Coronavirus

    Coronavirus: Arzt Battegay befürwortet schnelle Lockerungen

    Etienne Sticher
    Etienne Sticher

    Zürich,

    Im «Club» sind alle für Lockerungen der Massnahmen gegen Corona. Economiesuisse-Rühl warnt, dass Menschen auch krank werden, wenn sie nicht arbeiten können.

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    Vorhang auf für Lockerungen: Noch stehen die Hinweisschilder für die Corona-Massnahmen, doch bald könnten sie verschwinden – mit dem Segen von Arzt Manuel Battegay. - Keystone, SRF

    Das Wichtigste in Kürze

    • Manuel Battegay spricht sich für Lockerungen aus, will aber die Maskenpflicht beibehalten.
    • Monika Rühl argumentiert, dass Menschen krank würden, wenn sie nicht zur Arbeit können.
    • Risikopatientin Sarah Strehler fordert, dass jeder seinen Teil beiträgt.

    Heute Mittwoch wird der Bundesrat seine neuen Entscheide zu den Massnahmen zur Eindämmung des Coronavirus verkünden. Dass er lockern wird, steht schon fast fest, die Frage ist nur, wie stark. Auch im «Club» vom Dienstag waren die Öffnungen ein Thema – und wurden von allen gutgeheissen. Ein Arzt warnt aber vor dem Herbst und fordert Vorbereitungen.

    Wenig erstaunlich spricht sich Monika Rühl, Direktorin von Economiesuisse, für das Ende der Massnahmen auf einen Schlag aus. Die Isolation für positiv auf Corona getestete Personen und die Maskenpflicht im ÖV und in Spitälern sollen aber beibehalten werden. Vor allem letztere steht für Arzt Manuel Battegay ausser Frage. In Spitälern tue man alles, um die Patienten bestmöglich zu schützen.

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    Obwohl alle «Club»-Teilnehmenden auf Corona getestet waren, trug Risikopatientin Sarah Strehler eine Maske. - SRF

    Das ehemalige Taskforce-Mitglied stimmt der Wirtschaftsvertreterin aber zu und befürwortet Öffnungen mit der Ausnahme der Maskenpflicht im ÖV. Selbst die anwesende Risikopatientin Sarah Strehler kann die Öffnungen verstehen. Sie habe aber Angst, sollte die Maskenpflicht fallen, dies würde für sie grossen Stress bedeuten.

    Für Monika Rühl ist der Schutz der Gesundheit zwar wichtig, es gebe aber auch andere Bedürfnisse in der Bevölkerung. «Der Mensch braucht Halt im Leben, und vielen gibt die Arbeit Halt.» Deshalb sei es für die Gesundheit nicht der richtige Schritt, alles zu schliessen und die Menschen zu Hause einzuschliessen. «Menschen können auch krank werden, wenn sie nichts zu tun haben und keinen Sinn mehr sehen.»

    Risikopatientin Strehler hält dagegen: «Wenn morgen alles aufgeht, kann ich nicht mehr zur Arbeit.» Sie fordere keinen Lockdown, sondern die Möglichkeit, sich schützen zu können. «Auch die neben und um uns herum sollten ihren Teil beitragen.»

    Battegay: «Pandemie des Coronavirus noch nicht vorbei»

    «Wir müssen jetzt beweisen, dass wir als Gesellschaft und als Einzelne Verantwortung übernehmen können», sagt Manuel Battegay. Nur dann könne der Transfer gelingen. Es werde weiterhin Kranke geben, im Frühling und im Sommer. Im Herbst werde die Lage wieder angespannter sein, prognostiziert er.

    Soll der Bundesrat am Mittwoch alle Massnahme, inklusive der Maskenpflicht, aufheben?

    «Die Pandemie ist noch nicht vorbei», warnt Battegay, «wir müssen uns auf den Herbst vorbereiten.» Als Beispiel nennt er grosse Impfkampagnen, die wieder notwendig werden könnten und vorbereitet werden müssten. Denn die Impfung hat viel Leid und schwere Verläufe verhindert.

    «Die Abwehr der Gesellschaft gegen das Coronavirus wird sich hochschaukeln. Mit Impfung, Ansteckung und weiterer Impfung», sagt Battegay. «So wie das bei der Grippe über Jahrzehnte der Fall war.»

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