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Halbierungsinitiative erfährt laut Umfragen derzeit eine knappe Mehrheit.
  • Im Juli lag die Ablehnung in der Deutschschweiz noch bei 56 Prozent.
  • Neuere Umfragen zeigen 52–53 Prozent Zustimmung zur Gebührensenkung.

Bei der Abstimmung zur Halbierungsinitiative vom 8. März 2026 zeichnet sich ein enges Rennen ab.

Zunächst sah es weniger gut aus für die Initiative: Bei einer Demoscope-Umfrage im vergangenen Juli waren 56 Prozent der Deutschschweizer dagegen, 44 Prozent dafür. In der Westschweiz, wo die SRG mehr Rückhalt geniesst, wird eine noch stärkere Ablehnung erwartet.

Trendwende im Herbst – Ja-Anteil steigt auf über 50 Prozent

Im September wendete sich das Blatt: Bei einer Erhebung von Leewas und Tamedia sprachen sich 53 Prozent für die Senkung der Abgabe aus. 44 Prozent waren dagegen, die Gebühren von 335 auf 200 Franken zu reduzieren, drei Prozent unentschieden.

Den knappen Ja-Trend bestätigt eine weitere Umfrage des Instituts Sotomo, welche die Gegner bereits zuvor in Auftrag gegeben hatten. Die Resultate – 52 Prozent Ja, 44 Prozent Nein, vier Prozent unentschieden – wurden allerdings nicht publiziert. Dies zeigen nun Recherchen der «CH Media»-Zeitungen.

Diese Ergebnisse alarmieren die Gegner. Laura Zimmermann, Mitinitiatorin der Nein-Kampagne und ehemalige Co-Leiterin der Operation Libero, sagt gegenüber der Zeitungen: «Ich bin besorgt.»

Das Nein-Komitee startet deshalb frühzeitig mit der Kampagne: Schon am Montag präsentieren SP, FDP, Mitte, Grüne und Grünliberale ihre Argumente gegen die Initiative sowie erste Plakate und Slogans.

SVP plant Kampagne erst für 2026

Das Ja-Komitee, hinter dem vor allem die SVP steht, beginnt seine Kampagne erst im neuen Jahr. Laut Medienberichten wird der Auftritt derzeit vom SVP-Werber Alexander Segert vorbereitet.

Laut «CH Media» heisst es in Bundesbern, die SVP betreibe ihre Kampagne bisher nur mit geringem Engagement.

Möglicherweise spiele dabei die Position von SVP-Bundesrat Albert Rösti eine Rolle: Er war an der Ausarbeitung der Initiative beteiligt, plädiert nun als Medienminister aber für eine moderate Senkung auf 300 Franken.

Wirst du die Halbierungsinitiative annehmen?

Ein weiterer Punkt stärkt die Gegner: Statistisch verlieren Volksinitiativen zwischen erster Umfrage und Abstimmung im Schnitt 14 Prozent Zustimmung. Sollte sich dieser Trend bestätigen, wäre die Halbierungsinitiative chancenlos.

Die jüngsten Abstimmungen zur Erbschaftssteuer und zum Bürgerdienst zeigen, wie stark die Zustimmung im Laufe des Abstimmungskampfs sinken kann.

Geringe Zahl Unentschlossener könnte entscheidend sein

Ein Unsicherheitsfaktor bleibt jedoch: Der Anteil Unentschlossener ist bei der 200-Franken-Vorlage gering. Die Thematik ist einfach zu verstehen, was es schwieriger macht, Meinungen zu ändern.

Das Forschungsinstitut GFS Bern wird im Auftrag der SRG zwei eigene Umfragen veröffentlichen – am 30. Januar und 25. Februar. Diese basieren unter anderem auf Befragungen auf SRG-Plattformen.

GFS-Co-Leiter Lukas Golder betont: Er sei «völlig entspannt», was die Gewichtung der vermutlich SRG-nahen Teilnehmenden betrifft.

Kommentare

User #2920 (nicht angemeldet)

Ja muss aufhören diese Zwangsgebühren. Jeder soll selber entscheiden können was er konsumiert.

User #6372 (nicht angemeldet)

das ganze sollte einfach ein abo sender sein

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