Xavier Naidoo

    Umstrittener Sänger: Xavier Naidoo gibt Comeback nach sechs Jahren

    Aline Klötzli
    Aline Klötzli

    Deutschland,

    Mit abstrusen Verschwörungstheorien sorgte Xavier Naidoo in den vergangenen Jahren für ordentlich Schlagzeilen. Jetzt steht er wieder auf der Bühne.

    Xavier Naidoo
    Xavier Naidoo während seines Comeback-Konzerts am 16. Dezember in Köln. - keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Trotz anhaltender Kritik wagt Xavier Naidoo sein Comeback.
    • In den vergangenen Jahren polarisierte der deutsche Sänger mit Verschwörungstheorien.
    • Zweimal hintereinander trat er nun in Köln auf. Im Januar geht die Tour weiter.

    Am Dienstagabend war es so weit: Nach sechs Jahren spielte Xavier Naidoo (54) das erste seiner zwei Comeback-Konzerte. Der umstrittene Sänger trat in der Lanxess-Arena in Köln (D) auf.

    Gemäss Angaben des Veranstalters war das Event ausverkauft. 16'000 Menschen waren demnach dabei, als Naidoo nach jahrelanger Pause wieder auf der Bühne stand.

    Nur einen Tag später, am gestrigen Mittwoch, trat er ein zweites Mal auf. Ebenfalls vor vollem Haus, wie RTL berichtet.

    Xavier Naidoo
    Xavier Naidoo gibt nach sechs Jahren wieder ein Konzert. - keystone

    Der Musiker performte zahlreiche seiner frühen Klassiker, darunter «Dieser Weg» oder «Und wenn ein Lied».

    Im Verlaufe des Abends soll er sich zudem mehrmals beim Publikum bedankt haben. «Wegen Euch bin ich hier!», rief er und bezeichnete sich scherzend als «Frührentner».

    Xavier Naidoo aus «DSDS»-Jury geworfen

    Doch wer den Weg von Xavier Naidoo in den vergangenen Jahren verfolgt hat, der weiss: Der 54-Jährige ist nicht nur freiwillig von der Bildfläche verschwunden. Nein, stattdessen geriet er aufgrund von Antisemitismus- und Rassismus-Vorwürfen zunehmend in Kritik.

    So verbreitete er etwa Verschwörungstheorien der QAnon-Bewegung. Im Jahr 2020 wurde Xavier Naidoo darum aus der Jury der beliebten Castingshow «Deutschland sucht den Superstar» (DSDS) geworfen.

    Xavier Naidoo entschuldigte sich vor drei Jahren in einer Video-Botschaft.

    Im selben Jahr sorgte er auch mit Aussagen zur Corona-Pandemie für Aufsehen. Unter anderem bezeichnete er die Covid-Impfung als «Gift» und zweifelte auch an der Echtheit des Virus.

    2022 folgte schliesslich die grosse Entschuldigung. In einem Video-Statement erklärte Naidoo, dass er sich auf der Suche nach der Wahrheit «letztlich verrannt» habe. «Ich war von Verschwörungserzählungen geblendet und habe sie nicht genug hinterfragt.» Dabei habe er sich «vom Bezug zur Realität entfernt», reflektierte der Musiker.

    «Problematisch»: Comeback sorgt auch für Kritik

    Dass er nun aber sein Comeback wagt, sorgt auch für Kritik. Vor allem, weil am Landgericht Mannheim weiterhin zwei Verfahren wegen Volksverhetzung gegen Naidoo anhängig sind. Seine Anwälte bestreiten die Vorwürfe zwar.

    Was sagt du zu Xavier Naidoos Comeback?

    Doch für die Synagogen-Gemeinde Köln steht fest: «Gerade in einer Zeit zunehmender antisemitischer Vorfälle ist es problematisch, Herrn Naidoo eine Bühne zu bieten», heisst es gegenüber der dpa.

    Es gehe hierbei nicht um eine Einschränkung von Kunstfreiheit. «Sondern um das klare Bekenntnis zu einer demokratischen Grundhaltung, die Antisemitismus keinen Platz lässt.»

    Veranstalter nimmt Naidoo in Schutz

    Der Veranstalter Marek Lieberberg hingegen stärkt Xavier Naidoo den Rücken. «Sein eindeutiges öffentliches Bekenntnis und die begründete Entschuldigung belegen die Ernsthaftigkeit seiner Selbstkritik.»

    Xavier Naidoo Schweiz
    Xavier Naidoo trat auch schon in der Schweiz auf. Hier beim Blue Balls Festival in Luzern 2017. (Archivbild) - keystone

    Ob Xavier Naidoo aber wirklich eine weitere Chance bekommt und ihm die Menschen verzeihen wird, bleibt abzuwarten.

    Für den Sänger selbst steht jedenfalls fest, dass er seine musikalische Karriere wieder ankurbeln möchte. Nach den Comeback-Auftritten in Köln soll es im Januar mit der Tour weitergehen.

    Kommentare

    User #2870 (nicht angemeldet)

    Kindlifresser,schlimmer geht nicht🤦🤦‍♀️🤦

    User #3818 (nicht angemeldet)

    für mich immer noch unverständlich, dass man ihn für seine Meinung dermassen abgestraft hat. Warum darf man heute nur noch das sagen, was der Mainstream verlangt? Wir sind individuell und haben andere Ansichten. Die muss ich ja nicht teilen? Traurig... wir enden mal noch wie China...

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