Roger Köppel

    Roger Köppel ruft Beizen auf, am 1. März zu öffnen

    Matthias Bärlocher
    Matthias Bärlocher

    Zürich,

    Die Prognosen seien falsch, findet SVP-Nationalrat Roger Köppel. Er ruft Gastronomen zum kollektiven Öffnen der Restaurants am 1. März auf.

    00:00 / 00:00

    SVP-Nationalrat Roger Köppel ruft die Gastrobranche dazu auf, am 1. März die Restaurants auch entgegen den Vorgaben des Bundes wieder zu öffnen. - Youtube / DIE WELTWOCHE (Wochenmagazin)

    Das Wichtigste in Kürze

    • Egal, was der Bundesrat sage: Restaurants sollen am 1. März öffnen, findet Roger Köppel.
    • Der SVP-Nationalrat ruft Gastrosuisse zum Widerstand gegen die Regierung auf.
    • Die Angaben zu Virus-Varianten und die abgeleiteten Prognosen seien alle «Humbug».

    Eigentlich gebe es kaum Neuigkeiten heute, plaudert SVP-Nationalrat Roger Köppel in der aktuellen Ausgabe des Video-Blogs «Weltwoche Daily». Nur um nach minutenlangen philosophischen Lückenfüllern dann doch noch die Bombe platzen zu lassen.

    Er richtet das Wort direkt an Casimir Platzer, den Präsidenten des Branchenverbands Gastrosuisse. «Schreiben Sie all ihren Mitgliedern einen Brief und sagen Sie ihnen: Am 1. März öffnet ihr alle eure Restaurants!»

    «Egal, was der Bundesrat entschieden hat»

    Natürlich sollen die Gastrobetriebe alle Sicherheitsbestimmungen – gemeint sind wohl Hygienemassnahmen und Distanzregeln – weiterhin einhalten. Aber es sei egal, was der Bundesrat bis dann entscheide, findet Roger Köppel: «Ab 1. März ist fertig mit diesem Lockdown!»

    Gastrosuisse
    Gastrosuisse-Präsident Casimir Platzer. - Nau

    Köppel spricht dem Bundesrat das Recht ab, überhaupt solche Massnahmen zu entscheiden. Einerseits müsse der Bundesrat zurück zur «verfassungsmässigen Ordnung eines überschaubaren Regierens». Andererseits habe keine Regierung das Recht, gesunden Betrieben das Leben und das Wirtschaften zu verbieten.

    Moralisches Recht auf Widerstand gegen Lockdown

    Köppel beruft sich auf Berichte aus Deutschland, wonach die theoretischen Prognosen einer Pandemie gar nie eintreffen könnten. «All diese Prognosen sind falsch und die Voraussetzung dieser Prognose ist auch falsch. Weil es undenkbar ist, dass in einer Pandemie nichts passiert.» Denn auch wenn die Politik keine Massnahmen ergreife, würden die Menschen dennoch ihr Verhalten ändern, Stichwort Eigenverantwortung.

    Wer ist Ihrer Meinung nach von der Pandemie am härtesten betroffen?

    «Deshalb besteht hier eine moralische Berechtigung, ein Widerstandsrecht für die Leute, die am härtesten getroffen sind», so Köppel. Für ihn seien dies die Gastrobetriebe, allenfalls könne man noch die Fitnessstudios und Tenniscenter mit hineinnehmen.

    Roger Köppel: Humbug, Eigenverantwortung und Palmolive

    Den Szenarien der Epidemiologen, wonach bald eine dritte Welle mit den viel ansteckenderen Virus-Varianten drohe, mag Köppel nicht glauben. «Die neuen Varianten mögen ansteckender sein, aber wir haben keine Grundlagen, dass jetzt hier ein schlimmerer Krankheitsverlauf eintreten könnte.» Jetzt Massnahmen zu entscheiden sei «absoluter Humbug, absolut unwissenschaftlich», wettert Köppel an die Adresse der Wissenschaftler.

    B117 Coronavirus Schweiz
    Modellierung und bisher verfügbare tatsächliche Daten der Verbreitung der britischen Variante des Coronavirus, B.1.1.7, in der Schweiz. - Swiss National Covid-19 Science Task Force

    Deshalb müsse man Zurück zur Eigenverantwortung und dem Schutz der Risikogruppen. «Die Verantwortlichen in diesen Pflegeheimen sollen endlich taugliche Konzepte bringen», fordert Köppel.

    Die Tirade Köppels steht etwas im Widerspruch zu dem, was er selbst zehn Minuten früher postulierte. «Zur Politik gehört auch immer, wie soll ich sagen, etwas Palmolive auf der Zunge: Sie müssen etwas seifig daherkommen.» Er ergänzte allerdings, dass SVP-Übervater Christoph Blocher ihm diesbezüglich wohl widersprechen würde.

    Kommentare

    Weiterlesen

    gastrosuisse
    241 Interaktionen
    Beizen zu
    Daniela Liebi
    189 Interaktionen
    Nach Corona-Aufstand
    Konkurswelle im Sommer
    32 Interaktionen
    Konsumentenschutz

    MEHR ROGER KöPPEL

    Roger Köppel
    245 Interaktionen
    Doch keine Uni-Tour
    Roger Köppel
    183 Interaktionen
    «Noch kein Termin»
    Roger Köppel
    15 Interaktionen
    Will Kirk kopieren
    Screenshot La Weltwoche
    450 Interaktionen
    Experte verrät

    MEHR AUS STADT ZüRICH

    Kaffee
    5 Interaktionen
    Bahnhofstrasse
    Jetzt muss Stadt Zürich Investitionen bremsen - Waldrap AG Architekten
    32 Interaktionen
    Schulden steigen
    Zürich
    Zürich
    EHC Kloten
    National League