Frontex-Ausbau: Argumente der Befürworter gegen das Referendum

    Stefan Schönbächler
    Stefan Schönbächler

    Bern,

    Die Befürworter der Beteiligung am Frontex-Ausbau befürchten insbesondere, dass die Schweiz bei einem Nein aus dem Schengen-Verbund ausgeschlossen wird.

    Frontex-Referendum
    Durch den Frontex-Ausbau sollen die Grundrechte von Flüchtlingen besser gewahrt werden können. - keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Am 15. Mai 2022 stimmt die Schweiz über die Beteiligung am Frontex-Ausbau ab.
    • Ein Nein könnte zu verheerenden sicherheitstechnischen und wirtschaftlichen Folgen führen.

    Am 15. Mai 2022 stimmt die Schweiz darüber ab, ob sie sich am Frontex-Ausbau beteiligen und somit im Schengen-Verbund bleiben will. Ein Nein hätte laut den Befürwortern verheerende Folgen.

    «Frontex-Schengen-Ja» nennt sich das Komitee, welches sich für die Übernahme der EU-Verordnung über die Europäische Grenz- und Küstenwache ausspricht. Es schliesst sich aus Vertretern von FDP, der Mitte, GLP und der SVP zusammen. Auch der Wirtschaftsdachverband Economiesuisse äussert sein Interesse an einem Ja.

    Frontex-Referendum gefährdet Schengen-Mitgliedschaft

    Für die Wirtschaft sei die Übernahme der Bestimmungen entscheidend. Durch ein Nein – und den damit drohenden Ausschluss vom Schengen-Verbund – müsste die Schweiz mit schweren finanziellen Einbussen rechnen. Diese würden die monetären Kosten der Schweiz durch die Beteiligung am Frontex-Ausbau bei weitem übersteigen.

    Frontex-Ausbau
    Beteiligt sich die Schweiz nicht am Frontex-Ausbau, könnten wieder systematische Kontrollen an den Landesgrenzen eingeführt werden. - keystone

    Der Tourismus würde auf beiden Seiten leiden. Die Ausreise würde umständlicher aufgrund systematischer Grenzkontrollen. Für die Einreise in die Schweiz bräuchten ausländische Touristen ein zusätzliches Visum. Das Schengen-Visum wäre in der Schweiz nicht mehr gültig.

    Ein Ja für die Sicherheit der Schweiz

    Die Schweiz habe schon mehrfach gezeigt, dass sie dem Schengen-Abkommen zustimmt. Nun gehört auch der Frontex-Ausbau zu den Pflichten der Mitgliedstaaten. Dieser würde ausserdem die Sicherheit der Schweiz weiterhin gewährleisten und verbessern.

    Frontex-Ausbau
    Die Schweiz nutzt das europaweite Fahndungssystem «SIS II» täglich 300'000 Mal. - keystone

    Die grenzüberschreitende polizeiliche Zusammenarbeit sei demnach zentraler Bestandteil des Schengen-Abkommens. Die Schweiz profitierte in vielerlei Hinsicht bei der Kriminalitätsbekämpfung – insbesondere vom europaweiten Fahndungssystem «SIS II». Täglich stellt die Schweiz rund 300’000 Anfragen an das Informationssystem. Ohne den erweiterten Frontex-Beitrag würde dieser Zugriff wegfallen.

    Kommentare

    Weiterlesen

    Frontex
    90 Interaktionen
    Wenig Spielraum
    economiesuisse
    12 Interaktionen
    Vorlagen
    Evros
    19 Interaktionen
    Im Januar

    MEHR FRONTEX-REFERENDUM

    Frontex-Referendum JSVP
    193 Interaktionen
    Gegen Frontex
    Sanija Ameti
    93 Interaktionen
    Gastbeitrag
    Fabian Molina Frontex
    253 Interaktionen
    Gastbeitrag
    Marc Rüdisüli frontex-referendum
    38 Interaktionen
    Gastbeitrag

    MEHR AUS STADT BERN

    Hornissen Balkon Bern
    39 Interaktionen
    Leser staunt
    Auszeichnung winkt
    Fahrzeugfahndung
    3 Interaktionen
    Für Fahrzeugfahndung
    Gaza
    304 Interaktionen
    Neue Gaza-Demo