Thuner Stadtrat spricht Geld für Kandidatur als Kulturhauptstadt

Keystone-SDA Regional
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Bern,

Bühne frei: die Stadt Thun kann sich um den Titel «Kulturhauptstadt Schweiz 2030» bewerben. Das Stadtparlament hat am Donnerstag einem Verpflichtungskredit von 1,95 Millionen Franken zugestimmt.

Thun will  2030 Kulturhauptstadt der Schweiz werden. Einer Bewerbung steht nichts mehr entgegen. (Archivbild)
Thun will 2030 Kulturhauptstadt der Schweiz werden. Einer Bewerbung steht nichts mehr entgegen. (Archivbild) - KEYSTONE/PETER SCHNEIDER

25 Stadtratsmitglieder, namentlich aus dem links-grünen Lager, sagten Ja, acht Stadtratsmitglieder vorwiegend aus dem bürgerlichen Lager lehnten den Kredit ab und sieben enthielten sich.

Der Abstimmung ging eine lebhafte Debatte voraus, in der fast alle Fraktionen gewisse Vorbehalte anbrachten. Vieles klinge noch eher nach «Wünschen und Hoffnungen» als nach bereits erhärteten Tatsachen, sagte die Sprecherin der Sachkommission zum Projekt. Wichtig sei, dass ein solcher Anlass dann auch tatsächlich eine nachhaltige Wirkung entwickle.

Namentlich bei der Finanzierung sei vieles noch in der Schwebe, etwa die Beteiligung des Bundes, hiess es von bürgerlicher Seite. Wichtig sei, dass nicht nur die grossen Leuchtturmprojekte von einem solchen Jahr profitierten, sondern auch kleinere Kulturprojekte. Es brauche eine breite Wirkung.

Ein solches Kulturjahr dürfe kein Ersatz für eine langfristige, verlässliche Kulturpolitik sein, hiess es von linksgrüner Seite. Es brauche strukturelle Verbesserungen für die Thuner Kulturschaffenden.

Gemeinderätin Katharina Ali Oesch (SP) gab zu bedenken, dass das Projekt erst am Anfang stehe und vieles sich erst noch klären werde. Dies sei aber auch für die anderen Bewerberstädte um den Titel nicht anders.

Ali Oesch betonte, dass sie die Bedenken und Wünsche aus der Debatte mitnehmen werde und dass die Stadt alles daran setzen werde, dass das Jahr als Kulturhauptstadt, sollte Thun den Titel erhalten, eine breite und nachhaltige Wirkung erzielen werde. Dies sei eines der übergeordneten Ziele.

Als Kulturhauptstadt möchte Thun ein Jahr lang die künstlerische Vielfalt und das kulturelle Schaffen von Stadt und Region in den Fokus zu rücken und nachhaltig zu stärken.

Unter dem Motto «Stadt – Land – Fluss» soll das Vorhaben lokal verankert sein und zugleich nationale bis internationale Strahlkraft entfalten. Traditionelles soll ebenso Platz finden Innovatives und Experimentelles.

Aktuell rechnet der Gemeinderat mit einem Gesamtbudget von 7,1 Millionen Franken für das Projekt. Bei den beantragten 1,95 Millionen Franken handelt es sich um einen Maximalbetrag. Weitere Mittel sollen unter anderem Bund und Kanton Bern sowie Sponsoren und Stiftungen beitragen.

Der Titel Kulturhauptstadt Schweiz wird künftig im Dreijahresrhythmus verliehen. Erste Trägerin des Titels wird im Jahr 2027 La Chaux-de-Fonds. Neben Thun bewerben sich auch noch Aarau, Bellinzona und Lugano um den Titel im Jahr 2030.

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