Candinas: «Hoffe, dass jetzt Ruhe einkehrt»

Die Halbierungsinitiative wollte die Serafe-Gebühren der SRG auf 200 Franken kürzen. Laut Hochrechnung ist das Stimmvolk dagegen.

SRG
Für Mitte-Nationalrat Martin Candinas sind die Diskussionen rund im die SRG-Abgaben nun vom Tisch. - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Privathaushalte sollen pro Jahr nur noch 200 Franken Radio- und Fernsehabgaben bezahlen.
  • Dies forderte die Halbierungs-Initiative.
  • Laut Hochrechnung sagen 62 Prozent der Stimmbürgerinnen und -bürger Nein.

Die SRF-Halbierungsinitiative ist beim Stimmvolk gescheitert.

Gemäss Hochrechnung von GFS Bern im Auftrag der SRG sagen 38 Prozent Ja und 62 Prozent Nein.

SP-Nationalrätin Jacqueline Badran sieht das deutliche Nein als Bestätigung. Die Zeitungswelt sei bereits «abgefackelt» oder budget-halbiert, sagt sie zu Nau.ch. «Dann kann es nicht sein, dass wir noch beim einzigen Medienhaus abbauen, das der Bevölkerung gehört.»

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SP-Nationalrätin Jacqueline Badran sieht das deutliche Nein als Bestätigung. - Nau.ch/Matthias Bärlocher

Zeitungswelt bereits «abgefackelt»

«Die Leute sind nicht dumm», sagt Badran. Sie wüssten genau, dass Randsportarten wie Beach Volley Ball, die Tour de Suisse oder auch Unterhaltung nicht mehr produziert würden. Diese Angebote zählten zu den beliebtesten beim Publikum.

Ruedi Kunz ist Präsident von Swiss Top Sport, dem Verband der grössten Sportanlässe. «Es ist eine Riesenfreude für den Schweizer Sport», sagt er zu SRF. Es sei wichtig, dass der Sport dieses Fenster weiterhin habe.

Das Stimmvolk wolle die Sport-Live-Berichterstattung, kommt er zum Schluss. «Ich bin sehr happy für den Schweizer Sport.»

«Gegen massives Netzwerk gekämpft»

SVP-Nationalrat Thomas Matter zeigt sich nicht überrascht über das deutliche Nein. Sie hätten dies erwartet, sagt er zu Nau.ch. «Wir haben gegen ein massives Netzwerk und massive Gelder gekämpft».

Dies seien vor allem von den linken Parteien und Organisationen finanziert worden.

Darin sieht Matter auch den «ultimativen Beweis» für die seiner Meinung nach linkslastige Berichterstattung der SRG. Er hoffe, dass die SRG künftig sensibilisiert sei, was dies betreffe.

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SVP-Nationalrat Thomas Matter muss eine Niederlage einstecken. - Nau.ch/Matthias Bärlocher

Gebühren für SRG: Gewerbeverband gibt nicht auf

Urs Furrer, Direktor des Schweizer Gewerbeverbands, ist mit der «engagierten Kampagne» für die SRG-Initiative zufrieden. Für das Gewerbe gingen die aktuellen Gebühren aber zu weit. Er sehe deshalb weiterhin Handlungsbedarf, wie er zu SRF sagt.

Der Verband will einen weiteren Anlauf zumindest zur Abschaffung der Unternehmensabgaben starten. In welcher Form wollte Furrer aber noch nicht ausführen.

«Mit anderen Themen auseinandersetzen»

Für Mitte-Nationalrat Martin Candinas sind die Serafe-Gebühren vom Tisch. Seit 2015 habe sich das Stimmvolk dreimal klar zu einer starken SRG bekannt, sagt er im SRF-Abstimmungsstudio.

«Ich hoffe, dass jetzt Ruhe einkehrt und wir uns in diesen unsicheren Zeiten mit anderen Themen auseinandersetzen», sagt Candinas. «Statt immer wieder über die SRG-Abgabe zu diskutieren.»

Für SVP-Nationalrat Gregor Rutz ist die Sache damit noch nicht gegessen.

«Es ist die Kernaufgabe von uns Politikern zu schauen, was mit dem Geld passiert, das wir zahlen müssen», sagt Rutz. Schliesslich handle es sich um «Zwangsgebühren». Der Kernauftrag müsse im Zentrum stehen. Auch wolle man die Rahmenbedingungen für die Privaten verbessern.

SRG
Susanne Wille ist Generaldirektorin der SRG. - keystone

Die SRG lehnt sich nach dem wuchtigen Nein nicht zurück. SRG-Generaldirektorin Susanne Wille sieht im klaren Abstimmungsergebnis ein Bekenntnis zu einem vielfältigen, unabhängigen und regional verankerten Service public.

Das sei eine Verpflichtung, so Wille. «Alles dran zu setzen, das Publikum weiterhin mit einem vielfältigen und starken Programm im Alltag zu begleiten.»

Kommentare

User #3262 (nicht angemeldet)

Ja nu da müssen wir durch. Die Angst Politik hat gewirkt. Die 6000 Mitarbeiter und 18 Radiostation und 7 TV über Satellit weiterhin finanzieren

User #5607 (nicht angemeldet)

Anstatt die Schuld für die Niederlage bei sich selbst zu suchen behaupten die Ja-Sager jetzt wieder ohne jegliche Beweise, dass manipuliert wurde. Die Realität tut weh, wenn man feststellen muss, dass die Kommentarspalten von nau.ch, wo 95% Ja-Sager unterwegs sind, nicht das echte Leben sind. Aufallenderweise ist das bei jeder Abstimmung, wo ihr ne grosse Klappe im Vorfeld hattet, der Fall gewesen. Nur weil ihr laut seid, heisst das noch lange nicht, dass ihr auch die Mehrheit seid. Das hat sich jetzt mal wieder herausgestellt. Die Demokratie hat entschieden und ihr habt verloren. Ihr könnt jetzt entweder weiterhin völlig ungerechtfertigte Vorwürfe äussern und euch komplett lächerlich machen oder ihr könnt die Niederlage wie ein Mann nehmen, um wenigstens noch ein bisschen euer Gesicht wahren zu können.

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