Bei der Demo am Samstag in Zürich kam es zu Gewalt gegen Polizisten und Sachbeschädigungen. Linke Politiker loben den Antifa-Einsatz trotzdem und ernten Kritik.
Krawall Antifa
SP-Nationalrat Fabian Molina an der Antifa-Gegendemo, bei der es zu Ausschreitungen kam. - Instagram/Nau.ch
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Das Wichtigste in Kürze

  • Teilnehmer der Gegendemo griffen am Samstag Polizisten an und randalierten.
  • Ronja Jansen und Fabian Molina lobten die Antifa, ohne auf die Gewalt einzugehen.
  • Dafür müssen die linken Politiker nun viel Kritik einstecken.

Am Samstag fanden in Zürich zwei unbewilligte Demonstrationen statt. Zuerst hatten die Gegner der Corona-Massnahmen zum wiederholten Protest aufgerufen. Als Reaktion wurde eine antifaschistische Gegendemo auf die Beine gestellt, um einen offenen Aufmarsch von Neonazis wie in Bern am 22. Januar zu verhindern.

Klar in der Überzahl waren die Gegendemonstranten, während die eigentliche Demo kaum Aufmerksamkeit erregte. In antifaschistischen Kreisen wird dies als eigener Erfolg verbucht. Allerdings ist die Teilnehmerzahl der Corona-Demos bereits seit der Abstimmungsniederlage im November stark rückläufig. Mindestens 31 Rechtsextreme hatten sich trotzdem versammelt, die von der Polizei verhaftet wurden.

Antifa-Demonstranten halten die Polizei in Zürich in Atem. - Nau.ch

Für Gesprächsstoff sorgt allerdings hauptsächlich die Gewalt und der Vandalismus vonseiten der Antifa. Wie auf Bildern und Videos zu sehen ist, kam es zu Scharmützel mit der Polizei, als diese ein Aufeinandertreffen beider Gruppen verhindern wollte. Neben Sprayereien kam es zu Sachbeschädigungen etwa an Containern. Als der Demozug vor dem Restaurant Zunfthaus zur Zimmerleuten vorbeiging, warfen Vermummte Stühle und Tische auf die Strasse.

Trotzdem feierten linke Politiker die Demonstranten, was ihnen viel Kritik einbringt. Juso-Präsidentin Ronja Jansen schrieb auf Twitter: «Danke an alle Antifaschist*innen die heute ein starkes Zeichen gesetzt haben!»

Auch SP-Nationalrat Fabian Molina postete ein Bild auf Instagram, das ihn vermutlich an der unbewilligten Demo zeigt. Sein Kommentar dazu: «Züri stabil Nazifrei».

Fabian Molina
Fabian Molina postete diese Bild nach der Gegendemo im Februar. - Instagram

Ronja Jansen erklärt gegenüber «20 Minuten», sie verurteile jegliche Art von Gewalt. «Doch ich bin froh, dass es Menschen gab, die uns vor den gewalttätigen Neonazis geschützt haben, die am Hauptbahnhof in die friedliche Menge gerannt sind.» Die Verbreitung der Ideologie der Neonazis sei für die Gesellschaft ein wesentlich grösseres Problem als die Sachbeschädigung, die sie ebenfalls ablehne.

«Gewalt muss immer verurteilt werden»

Der Vize-Präsident der Jungliberalen Basel Benjamin von Falkenstein schreibt auf Twitter, die gewaltbereiten Rechtsextremen seien früh von der Polizei verhaftet worden. «Danach zogen den ganzen Nachmittag randalierende Linksextreme durch die Stadt.» Und er fügt an: «Gewalt ist keine Lösung».

Gewalt von Demonstrationen müsse immer verurteilt werden, sagt Mitte-Nationalrat Martin Candinas, ebenfalls gegenüber «20 Minuten». Egal ob sie von linker oder rechter Seite komme.

Besorgt äussert sich auch Max Hofmann, Generalsekretär des Verbands Schweizerischer Polizei-Beamter (VSPB). Die Gewerkschaft warne seit Jahren vor der steigenden Gewaltbereitschaft gegen Behörden und Beamte. In den letzten 20 Jahren habe sich die Zahl der Fälle mehr als verdreifacht.

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