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Nein zur SRG-Initiative: Kommt nun Serafe-Senkung unter Druck?

Matthias Bärlocher
Matthias Bärlocher

Bern,

SP-Nationalrat Ueli Schmezer will von Bundesrat Rösti wissen, ob er nun auch die Senkung von 335 auf 300 Franken wieder zurücknehme.

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SP-Nationalrat Ueli Schmezer will nun auch die Senkung der Serafe-Gebühr auf 300 Franken hinterfragen. Was sagt Bundesrat Rösti dazu? - Nau.ch/Matthias Bärlocher

Das Wichtigste in Kürze

  • Nach dem deutlichen Nein zur SRG-Initiative soll auch Bundesrat Rösti über die Bücher.
  • Die Kürzung der Serafe-Gebühr auf 300 Fr. soll fallen, so SP-Nationalrat Ueli Schmezer.
  • SVP-Nationalrat Thomas Matter aber findet: Dann müsse man die Abstimmung wiederholen.

Ob es nun daran liegt, dass er als ehemaliger SRG-Mitarbeiter bei der SRG-Initiative den richtigen Riecher gehabt hat: Jedenfalls hat SP-Nationalrat Ueli Schmezer schon vergangenen Mittwoch eine Frage eingereicht, die das gestrige Abstimmungsresultat vorwegnahm. Die Frage bezieht sich auf den Fall, dass die SRG-Initiative «mit 55 Prozent oder mehr Nein-Stimmen abgelehnt wird». Heute Nachmittag wird sie in der bundesrätlichen Fragestunde beantwortet.

Schmezer: Zeichen gegen Röstis Serafe-Senkung

Nun sind es sogar über 60 Prozent. Deshalb, so Schmezer, sollte der Bundesrat auch die Senkung der Serafe-Gebühr auf 300 Franken zurücknehmen. Jetzt sei der richtige Moment, um solche Fragen zu stellen, ist Schmezer überzeugt: «Man hat ja schon lange ein ungutes Gefühl gegenüber dieser Massnahme von Herrn Rösti.»

SRG-Initiative Jubel
V.l.n.r.: Die Nationalrätinnen und Nationalräte Jacqueline Badran (SP/ZH), Florence Brenzikofer (GPS/BL), Michael Töngi (GPS/LU) und Ueli Schmezer (SP/BE), sowie Ständerat Matthias Michel (FDP/ZG) jubeln über das Nein zur SRG-Initiative, am 8. März 2026 in Bern. - keystone

Der angesprochene Medienminister Albert Rösti hat die Senkung der Serafe-Gebühr von 335 auf 300 Franken als Quasi-Gegenvorschlag zur SRG-Initiative präsentiert. Doch Röstis Vorgehen sei demokratiepolitisch fragwürdig, weil er auf dem Verordnungsweg den normalen Prozess umgehe.

SVP-Matter: «Würden fordern, dass Abstimmung wiederholt wird»

Schmezer ist indes auch klar: Seine Frage sei rein rhetorisch, natürlich sei der Bundesrat nicht bereit, die Senkung zurückzunehmen. Keine Freude an der Frage hat auch SVP-Nationalrat Thomas Matter vom Initiativkomitee der SRG-Initiative: «Das ist etwa das Undemokratischste, was ich je gehört habe.»

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SVP-Nationalrat Thomas Matter reagiert auf Ueli Schmezers Vorschlag: «Dann würden wir fordern, dass die Abstimmung wiederholt wird.» - Nau.ch/Matthias Bärlocher

Schliesslich sei diese Gebührensenkung um zehn Prozent das Hauptargument der Gegner der Initiative gewesen. Auf den gleichen Standpunkt berief sich Albert Rösti in der gestrigen Medienkonferenz des Bundesrats selbst: Das Stimmvolk habe in Kenntnis dieser Kürzung abgestimmt. Deshalb werde die SRG auch ihr Programm im Bereich Sport und Kultur schärfen müssen.

SVPler Matter kehrt den Spiess deshalb um: «Wenn das nun zurückgezogen wird, würden wir fordern, dass die Abstimmung über die 200-Franken-Initiative noch einmal wiederholt wird.»

Darf Rösti das überhaupt?

Mit seiner rhetorischen Frage will Ueli Schmezer aber auch auf einen anderen Punkt hinweisen: Dass das Vorgehen des Bundesrats womöglich rechtlich gar nicht okay war. Er empfehle allen, einen Blick ins Radio- und Fernseh-Gesetz zu werfen.

Soll Bundesrat Rösti die Senkung der Serafe-Gebühr auf 300 Franken ebenfalls zurücknehmen?

«Dort steht im Artikel 68a: Ja, der Bundesrat kann die Gebühr festsetzen, aber massgebend ist der Bedarf der SRG, um ihren Programmauftrag zu erfüllen.» Lies: Wenn schon müsste zuerst der Programmauftrag ändern, dann die Gebühr – nicht umgekehrt.

Dies rechtlich geltend zu machen, dürfte aber fast unmöglich sein. Deshalb gelte für Bundesrat Röstis Gebührensenkung: «Ja, er kann das», räumt Schmezer ein.

«Aber ich meine, Exekutiv-Macht muss doch auch mit Verantwortung verknüpft sein. Man kann doch nicht etwas machen, nur weil man es darf.»

Kommentare

MRDOOM

Gehts noch? Gerade wegen dem Gegenvorschlag ist Initiative bachsb gegangen!

User #3930 (nicht angemeldet)

Guten Morgen Als schlechte Verlierer nerven wir uns auch heute

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