Reto Nause (Mitte): «Crans-Montana muss Weg zur Normalität finden»
Nach der Brand-Katastrophe in Crans-Montana stellen sich viele Fragen. Im Gastbeitrag zeigt Mitte-Nationalrat Reto Nause auf, worum es nun gehe.

Crans-Montana ist seit Jahren mein Sehnsuchtsort. Am Vorabend des Silvesters war ich im «Le Constellation». Eine Nacht später schlug das Schicksal mit grausamer Härte zu.
Die vielen Todesopfer, die vielen schwer verletzten jungen Menschen lassen uns fassungslos und in tiefer Trauer zurück.

Viele der Opfer werden noch jahrelang leiden. Entsprechend bedrückt ist die Stimmung im Ort.
Das Schneegestöber während der Trauerfeier in Crans stand wohl stellvertretend für den Seelenzustand vieler Gäste und Einheimischer.
Jetzt mischen sich in die Trauer Fragen, Wut und der Wunsch, solche Katastrophen in Zukunft zu verhindern.
Warum war der Notausgang in der Silvesternacht verschlossen? Warum wurde die Treppe in die Kellerbar baulich verengt? Warum wurde leicht brennbares Schallisolationsmaterial an der Decke verbaut? Warum wurden nach den ersten Flammen nicht sofort Feuerlöscher eingesetzt? Waren sie nicht vorhanden oder das Personal nicht im Umgang geschult?
Warum kam pyrotechnisches Material an Champagnerflaschen zigfach zum Einsatz? Die einfache Antwort: Weil es das Betreiberpaar offenbar so wollte. Die Eigenverantwortung der Betreiber ist hier komplett auf der Strecke geblieben.

So schwierig es angesichts der hohen Zahl von Toten und Verletzten ist: Crans-Montana muss irgendwie einen Weg finden, zur Normalität zurückzukehren – sonst scheitern an dieser Verantwortungslosigkeit zahlreiche weitere Existenzen.
Zum Autor
Reto Nause (*1971) war von 2009 bis 2024 Gemeinderat der Stadt Bern. Seit Dezember 2023 sitzt er für Die Mitte im Nationalrat. Er präsidiert zudem die «Allianz Sicherheit Schweiz».










