Ignazio Cassis

Ignazio Cassis äussert sich zur Trump-Rolex – «habe nichts dagegen»

Sina Barnert
Sina Barnert

Bern,

Ignazio Cassis äussert sich in einem Interview zu Europa und den USA. Und der Bundesrat erklärt, was er von den Schweizer Geschenken für Donald Trump hält.

Ignazio Cassis
Bundesrat Ignazio Cassis hat kein Problem mit den Geschenken, die US-Präsident Donald Trump vom «Team Switzerland» überreicht wurden. - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • 15 statt 39 Prozent Zölle: So lautet der neue Zoll-Deal zwischen der Schweiz und den USA.
  • Bei den Verhandlungen spielten auch teure Geschenke von Wirtschaftsbossen eine Rolle.
  • Bundesrat Cassis meint dazu: «Ich habe nichts dagegen.»

Am 14. November konnte die Schweiz nach langem Hin- und Her im Zoll-Streit mit den USA endlich aufatmen.

Denn es kam zu einer Einigung: Die Zölle auf Schweizer Exportwaren sollen demnach künftig von 39 auf 15 Prozent gesenkt werden.

Am Deal zwischen der Schweiz und den USA beteiligt war aber nicht nur die offizielle Schweiz. Die Hände im Spiel hatten auch eine als «Team Switzerland» bekannte Gruppe von Schweizer Wirtschaftsführern.

Ist der Schweizer Zoll-Deal mit den USA ein Erfolg?

Sie umgarnte US-Präsident Donald Trump bei einem Besuch im Weissen Haus. Im Gepäck: Teure Geschenke aus der Schweiz, darunter auch ein Goldbarren und eine Tisch-Rolex.

donald trump Ignazio Cassis
Die goldene Rolex, eine Tischuhr, stand seit dem Besuch der Schweizer Wirtschaftsdelegation auf Trumps Tisch. Ihr Wert: Bis zu 40'000 Franken. - X

Nun äussert sich auch Bundesrat und EDA-Vorsteher Ignazio Cassis zu den Gastgeschenken der Wirtschaftsbosse.

Verknüpfung zwischen Wirtschaft und Politik wichtig

In einem Interview mit SRF erklärt er: «Im 19. Jahrhundert wurde die Diplomatie der Schweiz praktisch ausschliesslich von Wirtschaftsleuten gemacht.»

Diese «enge Verknüpfung» zwischen Politik und Wirtschaft sei wichtig. Denn: «Alle, die Einfluss haben und der Schweiz nahestehen, sind gefordert, einen Schritt zu machen.»

Das hätten die «Wirtschaftskapitäne» getan, als sie bei ihrem Besuch im Oval Office Geschenke mitbrachten. Dazu meint Ignazio Cassis: «Ich habe nichts dagegen.»

Ignazio Cassis: «Das ist eine frei erfundene Geschichte»

Auch zu Gerüchten, wonach der Bundesrat einen Zoll-Deal mit den USA verschleppt habe, äussert sich der EDA-Vorsteher. Und zeigt dabei gegenüber SRF Unverständnis.

Denn, so Ignazio Cassis: «Das ist eine frei erfundene Geschichte. Ich habe kaum etwas erlebt, das so lange in den Medien bleibt und total frei erfunden ist.»

Hat die Schweiz zu lange für einen Zoll-Deal mit den USA gebraucht?

Der Vorwurf der Verzögerung beim Zoll-Deal entbehre jeglicher Grundlage. «Der Bundesrat war selten so kompakt wie bei dieser Aktion.»

Kommentare

User #3580 (nicht angemeldet)

«Ich habe nichts dagegen.» Selbst im amerikanischen Fernsehen wurden die Augenbrauen hochgezogen: eine so offene Bestechung? Es wird so getan, als sei dies normal. Das ist es aber nicht, anständige Politiker halten sich von grossen Geschenken fern. Wie sieht es dann mit der Lobbybranche hier im Bern aus? Auch nichts dagegen?

User #1485 (nicht angemeldet)

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