Biel lanciert Nachbarschaftsprogramm gegen häusliche Gewalt
Die Stadt Biel lanciert im Frühling im Mett-Quartier ein Pilotprojekt, um die Quartierbevölkerung zum Thema häusliche Gewalt zu sensibilisieren und informieren. «Tür an Tür» heisst das Programm, das die Bevölkerung ermutigen will, hinzusehen und Betroffene in geeigneter Form zu unterstützen.

Oft finde Partnergewalt im Verborgenen statt, doch Privatsache sei sie deswegen nicht, schreiben die Stadtbehörden in einer Mitteilung vom Dienstag. Sie verweisen auf die steigenden Zahlen von Straftaten im Bereich häuslicher Gewalt.
Sozialer Zusammenhalt in der Nachbarschaft könne eine Hilfe sein, um Partnergewalt zu vermindern und Betroffenen zu helfen, heisst es in der Mitteilung der Stadt. «Tür an Tür» will im Quartier Schlüsselpersonen ausbilden, die dann in ihrem Umfeld darauf hinwirken, dass häusliche Gewalt «nicht mehr erduldet, verschwiegen, ignoriert oder gar toleriert wird».
So könne im Quartier ein Netzwerk entstehen, damit die Bevölkerung Zivilcourage zeigen und kompetent agieren und weiterhelfen könne. Das Quartierinfo Mett spielt im Projekt als wichtiger Begegnungs- und Mitwirkungsort eine zentrale Rolle.
Der Bieler Gemeinderat hat zur Umsetzung des Projekts einen Kredit von 398'250 Franken gesprochen. Nach Ablauf der Pilotphase analysiert die Stadt das Projekt und entscheidet über die Weiterführung.
Das Konzept der Verbindung von Bekämpfung häuslicher Gewalt und Gemeinwesenarbeit geht auf das Projekt «StoP – Stadtteile ohne Partnergewalt» aus Hamburg zurück. Die Stadt Bern hat dieses mit einem adaptierten Konzept als Projekt «Tür an Tür» bereits umgesetzt und stellt es der Stadt Biel zur Verfügung.










