Berner SVP-Regierungsrat versteht Bundesrat nicht mehr

    Karin Aebischer
    Karin Aebischer

    Bern,

    Der Berner Pierre Alain Schnegg war einst klarer Befürworter des bundesrätlichen Corona-Kurses. Nun zeigt er grosses Unverständnis für die neusten Beschlüsse.

    Pierre Alain Schnegg
    Der Berner SVP-Regierungsrat Pierre Alain Schnegg kritisiert die Impf-Organisation. - Keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Der Berner Regierungsrat Schnegg kritisiert das Konsultationsverfahren des Bundesrats.
    • Es sei hektisch und man erhalte den Eindruck, die Kantone würden gar nicht berücksichtigt.
    • Schnegg fordert vom Bundesrat ein gemeinsames Planen mit den Kantonen.

    Er hatte im Herbst im Alleingang die 1000er-Grenze bei Sportveranstaltungen wieder eingeführt. Seither ist der Berner Gesundheitsdirektor Pierre Alain Schnegg in der ganzen Schweiz bekannt.

    Pierre-Alain Schnegg Coronavirus
    Der Berner Gesundheitsminister Pierre-Alain Schnegg (hier beim Besuch eines Impfzentrums in Burgdorf BE) öffnet die Impftermine für die Jungen. - Keystone

    Einst klarer Befürworter der Corona-Strategie des Bundesrats, zeigt er sich nun enttäuscht von den jüngsten Entscheiden der Regierung. «Langsam verstehe ich den Bundesrat nicht mehr», sagt er gegenüber der «NZZ».

    Schnegg kritisiert, dass der Bundesrat zu wenig vorbereitet sei auf die Zeit, die «hoffentlich» Ende April eintreffe, wenn alle Risikopersonen geimpft seien. «Es ist tragisch, aber offenbar hat der Bundesrat noch immer keinen mittel- und langfristigen Plan», wird Schnegg von der Zeitung zitiert.

    Berset
    Schnegg kritisiert, Bundesrat Alain Berset und seine Kolleginnen und Kollegen würden die Kantone zu wenig ernst nehmen. - Keystone

    Die Konsultationen der Kantone seien hektisch und man habe den Eindruck, dass der Bundesrat den Kantonen keine allzu grosse Beachtung schenke. Dabei müsste die Regierung in den Augen des SVP-Politikers gerade jetzt viel stärker zusammen mit den Kantonen planen und handeln.

    Berner gegen R-Wert als Richtzahl

    Pierre Alain Schnegg ist zudem dagegen, dass der R-Wert Teil des neuen 3-Phasen-Modell des Bundes ist. Die Zahl sei nicht zweckmässig, sondern gefährde das Vertrauen, weil sie schon oft nachträglich geändert werden musste.

    Der Berner wünscht sich ein nationales System zur Erfassung von Kontaktdaten in Restaurants und Clubs, wie er der «NZZ» sagt. Damit könnten die Kantone das Contact-Tracing klar schneller durchführen.

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