Reto Nause (Mitte): «Ich konvertiere vom Männer- zum Frauenfussball»
Reto Nause zieht nach zwei Fussball-Sommern Bilanz und zeigt sich von der Frauen-EM mehr überzeugt als von der Männer-WM. In seiner Kolumne erklärt er, warum.

Nach zwei Fussball-Sommern wird mir klar: Ich konvertiere vom Männer- zum Frauenfussball! Gegensätzlicher hätten die Bilder, Emotionen und Erinnerungen an die Frauen-EM 25 und die Männer-WM 26 kaum sein können!
Die Frauen haben den Match mindestens 5:0 für sich entschieden!
Auf der einen Seite durften wir flüssige Fussballspiele und einen Event erleben, wo der Sport im Mittelpunkt stand. Auf der anderen Seite sorgten die «Hydration-Breaks» für zusätzliche Werbefenster eines ohnehin gnadenlosen Kommerz-Events: 1:0.

An der WEURO haben wir einen packenden Final erlebt, der erst im Elfmeterschiessen in extremis von den Engländerinnen entschieden wurde. Das WM-Endspiel war zum Einschlafen, wären da nicht die rüpelhaften argentinischen Attacken gewesen, die das Adrenalin in die Höhe schiessen liessen: 2:0.
Und dann der Orangen-Mann! Wie er gemeinsam mit seinem «Buddy» Infantino Spielsperren zum Verschwinden brachte, war meisterhaft korrupt! Aus der Schweiz ist nicht überliefert, dass die damalige Bundespräsidentin Keller-Suter jemals zum Telefonhörer gegriffen hätte, um Schiedsrichterentscheide umzustossen: 3:0.
Und dann schon wieder dieser aufgeblasene Orangen-Mann!
Nach Verleihung der Medaillen liess er sich partout nicht aus dem Siegerfoto wegdrängen, um die Spanier ihren fussballerischen Erfolg feiern zu lassen! Da wirkte Prinz William im Joggeli geradezu bescheiden, als er seinen Landsfrauen gratulierte: 4:0.
Letztlich hiess die Schweiz die Gäste aus Europa willkommen. In den USA mussten Spieler und Fans aus aller Welt zittern, dass sie sicher einreisen konnten. Der von Infantino mit einem «Friedenpreis» beglückte Orangen-Mann, präsentierte sich während der gesamten Dauer des Turniers als Kriegsherr. Getreu dem Motto der FIFA «Gemeinsam als Einheit» brüskierte er wenige Tage nach der WM die Welt und die Schweiz mit neuen Strafzöllen: 5:0.
Und das soll die verbindende Kraft des Fussball sein?!
Zum Autor
Reto Nause (*1971) war von 2009 bis 2024 Gemeinderat der Stadt Bern. Seit Dezember 2023 sitzt er für Die Mitte im Nationalrat. Er präsidiert zudem die «Allianz Sicherheit Schweiz».









