Betreutes Wohnen: Die Wohnung vorher abgeben oder behalten?
Betreutes Wohnen kombiniert Selbstständigkeit und Unterstützung für ältere Menschen. Doch sollte die eigene Wohnung behalten oder abgegeben werden?

Das Wichtigste in Kürze
- Betreutes Wohnen bietet Sicherheit und Selbstständigkeit für ältere Menschen im Alltag.
- Die alte Wohnung im Alter zu behalten oder abzugeben, hängt von vielen Faktoren ab.
Betreutes Wohnen bedeutet für ältere Menschen selbständig zu leben, aber gleichzeitig Unterstützung im Alltag zu erhalten.
Die eigene Wohnung bleibt zentraler Lebensraum, ergänzt durch begleitende Dienste, Sicherheitssysteme oder soziale Angebote. Diese Wohnform unterscheidet sich deutlich vom klassischen Altersheim oder ausschliesslicher Spitex-Betreuung zu Hause.
Vor einem Umzug steht die Frage im Raum, ob die bisherige Wohnung abgegeben oder weiter behalten werden sollte. Diese Entscheidung hängt von persönlichen Prioritäten, finanziellen Überlegungen sowie dem eigenen Gesundheitszustand ab.
Warum betreutes Wohnen attraktiv ist
Betreutes Wohnen verbindet die guten Seiten verschiedener Wohnformen. Die Bewohnerinnen und Bewohner leben in einer barrierefreien Wohnung und können ihren Alltag weitgehend selbstständig planen. Gleichzeitig stehen bei Bedarf Betreuungsleistungen, Notrufsysteme und Angebote zur Förderung der sozialen Teilhabe bereit.
Wie die Studie «Betreutes Wohnen in der Schweiz 2023» zeigt, ist vor allem die Sicherstellung im Notfall für einen Einzug ins betreute Wohnen entscheidend. Die Studie wurde im Auftrag von Senevita von der Karl Landsteiner Privatuniversität durchgeführt.

Die Ergebnisse machen ebenfalls deutlich, dass die Qualität der angebotenen Dienstleistungen des Betreibers relevant ist. Diese wurde von 55 Prozent der Befragten als entscheidend bezeichnet.
Deutlich weniger Gewicht haben soziale Kontakte oder Einsamkeit. Nur 21 Prozent nannten diese Faktoren als Hauptgrund.
Wohnung behalten oder verkaufen – emotionale Faktoren
Für viele Seniorinnen und Senioren stellt die bisherige Wohnung mehr als nur Wohnraum dar. Sie ist ein Ort voller Erinnerungen und Alltagsroutinen. Hier haben sie vielleicht ihre Kinder grossgezogen oder ihre erste Liebe kennengelernt. Gerade Menschen, die seit vielen Jahren in ihrer Wohnung leben, verbinden damit Gefühle von Sicherheit und Heimat.

Diese emotionale Bindung ist oft der Grund, warum sie ihre Wohnung behalten möchten, selbst wenn sie in betreutes Wohnen umziehen. Allerdings kann der Erhalt der Wohnung auch schnell in den finanziellen Ruin treiben. Ideal ist es, wenn die Kinder oder Enkel die Wohnung übernehmen können. So bleibt immer etwas «Heimat» bestehen.
Finanzielle Überlegungen kritisch abwägen
Ein Argument für die Entscheidung, die bisherige Wohnung abzugeben, sind finanzielle Aspekte. Ein Verkauf kann Geld für Betreuung, Pflegeleistungen oder gesellschaftliche Aktivitäten ermöglichen.
Ebenso kann die Vermietung eine zusätzliche Einnahmequelle darstellen, die zumindest einen Teil der laufenden Kosten für das betreute Wohnen deckt. Das gilt selbst dann, wenn nur die Enkelin oder der Enkel in der Wohnung lebt. Der Abschied fällt dann deutlich einfacher.
Betreutes Wohnen: Entwicklung und Zukunftsperspektiven
Betreutes Wohnen gilt als flexible Wohnform, die in Übergangsphasen zwischen selbstständigem Leben und stationärer Pflege eine Brücke bildet.

Gerade in einer Zeit, in der Menschen immer älter werden und Betreuungsbedarf besteht, kann diese Wohnform eine sinnvolle Alternative darstellen.
Gleichzeitig bleibt die Frage offen, wie viele Betreute tatsächlich den Wunsch haben, ihre alte Wohnung langfristig zu behalten oder abzutreten.
Individuelle Prioritäten entscheiden
Die Entscheidung, die bisherige Wohnung vor dem Umzug in betreutes Wohnen abzugeben oder zu behalten, sollte auf persönliche Lebensumstände basieren. Sicherheit, finanzielle Stabilität, emotionale Bindungen und langfristige Perspektiven sind miteinander abzuwägen.

In jedem Fall ist eine frühzeitige Beratung wichtig. So lässt sich eine Entscheidung leichter treffen. Sprechen Sie bei Bedarf auch unbedingt mit Ihrer Familie, Freunden und Bekannten. Die können Sie oftmals besser einschätzen und Ihnen vielleicht Tipps und Ratschläge geben.













