Schweizer Armee

Österreichs Armee-Satelliten sollen Anfang 2027 ins All starten

Keystone-SDA
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Österreich,

Die vom österreichischen Bundesheer geplanten eigenen Satelliten sollen Anfang 2027 in den Orbit starten.

SpaceX
Eine Rakete von SpaceX. - keystone

Statt der 2025 angekündigten vier künstlichen Trabanten sollen es nun fünf sein, wie das Verteidigungsministerium bekanntgab. Es gäbe nun ein fixes «Ticket» für den Start mit dem US-Raumfahrtunternehmen SpaceX Anfang 2027, bestätigte Brigadier Friedrich Teichmann am Montag einen Medienbericht.

Die Satelliten dienten der Erprobung und sollten Erfahrung für künftige Projekte – eventuell auch im europäischen Verbund – liefern, sagte Teichmann, der das Projekt leitet, der österreichischen Nachrichtenagentur APA. Es gehe darum, «Daten und Erfahrungen zu sammeln».

Langfristiges Ziel des Projekts ist es, bei den drei wichtigsten Satellitendiensten – Kommunikation, Navigation und Satellitenbild – mehr Eigenständigkeit zu erreichen. Dass soll die Abhängigkeit von anderen Staaten reduzieren.

Die beiden Projekte nennen sich «Low Earth Orbit to Very Low Earth Orbit» sowie «Beaconsat». Die Satelliten des ersten Projekts sollen zwischen dem Low Earth Orbit in rund 500 Kilometern Höhe und dem Very Low Earth Orbit in rund 200 Kilometern Höhe fliegen. Bei ihnen geht es vor allem um das Satellitenbild. Die Satelliten wurden gemeinsam mit den Niederlanden entwickelt.

Das Projekt «Beaconsat» hingegen ist rein österreichisch und wird vom Bundesheer gemeinsam mit zivilen Unternehmen umgesetzt. Es umfasst den Start von zwei Satelliten ohne Kamera. Eines der beiden Test-Objekte diene vorerst der Detektion von Jammern (Störsendern), die GPS- und Galileo-Signalen stören, so Brigadier Teichmann.

In Zukunft könnten weitere Satelliten in den Orbit gebracht werden, die die gestörten Signale ersetzen respektive ergänzten. Ein solches zukünftiges System wäre im europäischen Verbund denkbar.

Der zweite Satellit von «Beaconsat» soll Erfahrungen bei der Kommunikation via Satelliten bringen. Es geht darum, wie man statt über die überlasteten Frequenzen Kommunikation über einen optischen Laser-Datenlink zustande bringen kann. Die optische Kommunikation birgt beispielsweise wegen Wolken Schwierigkeiten.

Die Gesamtkosten liegen bei rund zehn Millionen Euro, hiess es bei der Vorstellung des Projektes im August 2025. Österreich trägt davon sechs Millionen Euro.

Auch die Schweizer Armee ist im Weltraum aktiv. Seit 1. Januar ist innerhalb der Luftwaffe das Kompetenzzentrum Weltraum operativ tätig. Bis in die 2030er-Jahre soll die Armee Fähigkeiten im All aufbauen.

Ziel sei es, die Verteidigungsfähigkeit zu stärken und sicherheitsrelevante Dienste für die Schweiz bereitstellen zu können, schrieb der Bundesrat im vergangenen Oktober. Zudem solle die Abhängigkeit von Drittstaaten reduziert und Kooperationen mit internationalen Partnern ermöglicht werden.

Als Kostendach für den Aufbau und den Betrieb der Fähigkeiten über einen Zeitraum von zwölf Jahren sind gemäss damaligen Angaben 850 Millionen Franken vorgesehen. Das Parlament werde den finanziellen Mitteln im Rahmen der Armeebotschaft zustimmen müssen.

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