Bundesrat Pfister legt Armee-Einkaufszettel für 2026 vor
Für 3,4 Milliarden Franken will der Verteidigungsminister unter anderem die Abwehr gegen Raketen und Drohnen verbessern.
Das Wichtigste in Kürze
- Verteidigungsminister Martin Pfister präsentiert die Armeebotschaft 2026.
- Die angekündigten Beschaffungen im Bereich Luftabwehr und Cyber werden nun konkret.
- Insgesamt beantragt der Bundesrat 3,4 Milliarden Franken.
Angriffe aus der Distanz und die sogenannten hybriden Konflikte sieht der Bundesrat als wahrscheinlichste Bedrohung an. In diesen Bereichen soll die Abwehr nun gestärkt werden. Nachdem Verteidigungsminister Martin Pfister die Pläne dazu schon skizziert hat, wird es nun konkret: 3,4 Milliarden Franken sollen gemäss der heute beschlossenen Armeebotschaft 2026 investiert werden.
Zusatzkredit für F-35A
Wie bereits vor zwei Wochen angekündigt, bestellt der Bundesrat zwar weniger Kampfjets als geplant. Aber wegen der aufgelaufenen Teuerung beantragt er dennoch einen Zusatzkredit: 394 Millionen Franken.

Damit werde der von der Stimmbevölkerung bewilligte Betrag eingehalten. Voraussichtlich ermögliche dies die Beschaffung von 30 F-35A-Kampfjets.
Ukraine-erprobte Flugabwehr
Fünf Einheiten des Luftverteidigungssystems mittlerer Reichweite IRIS-T SLM hat die Schweiz bereits bestellt. Nun sollen weitere beschafft werden, um einen grösseren Raum abdecken zu können. So könne man zusätzliche kritische Infrastrukturen schützen.

IRIS-T SLM kommt unter anderem auch im Ukraine-Krieg zum Einsatz. Es hat sich dort als sehr effektiv erwiesen, unter anderem auch gegen Drohnen.
Dieser Kauf schlägt mit einer Milliarde Franken zu Buche. Für weitere 800 Millionen Franken sollen teils veraltete Fliegerabwehrsysteme kleinerer Reichweite ersetzt werden.
Drohnenabwehr und neues Radar
Apropos Drohnen: Militärische Verbände, die Zivilbevölkerung sowie kritische Infrastrukturen sollen vor Mini-Drohnen geschützt werden. Dazu hat die Armee ein Abwehrsystem evaluiert, will aber mit dem endgültigen Entscheid bis kurz vor der Beschaffung zuwarten. In der Armeebotschaft 2026 sind dazu 70 Millionen Franken budgetiert.

Rund doppelt so teuer (150 Millionen Franken) wird die Ergänzung zur Mini-Drohnenabwehr. Denn das Luftlagebild im unteren und mittleren Luftraum müsse verbessert werden. Das veraltete Taktische Fliegerradar TAFLIR müsse durch ein teilmobiles Radarsystem mittlerer Reichweite ersetzt werden.
Von Weltraum bis Cyberraum
Bedarf meldet die Armee auch beim Nachrichtenverbund, den Sensoren sowie der Führung und Vernetzung an. Deshalb will die Armee für 30 Millionen Franken weltraumgestützte Fähigkeiten aufbauen. Für 100 Millionen Franken sollen die Möglichkeiten zur Mitnutzung ziviler Datennetze erweitert werden.

Mehr Mittel brauche es auch bei der elektronischen Kriegsführung im Cyberraum und dem elektromagnetischen Raum. Hier beantragt Bundesrat Pfister 204 Millionen Franken.
Nicht zuletzt sollen in sämtlichen Truppengattungen die Armeeangehörigen mit neuen Pistolen ausgerüstet werden. Für 50 Millionen Franken und «zum persönlichen Eigenschutz».
Eine halbe Milliarde für Infrastruktur
Die Instandsetzung einer Kaverne für Flugzeuge, Schallschutzmassnahmen sowie «verschiedene Ausbauten» beantragt der Bundesrat im Immobilienprogramm. Weitere bauliche Massnahmen dienen der sicheren und krisenresistenten Telekommunikation.

Auch die F-35A-Kampfjets tauchen hier wieder auf: Für 89 Millionen Franken sollen bauliche Massnahmen im Zusammenhang mit der Kampfjet-Beschaffung finanziert werden. Insgesamt beantragt der Bundesrat mit dem Immobilienprogramm 562 Millionen Franken.












