Roger Köppel spricht in KI-Video Französisch – hier holperts
Unbestritten sein Gesicht, seine Stimme, seine Botschaft: Aber Roger Köppel spricht plötzlich auf Französisch. Ein KI-Experte analysiert für uns das Video.

Das Wichtigste in Kürze
- Das Weltwoche-Daily wird durch KI auf Französisch übersetzt.
- KI-Experte Mike Schwede findet im Video viele Ungereimtheiten.
- Ausgeklügelte Deepfakes sind heute kaum mehr zu erkennen.
«Enfin!», jauchzen einige Welsche – «merde!», meinen vielleicht andere: Das Weltwoche-Daily gibts nun auch auf Französisch.
Hintergrund: Weltwoche-Boss Roger Köppel ordnet täglich in einer kurzen Videobotschaft die globalen Geschehnisse ein. Auf Hochdeutsch, damit man ihn auch in Berlin oder Wien versteht.
Dumm nur, kann ihm ennet dem Röstigraben niemand folgen. Das hat sich nun geändert: Köppel spricht Französisch!
00:00 / 00:00
Nanu! Packt da der rechts-konservative Publizist sein feinstes Schulfranzösisch aus? Nein, hellwache Nau.ch-Lesende haben gemerkt: Etwas passt noch nicht so.
Köppels Lippen werden künstlich bewegt. Denn das Video, ja die ganze Page wurde nämlich von einer KI übersetzt. Diesen Hinweis finden Aufmerksame im Logo von «La Weltwoche». Dort steht in kleiner Kursivschrift: übersetzt durch KI.
Roger Köppel: Hölzerne Armbewegungen
«Die Videos sind relativ schlecht übersetzt», sagt Mike Schwede. Er ist Experte für Künstliche Intelligenz und ordnet das Köppel-Video ein.
«Bei uns trainieren wir spezielle Stimmen, damit es sich wirklich und dynamisch anhört. Dann finetunen wir spezielle Wörter, damit zum Beispiel ‘Weltwoche’ richtig und immer gleich ausgesprochen wird.»

Etwas, was hier offenbar (noch) nicht erfolgte. Auch grafisch ist Schwede nicht begeistert: Zu viel Weichzeichner in Köppels Gesicht und Armbewegungen, die nicht wirklich zum Gesprochenen passen. So etwas werde normalerweise «gesynced», meint der Experte.
Deepfakes schwer zu erkennen
«Bei diesem Video ist leicht zu erkennen, dass Köppel nicht selbst Französisch spricht», sagt Schwede. «Bei gut gemachten Videos ist das aber nicht einfach.»
Denn solche Videos könnten heute problemlos auf Französisch – aber auch auf andere Sprachen wie zum Beispiel Mandarin erstellt werden.
Und zwar so, dass der Durchschnittsbürger einen sogenannten «Deepfake» nicht erkenne, betont Schwede.
Ansprachen in fremder Sprache
«Wir wenden dies schon für Schweizer Firmen mit Werken in China an. Für eine Ansprache des CEOs.»
Frage an unsere Leserschaft: Ein Video mit deinem Gesicht, deiner Stimme und deiner Rede in einer fremden Sprache: Mega cool oder beängstigend?