EVP: Die wichtigsten Persönlichkeiten

    Laura Scheidegger
    Laura Scheidegger

    Bern,

    Die EVP stellte in ihrer Geschichte viele Nationalräte. Einer der bekanntesten Parteivertreter wurde vor allem durch seinen Einsatz für Obdachlose bekannt.

    EVP Ernst Sieber
    Pfarrer Ernst Sieber 2017 auf dem reformierten Friedhof in Horgen. - Keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Viele namhafte Vertreter der EVP setzten sich für soziale Themen ein.
    • Auch der bekannte Pfarrer Ernst Sieber sass für die EVP im Nationalrat.
    • 2014 wurde Marianne Streiff-Feller die erste Präsidentin der EVP.

    Die EVP Schweiz ist eine christliche Partei und zählt sich zur politischen Mitte. Sie verfügt zurzeit über drei Nationalrats-Sitze und besetzte in ihrer Geschichte mehrere Mandate mit wichtigen Persönlichkeiten.

    Arnold Muggli

    Arnold Muggli gründete 1919 zusammen mit 30 Gleichgesinnten die EVP. In einem Brief an den Bundesrat aus dieser Zeit bat Muggli darum, den notleidenden Bevölkerungsschichten mehr Gehör zu verschaffen. Denn Muggli kannte die Leiden der arbeitenden Bevölkerung nur allzu gut. Bereits in jungen Jahren musste er in einer Weberei Geld für seine Familie verdienen.

    Diese Erfahrungen prägten auch Mugglis politische Einstellung. Er war überzeugt, dass eine Politik zwischen Kapitalismus und Sozialismus anzustreben sei. Oder ein «christlich-praktischer Weg», wie er ihn nannte.

    Willy Sauser

    Willy Sauser studierte eigentlich als Maschinenbauingenieur an der ETH Zürich und arbeite später als Personalleiter der Maschinenfabrik Oerlikon. Seine politische Karriere begann er erst viel später.

    Willy Sauser EVP
    Willy Sauser war von 1956 bis 1978 Nationalrat für die EVP. - Keystone

    Sauser wurde 1955 als Vertreter der EVP Mitglied des Zürcher Kantonsrates. Ein Jahr später übernahm er Paul Zigerlis Nationalratsplatz nach dessen Tod. Ein wichtiger Vorstoss Sausers war ein Postulat von 1964 für den Zivildienst.

    Willy Sauser war laut der EVP «im besten Sinne ein Mann der Mitte». Einvernehmliche Lösungen seien ihm wichtig gewesen, jedoch habe er sich auch nicht gescheut, heisse Eisen anzufassen.

    Otto Zwygart

    Otto Zwygart absolvierte das Lehrerseminar Muristalden in Bern und arbeitete bis 1975 als Lehrer. Nebenbei zog es ihn aber auch in die Politik.

    So war er ab 1958 Mitglied des Grossen Gemeinderates von Köniz. Von 1971 bis 1983 war er für die Berner EVP zudem im Nationalrat.

    EVP Otto Zwygart
    Nationalrat Otto Zwygart an der 80. ordentlichen Delegiertenversammlung der EVP Schweiz in Wettingen AG 1999. - keystone

    Neben seiner politischen Karriere engagierte er sich in der Evangelischen Gesellschaft Kanton Bern und veröffentlichte mehrere Publikationen zum Thema Garten. Zu diesem Thema gab er während 20 Jahren Tipps in der Radiosendung «Mys Gärtli» unter seinem Pseudonym Jakob Bohnenblust.

    Auch sein Sohn Otto Zwygart Junior vertrat von 1983 bis 2000 die EVP im Nationalrat.

    Max Dünki

    Max Dünki absolvierte eine Notariatslehre und arbeitete anschliessend als Notariatsangestellter in Bassersdorf und Küsnacht ZH.

    Max Dünki EVP
    EVP-Nationalrat Max Dünki. - Keystone

    Von 1970 bis 1983 vertrat Dünki die EVP zuerst im Zürcher Kantonsrat, anschliessend bis 1999 im Nationalrat. Von 1984 bis 1992 präsidierte er zudem die EVP Schweiz.

    Max Dünkis politische Schwerpunkte konzentrierten sich auf das Sozial- und Gesundheitswesen sowie auf die Familien- und Umweltpolitik. So war er auch Mitglied von sozialen und gemeinnützigen Institutionen, Berufs- und Umweltverbänden. Er gründete 1985 den Zürcher Rentnerverband ZRV.

    Ernst Sieber

    Eines der bekanntesten Mitglieder der EVP war sicherlich Pfarrer Ernst Sieber. Er amtierte in verschiedenen Gemeinden als Pfarrer. Von 1991 bis 1995 vertrat er die EVP im Nationalrat.

    Ernst Sieber EVP
    Der bekannte Pfarrer Ernst Sieber war Nationalrat der EVP. - Keystone

    Ernst Siebers ausserordentliches soziales Engagement erhielt erstmals 1963 Aufmerksamkeit. In jenem besonders kalten Winter richtete er in einem Bunker in Zürich eine Unterkunft für Obdachlose ein. Diese Unterkunft wurde schliesslich zu einer selbstverwalteten Wohn- und Arbeitsgemeinschaft.

    Marianne Streiff-Feller

    Marianne Streiff-Feller war während über 30 Jahren im bernischen Schuldienst tätig. Von 1991 bis 1998 war sie Mitglied des Könizer Gemeindeparlaments.

    Marianne Streiff-Feller EVP
    Marianne Streiff-Feller war die erste Präsidentin der EVP. - Keystone

    Von 1998 bis 2010 vertrat sie die EVP im Grossen Rat des Kantons Bern. Von 2003 bis 2010 präsidierte sie zudem die EVP-Fraktion. Streiff ist seit 2010 auch Mitglied des Nationalrates war von 2014 bis 2021 Präsidentin der EVP Schweiz.

    Lilian Studer, Präsidentin der EVP

    Lilian Studer hat 2004 die Junge EVP der Schweiz mitgegründet und präsidierte diese bis 2009. Zudem wurde sie 2002 Grossrätin für die EVP im Kanton Aargau, wo sie insgesamt 17 Jahre aktiv war. Ausserdem war Studer zwischen 2011 und 2016 Fraktionspräsidentin der EVP.

    Evangelische Volkspartei
    Lilian Studer ist Präsidentin der EVP. (Archivbild) - sda - EVP Schweiz

    2019 wurde Studer das erste Mal in den Nationalrat gewählt und trat daher als Grossrätin zurück. Im Nationalrat gehört sie zur parlamentarischen Gruppe «Christ+Politik». Sie hat 2021 die Nachfolge von Marianne Streiff-Feller als Präsidentin der EVP angetreten.

    Nik Gugger

    Nik Gugger wurde in Indien von Mitarbeitern des Hilfswerks der evangelischen Kirchen der Schweiz adoptiert. Seit dem vierten Lebensjahr wohnt er in der Schweiz, wo er auch seine ersten Erfahrungen in der sozialen Arbeit machte.

    nik gugger evp
    Nik Gugger ist EVP-Nationalrat aus dem Kanton Zürich. - Keystone

    Von 2002 bis 2014 war er Mitglied im Grossen Gemeinderat der Stadt Winterthur, wo er seit 2008 die EVP-Fraktion leitete. Von 2014 bis 2017 war er ausserdem im Zürcher Kantonsrat tätig. 2017 rückte Nik Gugger erstmals in den Nationalrat nach, wo er 2019 bestätigt wurde. Sein politisches Engagement zeigt sich vor allem in finanz- und sozialpolitischen Bereichen.

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