Bundesrat

    Schweiz kauft nur so viele F-35, wie 6 Milliarden zahlen können

    Matthias Bärlocher
    Matthias Bärlocher

    Bern,

    Wegen gestiegener Preise kauft die Schweiz nun nicht die vorgesehene Anzahl Kampfjets. Doch das letzte Wort ist nicht gesprochen.

    Medienkonferenz mit Verteidigungsminister Martin Pfister zum Vorgehen bei der F-35-Beschaffung und der neuen Sicherheitspolitischen Strategie.

    Das Wichtigste in Kürze

    • Für 6 Milliarden kauft die Schweiz so viele F-35 wie möglich.
    • Wegen gestiegener Preise werden es aber nicht die geplanten 36 Stück sein.
    • Gleichzeitig hat der Bundesrat auch die neue Sicherheitspolitische Strategie beschlossen.

    Der Bundesrat hat an seiner heutigen Sitzung das weitere Vorgehen beim Kauf des F-35-Kampfjets festgelegt. Aller Voraussicht nach wird die Schweiz nicht die beabsichtigte Anzahl neuer Kampfjets kaufen.

    Ursprünglich war man in der Schweiz davon ausgegangen, dass zu einem «Fixpreis» 36 F-35A für sechs Milliarden Franken gekauft werden. Denn über ein Budget von sechs Milliarden hatte das Stimmvolk abgestimmt. Nachdem die USA darauf beharrt hatten, dass ein «fixed price» sehr variabel sei, musste das VBS über die Bücher. Weil die F-35 mittlerweile einiges teurer geworden sind, wurden verschiedene Varianten geprüft.

    Bundesrat will «maximal mögliche Anzahl» kaufen

    Nun hat der Bundesrat entschieden, «die maximal mögliche Anzahl Flugzeuge» zu kaufen. Lies: So viele, wie für sechs Milliarden zu haben sind. Dadurch brauche es keinen Zusatzkredit und es werde dem Volkswillen entsprochen, so der Bundesrat.

    F-35 Kampfjet Evaluation
    Ein F-35A-Kampfjet von Lockheed Martin während der Tests und Evaluationen auf dem Militärflugplatz Payerne, am 7. Juni 2019. - keystone

    In ihrer Überprüfung sei die Expertengruppe des VBS zum Schluss gekommen, dass die damaligen Entscheidgrundlagen noch weitgehend gültig seien. Beim Entscheid eine Rolle gespielt hat offenbar auch, dass dreizehn europäische Länder auf die F-35 setzen. Vor diesem Hintergrund sei es für den Bundesrat keine Option, auf die F-35-Kampfjets zu verzichten.

    Andere Optionen wie eine Budget-Aufstockung oder den Wechsel auf ein anderes Kampfjet-Modell hat der Bundesrat verworfen. Gleiches gilt für eine Teilkompensation der Mehrkosten via Offset-Geschäfte. So reicht es statt für 36 noch für 35 oder weniger der F-35.

    Nötig wären 55 bis 70 Kampfjets

    Dies heisst aber nicht, dass es dabei bleibt. Der Bundesrat will sich nämlich weiterhin mit der Option 1 aus dem Bericht «Luftverteidigung der Zukunft (2017)» befassen. Gemäss dieser brauche es in der aktuellen sicherheitspolitischen Lage 55 bis 70 moderne Kampfflugzeuge.

    Dies werde aber unabhängig von der bereits beschlossenen F-35-Beschaffung geprüft. Offen ist demnach auch wieder der Flugzeugtyp.

    F-35 Start
    Eine F-35 startet vom Flugplatz Emmen, im März 2022. - VBS/DDPS / Sam Bosshard

    Bis Ende Januar 2026 sollen dann auch die Eckwerte des VBS vorliegen für das weitere Vorgehen und Priorisierungen. Dies auch unter den geänderten finanziellen Voraussetzungen: Bis 2032 werden nach dem Willen von Bundesrat und Parlament die Armeeausgaben auf 1 Prozent des BIP erhöht.

    Deshalb ist in Sachen F-35 noch nicht das letzte Wort gesprochen, bestätigt Verteidigungsminister Martin Pfister: «Der Bundesrat will aber in absehbarer Zeit erneut über die allfällige Beschaffung weiterer F-35A befinden, um die vorgesehene Anzahl von 36 Kampfflugzeugen zu erreichen.»

    Vernehmlassung zur Sicherheitspolitischen Strategie

    An der gleichen Sitzung hat der Bundesrat auch die Sicherheitspolitik der Schweiz für die kommenden Jahre neu ausgerichtet. Die neue sicherheitspolitische Strategie soll alle Mittel von Bund und Kantonen mit einbeziehen. Dazu hat der Bundesrat heute die Vernehmlassung eröffnet.

    Hast du das Geschehen rund um den Kauf der F-35-Kampfjets mitverfolgt?

    Das sicherheitspolitische Umfeld der Schweiz habe sich drastisch verschlechtert und die Bedrohungen seien vielfältiger geworden sind, so der Bundesrat. Er will dem mit dem Ansatz der «umfassenden Sicherheit» begegnen. Dazu schlägt er drei Stossrichtungen mit zehn Zielen und über 40 Massnahmen vor.

    Die Stossrichtungen sind: Stärkung der Resilienz, Verbesserung von Schutz und Abwehr und Erhöhung der Verteidigungsfähigkeit. Mit der Umsetzung soll – trotz laufender Vernehmlassung – sofort begonnen werden.

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    Kommentare

    User #1624 (nicht angemeldet)

    Das Beste was die Schweiz machen kann wäre, es den Kanadiern gleichzutun und am Besten den Kauf des "für uns zum Sargnagel werdenden F-35-Jets" sofort zu stornieren. Dann wären wir schon das 2. Land welches den Amis ihre Grenzen aufzeigt und es wüden vermutlich immer mehr andere Länder gleichziehen. Die Quintessenz: Donnie wäre am Ende und auch seine Amtszeit schneller beendet als erwartet...Die Schweiz und Kanada wären ein Vorbild und man würde uns garantiert wieder mehr achten!

    User #1430 (nicht angemeldet)

    *Schweiz kauft nur so viele F-35, wie 6 Milliarden zahlen können* Wenn es noch lange dauert, müssen wir froh sein 1 zubekommen!

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