Reto Nause

    Reto Nause (Mitte): «Crans-Montana muss Weg zur Normalität finden»

    Reto Nause
    Reto Nause

    Bern,

    Nach der Brand-Katastrophe in Crans-Montana stellen sich viele Fragen. Im Gastbeitrag zeigt Mitte-Nationalrat Reto Nause auf, worum es nun gehe.

    Reto Nause Nationalrat
    Reto Nause ist Berner Mitte-Nationalrat. - Keystone

    Crans-Montana ist seit Jahren mein Sehnsuchtsort. Am Vorabend des Silvesters war ich im «Le Constellation». Eine Nacht später schlug das Schicksal mit grausamer Härte zu.

    Die vielen Todesopfer, die vielen schwer verletzten jungen Menschen lassen uns fassungslos und in tiefer Trauer zurück.

    Crans-Montana
    In der Bar kam es in der Silvester-Nacht zu einem Drama. 40 Menschen starben, über 100 weitere werden verletzt. (Archivbild) - keystone

    Viele der Opfer werden noch jahrelang leiden. Entsprechend bedrückt ist die Stimmung im Ort.

    Das Schneegestöber während der Trauerfeier in Crans stand wohl stellvertretend für den Seelenzustand vieler Gäste und Einheimischer.

    Jetzt mischen sich in die Trauer Fragen, Wut und der Wunsch, solche Katastrophen in Zukunft zu verhindern.

    Warum war der Notausgang in der Silvesternacht verschlossen? Warum wurde die Treppe in die Kellerbar baulich verengt? Warum wurde leicht brennbares Schallisolationsmaterial an der Decke verbaut? Warum wurden nach den ersten Flammen nicht sofort Feuerlöscher eingesetzt? Waren sie nicht vorhanden oder das Personal nicht im Umgang geschult?

    Warum kam pyrotechnisches Material an Champagnerflaschen zigfach zum Einsatz? Die einfache Antwort: Weil es das Betreiberpaar offenbar so wollte. Die Eigenverantwortung der Betreiber ist hier komplett auf der Strecke geblieben.

    Le Constellation
    Crans-Montana muss nach der Brand-Katastrophe einen Weg in die Normalität zurückfinden. (Archivbild) - keystone

    So schwierig es angesichts der hohen Zahl von Toten und Verletzten ist: Crans-Montana muss irgendwie einen Weg finden, zur Normalität zurückzukehren – sonst scheitern an dieser Verantwortungslosigkeit zahlreiche weitere Existenzen.

    Zum Autor

    Reto Nause (*1971) war von 2009 bis 2024 Gemeinderat der Stadt Bern. Seit Dezember 2023 sitzt er für Die Mitte im Nationalrat. Er präsidiert zudem die «Allianz Sicherheit Schweiz».

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    Kommentare

    User #4170 (nicht angemeldet)

    Man muss nicht abschließen, sondern Aufarbeiten, Fehler zugeben und abstellen. Viele Stornieren aktuell wie du sagst, wegen „schlechter Stimmung“, das mag so sein. Viele buchen aber auch langfristiger nicht, wenn Sie kein Vertrauen haben, oder das Gefühl haben, dass es nur ums „abschließen“ ging und nichts verbessert wurde.

    User #3952 (nicht angemeldet)

    Die Äusserungen der italienischen Politik und überhaupt der Italiener finde ich total daneben! Ich habe selbst mehrere Jahre in Italien gelebt und auch erfahren, dass in Italien punkto Sicherheit gar nichts stimmt…..

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