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Liebe Trump-Regierung: Migros & Coop sind nicht das Problem

Matthias Bärlocher
Matthias Bärlocher

Bern,

Die US-Exporte würden durch Vorschriften und Marktmacht behindert, findet die Trump-Regierung. Das ist nicht ganz zu Ende gedacht. Ein Kommentar.

Das Wichtigste in Kürze

  • Migros, Coop und Schweizer Bio-Vorschriften sind der Trump-Regierung ein Dorn im Auge.
  • Dadurch würden US-Exporte behindert. Doch die Argumentation geht nicht auf.
  • Ein Kommentar.

Die Trump-Regierung sucht in vielen Ländern Gründe, wie sie ihre Strafzölle doch noch rechtfertigen könnte. Denn das Oberste Bundesgericht hat diese Ende Februar für rechtswidrig erklärt. Mit zum Teil an den Haaren herbeigezogenen Argumenten soll nun aufgezeigt werden: Andere Länder handeln schändlich und müssen deshalb in die Zoll-Mangel genommen werden.

Neuster Streich aus Washington: Die USA haben ein Problem mit Migros und Coop und den Schweizer Bio-Richtlinien. Nun, wer hat das nicht, und endlich kümmert sich mal jemand um unsere Alltagssorgen. Freude herrscht!

Logo Coop Migros
Die Logos der Supermärkte Coop und Migros, fotografiert am 20. September 2024 in Bern. - keystone

Jetzt sollte man aber einfach nicht überrascht sein, wenn sich herausstellt: Die Trump-Regierung stolpert mal wieder über die eigenen Füsse.

Können wir: Meckern über Migros und Coop

Zunächst beklagt das US-Handelsministerium in einem Bericht über die Marktmacht des Duopols Migros/Coop. Dass diese fallweise problematisch sein kann, ist nicht abzustreiten: Wenn Konkurrenz fehlt, fehlt auch die Herausforderung, originell im Dienste der Kundschaft zu sein. Sogar die Logos haben die gleiche Farbe.

Donald Trump orange
Nicht zufrieden: US-Präsident Donald Trump im Oval Office des Weissen Hauses, am 18. April 2026. - keystone

Mit Orange haben die Trump-Leute allerdings kein Problem. Sondern: Die Dominanz der beiden Detailhändler, verbunden mit den «strengen und detaillierten» Bio-Zertifizierungs-Regeln, bevorteile einheimische Marken. US-Produkte bleiben aussen vor.

Really? Die Regierung mit der America-First-Strategie hat Mühe mit einer Switzerland-First-Strategie? Diese Argumentationslinie wird zum Bumerang.

Wir wollen Schweiz

Denn, wie die Grossverteiler zurecht anmerken: Regionale Produkte zu kaufen, das entspricht einem Kundenwunsch, nicht einer Vorschrift. Was Migros und Coop verständlicherweise nicht erwähnen: Es gibt ja durchaus auch andere Detailhändler, sogar aus dem Ausland.

Kaufst du oft Bio-Produkte?

Und was machen Aldi & Konsorten, wenn sie aus dem Norden in den Schweizer Markt drängen? Sie werben damit, dass bei ihnen Schweizer Produkte im Regal stehen, wie bei der althergebrachten orangen Konkurrenz. Der Markt, beziehungsweise die Bevölkerung, will das so.

Nichts als logisch

Wenn das US-Handelsministerium nun auf Migros und Coop zielt, hat es also die Falschen im Visier. Denn so wird kein US-Härdöpfel oder Kellogg-Müesli zusätzlich verkauft. Wenn man die Schuldigen für das US-Handelsdefizit eliminieren wollte, müsste man die Schweizer Bevölkerung abschaffen.

Dann könnte die Trump-Regierung einen neuen Bericht schreiben: Operation gelungen, Patient gestorben. Denn ohne Bevölkerung werden halt gar keine US-Produkte mehr in die Schweiz exportiert. Weil die Schuldigen dafür schnell gefunden sind, kann sich das US-Handelsministerium danach gleich selbst auflösen.

Kommentare

User #1021 (nicht angemeldet)

Die USA haben keine gute Lebensmittel. Die einzigen US-Produkte die ich besitze sind die Martin Logan und Boston Acoustics Subwoofer und Lautsprecher. Die sind wirklich super.

User #2601 (nicht angemeldet)

Mir kann man erzählen was man will, aber der Orangenmann ist nicht ganz 100. Ihm fehlen schon seit geraumer Zeit einige Latten am Zaun.

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