Waldbrand

Waldbrand im Hohen Venn bleibt «unberechenbar»

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Deutschland,

Im belgischen Naturschutzgebiet Hohes Venn dauert der Kampf gegen die verheerenden Flächenbrände an. Beteiligt sind auch deutsche Einsatzkräfte, die von der Eifelstadt Monschau aus agieren.

Feuerwehrleute gehen im Waldbrandgebiet. Im Naturschutzgebiet Hohes Venn nahe der deutschen Grenze wütet ein Großbrand. Foto: Nicolas Lambert
Feuerwehrleute gehen im Waldbrandgebiet. Im Naturschutzgebiet Hohes Venn nahe der deutschen Grenze wütet ein Großbrand. Foto: Nicolas Lambert - Keystone/dpa/Nicolas Lambert

Ein besonderes Augenmerk hat die Feuerwehr auf das Wetter. Monschaus Feuerwehr-Einsatzleiter Philipp Krüger rechnet mit starken Winden und Böen aus Richtung Südwest, weshalb man sich nun auf eine «ganz neue Lage» vorbereite, sagte er am Montag. Zugleich erwartet der Deutsche Wetterdienst für Monschau am Dienstag mehr Regen als am Vortag.

Nach Angaben des belgischen Innenministers Bernard Quintin hatten günstige Wetterbedingungen die Ausbreitung des Brandes am Montag stark verlangsamt. Allerdings sei das Feuer unberechenbar, sagte er der Nachrichtenagentur Belga. Selbst wenn es unter Kontrolle gebracht worden sei, müsse man das Gebiet unter Wasser setzen, um ein erneutes Aufflammen zu vermeiden. Die Nachlöscharbeiten dürften demnach Wochen dauern.

Die Brandlinie war nach Angaben der Feuerwehr Monschau am Montagabend rund 2,3 Kilometer von der deutschen Landesgrenze entfernt. In mehreren Schichten waren demnach insgesamt 240 deutsche Einsatzkräfte von Feuerwehren, Technischem Hilfswerk, Rettungsdiensten und Polizei im Einsatz. «Wir müssen auf jeden Fall die ganze Nacht hier agieren und uns Bereiche freihalten», sagte der Sprecher der Feuerwehr Monschau, Tobias Schell, der Deutschen Presse-Agentur.

Einer der grössten Brände der Landesgeschichte

Der Waldbrand im Hohen Venn ist einer der grössten in der belgischen Geschichte. Am Sonntagabend hatte er sich der deutschen Grenze so weit genähert, dass in Monschau-Kalterherberg etwa 30 Einwohner aus Sicherheitsgründen ihre Häuser verlassen mussten. Nach Angaben des Feuerwehrsprechers sind keine weiteren Evakuierungen geplant.

«Man kann einen Wald nicht absperren»

Der Präsident des Deutschen Feuerwehrverbandes, Karl-Heinz Banse, äusserte sich skeptisch zu Verboten, Waldstücke bei grosser Brandgefahr zu betreten. Theoretisch sei es möglich, dies zu untersagen, sagte Banse dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). «Aber es lässt sich in der Praxis kaum durchsetzen», betonte er. «Man kann einen Wald nicht absperren oder einzäunen.» Die Polizei könne auch nicht für Kontrollen im Wald patrouillieren.

Der Verbandspräsident forderte stattdessen mehr Vorbeugung. «Wichtig wäre es, die Menschen stärker dafür zu sensibilisieren, wie gefährlich bestimmtes Verhalten im Wald sein kann – zum Beispiel in den Nachrichten, in Schulen oder über soziale Medien.» So könnten etwa Lagerfeuer, illegales Grillen oder weggeworfene Zigaretten grosse Feuer auslösen. Auch die Ausbildung bei der Feuerwehr müsse sich ändern und die Bekämpfung von Waldbränden mehr trainiert werden, forderte Banse.

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