EDA

    Explosionen im Libanon: Bürgerliche verurteilen Tweet des EDA

    Matthias Bärlocher
    Matthias Bärlocher

    Bern,

    Nach der Explosion Hunderter Pager im Libanon reagierte das EDA auf «X». Die Wortwahl sei «völlig daneben», kritisieren Bürgerliche.

    Libanon Pager Hisbollah Begräbnis
    Trauernde nehmen am Begräbnis von zwei Personen teil, die bei der Explosion von Kommunikationsgeräten starben, in Beirut (Libanon) am 19. September 2024. - keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Das EDA hat nach der Explosion Hunderter Pager im Libanon auf "X" reagiert.
    • Die Wortwahl stösst indes auf Kritik bei Bürgerlichen: Die Hisbollah werde relativiert.
    • Linke weisen darauf hin, dass das humanitäre Völkerrecht für alle Menschen gelte.

    Man hätte den Tweet des Aussendepartements EDA gut auch übersehen können: Wie so oft drückt das EDA seine Sorge aus, verurteilt Gewalt, gemahnt die Konfliktparteien ans humanitäre Völkerrecht. So auch, nachdem mutmasslich Israel im Libanon Tausende elektronische Geräte zur Explosion gebracht hat.

    EDA Pager Libanon Zivilisten
    Der Tweet des EDA: «Die Schweiz ist tief besorgt über die Explosionen im Libanon. Diese drohen, die Stabilität und Sicherheit des Landes und der Region weiter zu untergraben. Die Schweiz ruft alle Parteien zu äusserster Zurückhaltung auf, um eine grössere regionale Eskalation zu vermeiden. Das Völkerrecht muss geachtet und die Zivilbevölkerung jederzeit geschützt werden.» - Screenshot x.com

    Bei der Hisbollah waren Hunderte Pager explodiert und in der Folge über 2000 Personen verletzt und ein Dutzend getötet wurden. Der Tweet des EDA folgte tags darauf. Nun sorgt er aber gemäss «CH Media» für Kritik bei den Bürgerlichen. Insbesondere stört man sich an der Passage «… das Völkerrecht einzuhalten und Zivilisten zu schützen».

    SVP-Reimann: «Besser ganz auf Stellungnahme verzichtet»

    Lukas Reimann (SVP-Nationalrat) bezeichnet die Stellungnahme des EDA als «völlig daneben». Er glaubt, dass die Schweiz besser keine Stellungnahme abgegeben hätte.

    Ständerätin Marianne Binder (Mitte/AG) fragt, ob das EDA etwa bewusst die Hisbollah relativiere. «Das sind doch keine Zivilisten. Viel gezielter die Verursacher der Instabilität und Unsicherheit in der Region zu treffen als mit diesen Pager-Angriffen, ist kaum möglich», so Binder.

    Unterschiedliche Meinungen zu den Ereignissen

    Nationalrat Nicolas Walder (GPS/GE) widerspricht dieser Ansicht. Er argumentierte, dass Israel durch das ferngesteuerte Zünden der Pager zivile Opfer in Kauf genommen habe. Unter den Opfern seien auch Frauen und Kinder gewesen.

    Lukas Reimann Nicolas Walder
    Die Nationalräte Lukas Reimann (SVP/SG), links, und Nicolas Walder (GPS/GE). - keystone

    SP-Nationalrat Fabian Molina sieht in der Kritik an der Stellungnahme des EDA einen Hinweis darauf, dass der Schutz des humanitären Völkerrechts als Leitprinzip der Schweizer Aussenpolitik erodiere. Das humanitäre Völkerrecht gelte für alle. Man könne es nicht nur situativ und je nach politischer Nähe oder Distanz zu einem Akteur einfordern.

    Das Aussendepartement betonte auf Anfrage hin seine langjährige Forderung nach Zurückhaltung aller Parteien in Konfliktregionen und dem strikten Einhalten von Völkerrechtsnormen bei Feindseligkeiten.

    Kommentare

    User #4891 (nicht angemeldet)

    Ein typischer Sünneliparty-Aufreger, sonst haben wir keine grösseren Probleme?

    User #3209 (nicht angemeldet)

    Lustig finde ich es gibt doch keine Verschwörungen? Die Pager sind weltweit explosiv? Und Handys?

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