Marc Jost (EVP BE): Nein zur SRG-Halbierungsinitiative
Marc Jost (EVP) plädiert in seinem Gastbeitrag für ein «Nein» zur Halbierungsinitiative, die am 8. März schweizweit zur Abstimmung steht.

Das Wichtigste in Kürze
- Am 8. März 2026 entscheiden die Schweizer über die sogenannte Halbierungsinitiative.
- EVP-Nationalrat Marc Jost plädiert dafür, ein Nein in die Urne zu legen.
- Eine starke SRG bedeute starke Regionen, lebendige Demokratie und eine starke Schweiz.
Am 8. März stimmen wir über die sogenannte Halbierungsinitiative ab. Die Medienabgabe soll von heute 335 Franken auf 200 Franken sinken, Unternehmen ganz davon befreit werden.
Das mag verlockend tönen – hätte aber gravierende Folgen für den medialen Service public und für den Zusammenhalt unseres Landes.
Auch wenn die SRG nicht perfekt ist – und mich die eine oder andere Sendung durchaus nerven kann – bin ich sehr dankbar, dass es sie gibt.
SRG versus gefährliche Konzentration von Medienmacht
Dankbar bin ich zuerst, weil die SRG unabhängig ist. Sie erhält kein Geld aus dem Bundesbudget, sondern finanziert sich über Serafe. Das schützt sie vor direkter politischer Einflussnahme. Einen Staatsfunk gibt es anderswo – etwa in Russland oder Nordkorea. Nicht in der Schweiz.

Gleichzeitig erleben wir weltweit eine gefährliche Konzentration von Medienmacht. Milliardäre wie Rupert Murdoch (Fox News), Jeff Bezos oder die Familie Blocher mit ihren zahlreichen Regionalzeitungen prägen zunehmend den öffentlichen Diskurs.
Umso wichtiger ist ein starkes Gegengewicht: eine unabhängige, faktenbasierte SRG.
Unabhängige Information als Lebensversicherung Schweizer Demokratie
Und gerade in Zeiten zunehmender ausländischer Manipulations- und Einflussversuche trägt eine starke, vertrauenswürdige SRG auch zur Sicherheit und Stabilität unseres Landes und seiner Institutionen bei.
Denn unabhängige Information ist keine Luxusware. Sie ist die Lebensversicherung unserer Demokratie. Die SRG ist ein Bollwerk gegen Fake News, Desinformation und Propaganda. Wer sie schwächt, schwächt die demokratische Urteilsfähigkeit unseres Landes.
Dankbar bin ich auch, weil die SRG unser Land verbindet. SRF, RTS, RSI und RTR zeigen unsere Heimat – vom Berggebiet bis in die Städte. Sendungen wie «Schweiz aktuell», «Meteo» oder «Donnschtig-Jass» gehören zum Alltag der Schweiz. Sie stiften Identität und Zusammenhalt.
Es geht um Verhältnismässigkeit
Besonders gefährdet sind die Regionen. Die SRG lebt von ihrer dezentralen Struktur mit Studios in den Kantonen, von Nähe zum Publikum und Programmen in allen vier Landessprachen. Bei weiter sinkenden Einnahmen droht eine schleichende Zerschlagung.
In kleineren Sprachregionen und ländlichen Gebieten würde das Angebot massiv ausgedünnt. Das schwächt den Föderalismus. Das schwächt die Schweiz.
Dabei geht es finanziell nicht um Exzesse, sondern um Verhältnismässigkeit. Ein durchschnittlicher Privathaushalt in der Schweiz gibt laut Bundesamt für Statistik rund 3168 Franken pro Jahr für Medien aus.
Die Serafe-Abgabe macht davon weniger als zehn Prozent aus. Ein Zehntel unseres Medienbudgets für eine unabhängige SRG, die allen gehört, ist nicht zu viel – es ist vernünftig.
Nein zur Halbierungsinitiative
Gerade weil wir der SRG so viel verdanken – Information, Zusammenhalt, kulturelle Vielfalt und demokratische Orientierung – sollten wir sie nicht weiter schwächen.
Darum: Stimmen Sie am 8. März Nein zur Halbierungsinitiative. Aus Dankbarkeit. Für eine starke SRG. Für starke Regionen. Für eine lebendige, gesunde Demokratie. Für eine starke Schweiz.
Zum Autor
Marc Jost (*1974) ist seit 2022 Nationalrat EVP. Er ist Pfarrer und Unteroffizier. Der Theologe ist verheiratet und hat vier Kinder.












