Die Schweizer Armee macht auch nicht vor Heiligabend halt: Heute verkündet sie eine Feriensperre für die Rekruten- und Kaderschulen sowie eine PCR-Testpflicht.
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Ein Rekrut der Schweizer Armee bindet sich die Schuhe und ein deutscher Soldat wird auf das Coronavirus getestet. (Symbolbild) - Keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Beim Einrücken zur Winter-RS am 17. Januar müssen alle einen Corona-Test vorweisen.
  • Ausserdem gilt mindestens für den ganzen Januar eine Ausgangs- und Urlaubssperre.
  • Noch ist ein gestaffeltes Einrücken wie im Vorjahr nicht ausgeschlossen.

Am Morgen von Heiligabend hat die Schweizer Armee für die angehenden Rekruten und deren Vorgesetzte eine böse Überraschung bereit. Wer am 17. Januar zur Winter-RS einrückt, muss einen negativen PCR- oder Antigen-Test vorweisen können. Während der RS sollen ausserdem noch regelmässige Testungen stattfinden.

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Rekruten stehen in einem Kreis. (Archivbild) - sda - KEYSTONE/YOSHIKO KUSANO

Doch das ist noch nicht alles: «Um weitere günstige Voraussetzungen schaffen zu können, gilt für Rekruten- und Kaderschulen sowie Fortbildungsdienste der Truppe mindestens den ganzen Januar eine Ausgangs- und Urlaubssperre.» Eine Aufhebung ist von der Entwicklung der pandemischen Lage abhängig, wie aus der Medienmitteilung hervorgeht. Von der Feriensperre sind auch die Durchdiener- und WK-Formationen betroffen.

Schweizer Armee erstattet Testkosten zurück

Die Rekruten sollen eine Aufforderung per Post erhalten, sich bei einem Hausarzt oder Testcenter testen zu lassen. Immerhin erstattet die Armee für die 11'200 angehenden Rekruten und 2500 Kader-Soldaten die Testkosten zurück. Bei einem positiven Test werden die Infizierten dazu aufgefordert zu Hause zu bleiben. Bis diese genesen sind, werden sie den Dienst, sofern es der Gesundheitszustand erlaubt, im Distance Learning starten.

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Ein Rekrut beim Distance Learning der Schweizer Armee im Januar 2021.
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Smartphone und Marschbefehl auf einem Tisch.
Rekruten kurz nach dem Einrücken.
Für Tausende beginnt die Winter-Rekrutenschule.

Doch was passiert eigentlich, wenn jemand den Test verweigert? Ganz einfach: «Diese Person kann den Dienst zu diesem Zeitpunkt nicht absolvieren und wird später wieder aufgeboten», erklärt Armeesprecher Stefan Hofer auf Anfrage von Nau.ch.

Doch mit der Weigerung würden die angehenden Rekruten ihren Wunschtermin für das Einrücken verlieren, sagt Hofer. «Die Armee kann nicht gewährleisten, dass später ebenfalls ein für den Rekruten passender Termin berücksichtigt werden kann.»

RS-Start im Home-Office?

Gut möglich, dass jedoch auch weitere Personen ihre Rekruten-Laufbahn am Bildschirm beginnen. Denn die Armeeführung analysiere die Lageentwicklung weiterhin. Als weitere Schutzmassnahme werde insbesondere ein erneutes gestaffeltes Einrücken in die Winter-Rekrutenschule geprüft.

Wie finden Sie es, dass die Schweizer Armee diese Mitteilung ausgerechnet an Heiligabend verschickt?

Wie vor einem Jahr würde ein Teil der Rekruten und des Kaders die RS zu Hause beginnen. Entsprechende Entscheide sollen Anfang 2022 gefällt werden.

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