Erste Gemeindeversammlung in Crans-Montana nimmt emotionales Ende
Für Nicolas Féraud hat die Gemeindeversammlung in Crans-Montana am Dienstagabend ein ungeplantes Ende genommen: Eine Stunde lang hatten sich der Gemeindepräsident und vier Angehörige der Opfer im Anschluss an die Veranstaltung unterhalten. Für Féraud war es ein emotionaler Moment.

Der Inhalt des Gesprächs werde «unter uns bleiben», sagte Nicolas Féraud am späten Dienstagabend. Der Nachrichtenagentur Keystone-SDA verriet er aber: «Das war der stärkste Moment dieses Tages».
Wirklich «erschütternd» und «unerwartet» sei das Treffen mit den vier Frauen, zwei Müttern und zwei Jugendlichen, für den Gemeindepräsidenten gewesen. Er dankte ihnen für ihre Zeit – fast eine Stunde lang hatte das vertrauliche Gespräch gedauert.
Dabei habe man eine Verbindung schaffen können. Das sei bisher nicht möglich gewesen, so Féraud gegenüber Keystone-SDA.
Auch die vier Opferangehörigen hatten mit Keystone-SDA gesprochen. «Mit unserer Anwesenheit wollen wir alle Familien vertreten, die nicht anreisen konnten, insbesondere die italienischen und französischen», sagten sie.
Kurz vor Beginn der Versammlung hatten sie A4-Plakate mit den Gesichtern der Opfer angebracht, um dem Drama so ein Gesicht zu geben. Die Reden verfolgten sie ausserhalb des Saals.
Féraud stieg mit einer Entschuldigung in die erste Gemeindeversammlung seit der Brandkatastrophe ein. Im Namen der lokalen Behörden sagte er den Familien, Opfern und ihren Angehörigen das, was am 6. Januar an der Medienkonferenz vergessen gegangen war: «Entschuldigung.» Dieses Mal wolle er klar sprechen, beteuerte Féraud am Dienstagabend vor seiner Gemeinde.
Ehrlichkeit kam auch aus dem Publikum: Im Anschluss an seine Rede musste Féraud sich auch der Frage nach seinem Rücktritt stellen. Davon liess sich der Politiker jedoch nicht erschüttern. Seit dem 1. Januar gehörten diese Fragen zu seinem Alltag.
Im Moment stehe sein Rücktritt «nicht zur Debatte». Féraud will sich weiter für seine Gemeinde einsetzen.






