Trump schiesst gegen die Marktmacht von Migros und Coop
Die US-Regierung sieht in der Schweiz Hürden für Bio-Importe aus Amerika. Kritik gibt es auch an der starken Stellung von Migros und Coop im Detailhandel.

Das Wichtigste in Kürze
- Die USA kritisieren Schweizer Bio-Regeln und Marktbarrieren im Detailhandel.
- Washington sieht darin Hürden für US-Bioimporte in die Schweiz.
- Auch die Marktmacht von Coop und Migros wird indirekt moniert.
Die US-Regierung unter Donald Trump kritisiert die Schweiz wegen ihrer Bio-Regeln und wegen der Dominanz von Migros und Coop im Detailhandel.
Das Handelsministerium stellte deswegen «signifikante Hürden» für US-Bio-Importe fest, wie es in einem kürzlich veröffentlichten Bericht mit dem Titel «Foreign Trade Barriers» heisst. Über diesen berichteten hierzulande die Tamedia-Zeitungen am Mittwoch als erste.
Konkret würden die «strengen und detaillierten Vorschriften» für den ökologischen Landbau in der Schweiz komplexe Zertifizierungs- und Kennzeichnungsvorschriften sowie die Dominanz von zwei grossen Detailhandelsketten lokale Marken begünstigen, so der Bericht.
Die Namen von Coop und Migros werden dabei allerdings nicht explizit genannt.
Washington sieht hohe Hürden für US-Produkte
Das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) habe den Bericht zur Kenntnis genommen, kommentiere den Inhalt aber nicht, hiess es auf Anfrage der Tamedia-Zeitungen.
Ausserdem nennt der Bericht Zahlen zu den Handelsvolumina. Demnach betrug das Handelsdefizit zwischen der Schweiz und den USA 2025 aus US-Sicht 34,3 Milliarden US-Dollar. Das entspricht rund 27 Milliarden Franken. Es sei damit gegenüber dem Vorjahr um gut 10 Prozent zurückgegangen.
Das Bundesamt für Zoll und Grenzsicherheit (BAZG) kam im Januar zu einem anderen Befund. Laut seinen Berechnungen stiegen die Schweizer Ausfuhren in die USA ohne Gold um 3,9 Prozent auf 54,7 Milliarden Franken.
Die Importe aus den USA seien dagegen um 5,7 Prozent auf 13,3 Milliarden Franken gesunken. Unter dem Strich habe sich damit der Handelsbilanzüberschuss auf 41,4 Milliarden Franken vergrössert.
Das Milliarden-Defizit treibt den Zollstreit an
Das hohe Handelsdefizit war das Hauptargument von US-Präsident Trump für die im letzten Jahr verhängten hohen Zölle auf Schweizer Importe.
Im letzten November einigten sich die USA und die Schweiz im Zollstreit, die Verhandlungen über ein Abkommen dauern allerdings nach wie vor an.
Ein Argument der Schweiz im Zollstreit war stets, dass es bei den Dienstleistungen anders aussehe als bei den Waren. Die US-Exporte seien deutlich höher als die Schweizer Importe.
Dies bestätigt nun der neuste Bericht des Handelsministeriums. Hier gebe es einen US-Überschuss von 32,1 Milliarden US-Dollar (25,3 Milliarden Franken). Es sei damit um gut 8 Prozent gestiegen.















