Novartis: Politiker kritisieren Mega-Lohn – «Das ist obszön»
Der 25-Millionen-Lohn für Novartis-CEO Vas Narasimhan sorgt für Kritik. Auch Schweizer empören sich. Die Lohnsumme sei nicht nur unanständig, sondern «obszön».

Das Wichtigste in Kürze
- Die Novartis hat einen Mega-Gewinn von 13,5 Milliarden Franken eingefahren.
- Zeitgleich kommt aus: Novartis-CEO Vas Narasimhan verdient 25 Millionen Franken jährlich.
- Das sorgt in der Schweizer Politik von links bis rechts für harsche Kritik.
Am vergangenen Mittwoch verkündete Novartis einen Mega-Gewinn von 17,4 Milliarden US-Dollar (etwa 13,5 Milliarden Franken).
Ein Grund zur Freunde – und zum Novartis-Lob, könnte man meinen.
Doch: Zeitgleich mit dem Mega-Gewinn kommt auch die neuerdings noch höhere Lohnsumme von CEO Vas Narasimhan ans Licht. Und diese sorgt für ordentlich Kritik.
Lohn ist 300 Mal höher als der Schweizer Durchschnittslohn
Satte 24,9 Millionen Franken verdient der US-Manager – pro Jahr!
Das sei rund 300 Mal mehr, als der Schweizer Durchschnittslohn, kritisiert der Direktor der Anlage-Stiftung «Ethos». Das sei viel zu hoch.
Und auch in der Schweizer Politlandschaft sorgt das Thema für ordentlich Kopfschütteln. Im «CH-Media»-Format «Sonntalk» äussern sich Politikerinnen und Politiker von links bis rechts zum Mega-Lohn.
«Unanständig hoher Lohn»
Darauf angesprochen, erklärt GLP-Fraktionspräsidentin und Nationalrätin Corina Gredig, sie finde den Lohn «absolut unanständig».

Sie kritisiert die Ankündigung des Mega-Lohns auch in Zusammenhang mit steigenden Medikamentenpreisen und den immer teureren Krankenkassenprämien.
In einer solchen Situation zahle man dann «solch unanständig hohe Löhne» aus.
Lohn von Narasimhan «ist obszön»
Noch deutlichere Worte findet SP-Ständerätin Franziska Roth: «Der Lohn ist nicht nur unanständig. Er ist sogar obszön.»
Noch obszöner sei das Gejammer der Pharma-Industrie, die behaupte, die Medikamentenpreiserhöhungen seien für weitere Innovationen notwendig.
Nun sei es an den Aktionärinnen und Aktionären, diesen Lohn zu korrigieren. Und sonst müsse die Politik eingreifen.
Kritik kommt sogar von der SVP
Selbst SVP-Nationalrat Benjamin Giezendanner sagt im «Sonntalk»: «Ich finde den Lohn auch völlig überrissen.»
Er meint jedoch, dass dies kein Thema für die Politik sei. Stattdessen nimmt Giezendanner die Aktionärinnen und Aktionäre von Novartis und die Pensionskassen in die Pflicht.
Er fordert: «Sie sollen eingreifen und sagen, dass es so nicht geht.» Die Pensionskassen hätten die Möglichkeit zu drohen, nicht mehr in die Novartis zu investieren.
Auch wenn der Lohn viel zu hoch sei, müsse man aber auch die Sonnenseite sehen. «Er hat ein wahnsinniges Unternehmens-Ergebnis erreicht.»















