Oliver Pocher

    Wegen Daniel Küblböck: Oliver Pocher gerät in Kritik

    Samantha Reimer
    Samantha Reimer

    Deutschland,

    Das Leben von Daniel Küblböck alias Lana Kaiser sorgt für Diskussionen. Die neue Doku entlarvt alte Wunden – und Oliver Pocher steht in der Kritik.

    Daniel Küblböck
    Küblböck wurde geliebt, aber dem Star schlug auch viel Hass entgegen. (Archivbild) - dpa

    Lana Kaiser, ehemals Daniel Küblböck, wurde Anfang der 2000er mit «Deutschland sucht den Superstar» berühmt. Küblböck war jung, selbstbewusst und präsentierte sich früh als queere Person.

    Ihre Auftritte brachen damalige Rollenbilder im deutschen Fernsehen, wie es der «NDR» berichtet.

    Schon mit siebzehn stand sie für Vielfalt und provozierte mit mutigem Stil. Doch ihr Erfolg brachte auch Spott, besonders von Promis wie Oliver Pocher, wie der «BR» weiter berichtet.

    Doku rollt queere Geschichte neu auf

    Die neue dreiteilige Dokureihe «Die Küblböck-Story – Eure Lana Kaiser» beleuchtet das Leben der Sängerin. Zum ersten Mal wird auch ihre späte Coming-out-Phase als trans Frau im Mittelpunkt dargestellt.

    Freundinnen, Ex-Partner und Familienmitglieder kommen laut dem «Kurier» zu Wort, alte Videomitschnitte verdeutlichen den mediengeprägten Druck. In Interviews spricht Lana offen: «Ich fühle mich nicht männlich. Ich fühle mich nicht weiblich.»

    Daniel Küblböck
    Daniel Küblböck verschwand 2018 von einem Kreuzfahrtschiff und wurde 2021 für tot erklärt. (Archivbild) - dpa

    Ihre Aussage bleibt laut «radiolippe.de». als Statement gegen Schubladendenken hängen.

    Pocher steht unter Druck

    Dabei werden auch Spässe auf Lana Kaisers Kosten in der Doku thematisiert. Besonders heftige Kritik trifft Oliver Pocher.

    Mit Perücke imitierte er den damals 17-jährigen Küblböck und nutzte dabei homophobe Klischees. Während Pocher sich damals als Küblböck verkleidete, bezeichnete er in einer Szene zudem Alexander Klaws als «die wahre Schwu**tel».

    Findest du, Oliver Pocher geht mit seinem Humor manchmal zu weit?

    In der heutigen Rückschau empören sich viele Zuschauer über diese Art von Humor, wie die «Heute» berichtet. Ex-DSDS-Kandidatin Gracia Baur kritisiert öffentlich: «Es war nicht lustig, es war ein Witz auf Kosten eines anderen.»

    Breitere Debatte um Verantwortung

    Die Doku wirft grundlegende Fragen zum Umgang mit queeren Persönlichkeiten im deutschen Showbusiness auf. Während in anderen Ländern Rücktritte nach Skandalen üblich sind, blieb Kritik hier oft folgenlos.

    Viele Weggefährten hoffen, dass Lana Kaiser als Pionierin queerer Sichtbarkeit endlich respektvoll gewürdigt wird. So berichtet es weiter die «Süddeutsche Zeitung».

    Kommentare

    User #445 (nicht angemeldet)

    Daniel Küblböck konnte sich selbst nicht leiden. Auf der Aida hatte er etwas mutiges getan.

    User #4613 (nicht angemeldet)

    Ich finde es zwar richtig, nichts Schlechtes über Leute zu verbreiten, die sich nicht mehr dagegen wehren können, aber genauso falsch finde ich es auch, eine Person nachträglich “schönzufärben” und sie so zu jemandem zu machen, die sie womöglich auch nicht war.

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