SRG

    So stehen die Chancen für SRG-Initiative & Co.

    Matthias Bärlocher
    Matthias Bärlocher

    Bern,

    Über vier Vorlagen kann das Stimmvolk heute befinden: Die SRG-Initiative, die Individualbesteuerung, die Bargeld-Initiative und den Klimafonds.

    Abstimmungsunterlagen Volksabstimmung
    Ein Mann füllt die Abstimmungsunterlagen aus für die Volksabstimmungen vom 8. März 2026. - keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Der Abstimmungssonntag versprich Spannung: Kommt die Individualbesteuerung durch?
    • Bei der SRG-Initiative dürfte sich der Nein-Trend bestätigen.
    • Chancenlos ist der Klimafonds, aber die Bargeld-Initiative geniesst viel Sympathie.

    Es ist für einmal wieder ein Abstimmungssonntag mit gleich vier Vorlagen. Das Stimmvolk kann sich zur SRG-Initiative, zur Individualbesteuerung, zur Bargeld-Initiative und zum Klimafonds äussern. Für am meisten Interesse dürfte die SRG-Initiative sorgen, für am meisten Spannung die Individualbesteuerung.

    SRG-Initiative: Die Serafe-Gebühr im Fokus

    Die aus SVP-nahen Kreisen lancierte SRG-Initiative verlangt die Kürzung der Serafe-Gebühr auf 200 Franken. So viel müsse genügen, denn, so die Initianten, die SRG produziere Inhalte, die gar nicht dem Service public dienten.

    Unnötige Sendungen, Ineffizienz, Konkurrenz für die privaten Medien und erst noch finanziert von Unternehmensgebühren: Das sind die Kritikpunkte. Doch in den letzten Umfragen zeichnete sich ein Nein-Trend ab.

    Die Grösse der Plakate täuscht: Die Gegner der SRG-Initiative haben weit mehr Geld zur Verfügung als das Pro-Lager. (Symbolbild)
    Die Grösse der Plakate täuscht: Die Gegner der SRG-Initiative haben weit mehr Geld zur Verfügung als das Pro-Lager. (Symbolbild) - KEYSTONE/CHRISTIAN BEUTLER

    Da sich dieser noch fortsetzen dürfte, rechnet etwa auch Politologe Claude Longchamp definitiv mit einem Nein. Die SVP sei im Befürworter-Lager ziemlich allein geblieben. Zudem gebe es mit dem indirekten Gegenvorschlag von Bundesrat Rösti bereits eine Lösung. Dieser senkt die Serafe-Gebühr von 335 auf 300 Franken.

    Enges Rennen bei Individualbesteuerung

    Die Abschaffung der «Heiratsstrafe» ist kaum bestritten, doch beim Wie scheiden sich die Geister. Die Vorlage zur Individualbesteuerung geht zurück auf die Volksinitiative der FDP-Frauen: Sie ist ein indirekter Gegenvorschlag dazu, gegen den allerdings das Referendum ergriffen wurde.

    Frau Laptop Steuererklärung Individualbesteuerung
    Die Individualbesteuerung sieht vor, dass jede Person ihre Steuererklärung einzeln ausfüllt. (Symbolbild) - Keystone

    Das Pro-Lager argumentiert mit einer besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Die Gegnerschaft verweist auf neue Ungerechtigkeiten, etwa für Haushalte mit nur einem Einkommen. Auch gebe es mehr Bürokratie.

    In den Umfragen liegt das Ja-Lager knapp vorne, doch haben die Gegner zugelegt. Entsprechend wird mit einem knappen Ausgang gerechnet.

    Bargeld-Initiative so gut wie durch – aber wie?

    Offiziell heisst die Vorlage «Bargeld ist Freiheit», passend zu den Initianten, der «Freiheitlichen Bewegung Schweiz». Sie will die Verfügbarkeit von Bargeld und den Franken als schweizerische Währung in die Bundesverfassung schreiben.

    Dagegen hatten Bundesrat und Parlament wenig einzuwenden, sie störten sich aber an der Formulierung der Initiative. Ein direkter Gegenvorschlag steht deshalb ebenfalls zur Abstimmung.

    Bargeld-Initiative
    Richard Koller, Initiator der Initiative «Bargeld ist Freiheit», rechts, diskutiert mit Roland Rino Buechel, Nationalrat SVP-SG, vor Beginn einer Medienkonferenz des Komitees der Volksinitiative am Dienstag, 6. Januar 2026 in Bern. - keystone

    Nun kommt ein Spezialfall der Schweizer direkten Demokratie zur Anwendung: Beide Vorlagen können angenommen werden – und aller Voraussicht nach wird dies auch so sein. In einer Stichfrage muss deshalb zusätzlich entschieden werden, welche Variante bevorzugt wird. Hier liegt der Gegenvorschlag vorne.

    Klimafonds: Chancenlos

    Zwei Milliarden Franken stehen pro Jahr zur Verfügung für den Klimaschutz und den Umbau des Energiesystems. Den Initianten der Klimafonds-Initiative, das sind NGOs, Gewerkschaften, die SP und die Grünen, ist das zu wenig.

    Zustimmung
    Die Klimafondsinitiative findet beim Volk wenig Zustimmung. (Archivbild) - keystone

    Sie fordern 0,5 bis 1 Prozent der Schweizer Wirtschaftsleistung, was etwa vier bis acht Milliarden Franken pro Jahr entspricht. Das wiederum ist den meisten Stimmberechtigten wiederum zu viel.

    In den Umfragen war der Nein-Stimmen-Anteil derart hoch, dass hier die Ausgangslage klar scheint: Das Initiativkomitee kann höchstens noch auf einen Achtungserfolg hoffen.

    Mehr zum Thema:

    Kommentare

    User #397 (nicht angemeldet)

    Wählt weiter Mitte-Links und schaut zu wie die ganze Wirtschaft/Schweiz wie in Deutschland vor die Hunde geht

    User #3126 (nicht angemeldet)

    Man kann nicht immer nur nein sagen, man muss auch mal ja sagen können und man kann erst noch bei dem ja SParen! 😉✌️

    Weiterlesen

    Halbierungsinitiative
    306 Interaktionen
    54-57% Nein
    Claude Longchamp SRG-Initiative
    485 Interaktionen
    Claude Longchamp
    a
    1'191 Interaktionen
    SRG-Initiative

    MEHR SRG

    svp
    147 Interaktionen
    SRG-Wahlbarometer
    srg
    58 Interaktionen
    Sparmassnahmen
    jagdfoto
    123 Interaktionen
    Tierschützer toben
    SRG
    169 Interaktionen
    Cyberangriff auf SRG

    MEHR AUS STADT BERN

    Vorsorge Oberland
    Vorsorge Oberland
    YB
    37 Interaktionen
    Lunde-Kolumne
    rote Bänkli
    12 Interaktionen
    Das steckt dahinter
    National League
    1 Interaktionen
    Biel verliert kurios