Falls möglich, will der Bundesrat per 22. März die Beizen-Terrassen öffnen. Gastrosuisse ist unzufrieden. Der Bundesrat foutiere sich um die Betriebe.
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Ein Bild der offenen Terrasse des Bergrestaurants Klewen Stube im Skigebiet Klewenalp oberhalb von Beckenried im Kanton Nidwalden. - Keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • In einem zweiten Öffnungsschritt will der Bundesrat die Beizen- und Barterrassen öffnen.
  • Ob dies am 22. März geschehen wird, werden die nächsten Tagen zeigen.
  • Gastrosuisse spricht von einer «Scheinlösung».

Falls es die epidemiologische Lage erlaubt, will der Bundesrat in zehn Tagen die Terrassen von Restaurants und Bars wieder öffnen. Und dies obwohl die Schweiz «möglicherweise vor einer dritten Ansteckungswelle steht», wie es der Bundesrat festhält. Ob es effektiv zum zweiten Öffnungsschritt kommt, wird sich in den nächsten Tagen zeigen.

Falls die Beizen-Terrassen öffnen können, gilt eine Sitzpflicht und die Maske darf nur während der Konsumation abgelegt werden. Pro Tisch sind maximal vier Personen erlaubt. Von sämtlichen Person müssen die Kontaktdaten erhoben werden. Zwischen den Tischen muss ein Abstand von anderthalb Meter eingehalten oder eine Abschrankung angebracht werden.

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Tische und Stühle stehen auf der Terrasse eines geschlossenen Restaurants in der Stadt Zürich. - Keystone

Gleich wie die Innenbereiche der Bars und Restaurants blieben auch die Diskotheken und Tanzlokale weiterhin geschlossen.

Finanzielle Unterstützung bleibt in jedem Fall

Was die gebeutelten Gastronomen besonders freuen dürfte: Der Bundesrat hat entschieden, dass die wirtschaftliche Unterstützung der Betriebe so oder so fortgeführt wird. Der Entscheid, ob die Terrassen öffnen oder nicht, ist nicht davon abhängig.

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Auf solche Bilder wie in Jerusalem werden wir selbst bei geöffneten Beizenterrassen noch warten müssen. Maximal vier Personen wären an einem Tisch zugelassen, zwischen ihnen braucht es Abstand oder Schutzwände. - Keystone

Dennoch ist Gastrosuisse-Präsident Casimir Platzer alles andere als zufrieden mit dem Bundesrat. Dessen Vorschlag sei vielleicht ein Zückerchen für die Bevölkerung, «eine Perspektive für die Betriebe ist es aber nicht».

Es irritiere ihn, dass der Bundesrat seinen Verband zwar konsultiere, dann aber trotzdem genau das vorschlage, was Gastrosuisse nicht wolle. «Die Terrassenöffnung ist eine Scheinlösung», sagt Platzer an einer Medienkonferenz am Freitagnachmittag.

Casimir Platzer äussert sein Unverständnis über den Entscheid des Bundesrats. - Keystone

Der Bundesrat wird sich bei seinem Entscheid am nächsten Freitag an Richtwerten orientieren. Derzeit werden drei der vier Richtwerte überschritten.

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