Reto Nause

    Reto Nause (Mitte): «Demokratie leben und vermitteln»

    Reto Nause
    Reto Nause

    Bern,

    Der Berner Mitte-Nationalrat Reto Nause fordert ein Besucherzentrum beim Bundeshaus. In seiner Kolumne erklärt er, warum das wichtig wäre.

    Reto Nause ist Berner Mitte-Nationalrat.
    Reto Nause ist Berner Mitte-Nationalrat. - Daniel Zaugg

    Was schätzen Sie: Wie viele Menschen besuchen Jahr für Jahr das Bundeshaus? Es sind über 100’000 und die Nachfrage nach Besuchen im Herz unserer Demokratie wäre doppelt so hoch.

    Die Sessionen der eidgenössischen Räte sind in der Regel schon Monate vorher ausgebucht. Für eine Demokratie, die zu den lebendigsten der Welt gehört, ist es eigentlich erstaunlich, wenn Interessierte abgewiesen werden müssen.

    Aus diesem Grund ist die Idee entstanden, in den ehemaligen Räumen der Crédit Suisse, also unmittelbar vis-à-vis des Parlaments, ein Besucherzentrum zu realisieren. Hier liessen sich für all die Schulklassen, Politikinteressierten und Touristinnen und Touristen aus dem In- und Ausland die Pfeiler unseres einzigartigen Staatswesens profund vermitteln.

    Bundeshaus
    Das Bundeshaus in Bern von innen. - keystone

    Die jungen Menschen könnten die demokratische Entscheidfindung auf spielerische Weise erleben. Die Funktion von Wahlen und Abstimmungen, die Kernwerte unseres Systems und der historische Hintergrund liessen sich lebendig und modern vermitteln.

    Das in einer Zeit, in welcher Manipulationsversuche aus dem Ausland an der Tagesordnung sind. Das in einer Zeit, in welcher aktive Einmischung in Abstimmungen und gezielte Desinformation systematisch betrieben und «Fake News» aktiv gestreut werden.

    Heute läuft ein Bundeshausbesuch etwa wie folgt ab: Führung durch das Gebäude; Mitverfolgen irgendeiner Debatte (die möglicherweise kaum interessiert) auf der Tribüne; 20-30 minütiger Austausch mit einer aktiven Parlamentarierin oder einem Parlamentarier.

    Braucht es ein Besucherzentrum beim Bundeshaus?

    In diesem Zeitfenster ist die Vermittlung von Kernwerten schwer möglich! Danach muss das Bundeshaus möglichst schnell verlassen werden, um den Nächsten Platz zu machen.

    Das Besucherzentrum droht allerdings an den finanzpolitischen Rahmenbedingungen zu scheitern. Irgendwie ist es doch sehr traurig, dass uns unsere Demokratie nicht mehr wert ist!

    Zum Autor

    Reto Nause (*1971) war von 2009 bis 2024 Gemeinderat der Stadt Bern. Seit Dezember 2023 sitzt er für Die Mitte im Nationalrat. Er präsidiert zudem die «Allianz Sicherheit Schweiz».

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    Kommentare

    User #1528 (nicht angemeldet)

    Wenn ich Artikel lese, wie derjenige diese Woche vom Tourist aus Singapoore und einem Töff der irgendwo in einem abgelegenen Krachen aneckt, dann sind wir durchaus bei Overtourismus anfekommen.

    User #3310 (nicht angemeldet)

    Demokratie muss nicht besprochen, diskutiert, erörtert, vermittelt oder gfördert - sondern ERHALTEN WERDEN!

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