Nicolas Féraud: «Mir hat es an Menschlichkeit gefehlt»

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Ein halbes Jahr nach dem Brand in Crans-Montana übt Gemeindepräsident Nicolas Féraud Selbstkritik.

Gemeindepräsident von Crans-Montana, Nicolas Féraud, sieht derzeit weiter von einem Rücktritt ab, wie er im NZZ-Interview sagte. (Archivbild)
Gemeindepräsident von Crans-Montana, Nicolas Féraud, sieht derzeit weiter von einem Rücktritt ab, wie er im NZZ-Interview sagte. (Archivbild) - Keystone/CYRIL ZINGARO

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Gemeindepräsident von Crans-Montana zieht ein halbes Jahr nach der Tragödie Bilanz.
  • Féraud bereut, an der PK vom 6. Januar keine Entschuldigung ausgesprochen zu haben.
  • Ein Rücktritt bleibt möglich, ist für den Politike aktuell aber nicht der richtige Schritt

Ein halbes Jahr nach der Brandkatastrophe in Crans-Montana zieht Gemeindepräsident Nicolas Féraud Bilanz. «Mir hat es an Menschlichkeit gefehlt, als so viele Menschen sie gebraucht hätten», sagte er im Interview mit der «Neuen Zürcher Zeitung».

Er bedauere, dass er an der Pressekonferenz vom 6. Januar keine Entschuldigung ausgesprochen habe. Damals habe man sich stark auf die Klärung der Ereignisse konzentriert. «Wir waren ratlos, erschöpft und von dieser Tragödie erschüttert», sagte Féraud. Man habe erst gerade erkannt, dass es bei den Brandschutzkontrollen Versäumnisse gegeben hatte.

Von einem Rücktritt sieht Féraud weiterhin ab, auch wenn er ihn nicht ausschliesst. Der Moment sei aber aktuell nicht der richtige. Heute müsse die Gemeinde funktionieren. Sein «einziges Interesse» sei, «dass wir die Wahrheit finden», sagte der Gemeindepräsident, der im Strafverfahren zu den fünfzehn Beschuldigten gehört.

Kommentare

User #4281 (nicht angemeldet)

Naja, Menschlichkeit ist einem in diesem System auch ein Hinderungsgrund. Kenne eigentlich keine menschlichen Chefs und Leute in anderen Machtpositionen. Eher das Gegenteil. Die Empathielosigkeit und Herzlosigkeit wird sogar noch zelebriert: "Wir sind nicht Pestalozzi! Wir können nicht der Welt helfen! Wir müssen auf uns schauen!". Auch gesellschaftlich, besonders im rechten Spektrum, absolut üblich. Aber es muss immer erst zu maximalen Ausnahmefällen kommen, bis irgendwann mal wieder einer merkt: "Hey, ich habe eigentlich gar keine Menschlichkeit mehr". Nachdem man erst monatelange Opfern sinnbildlich ins Gesicht spuckte...

User #5272 (nicht angemeldet)

Er sollte längstens zurücktreten!!! Eine Schweinerei und eine Schande für die ganze Schweiz

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