Marius Borg Høiby: So lief der erste Prozesstag
Ab heute steht Marius Borg Høiby vor Gericht. Zu den 38 Anklagepunkten gehört auch Vergewaltigung. Im Ticker bleibst du auf dem Laufenden.

Das Wichtigste in Kürze
- Marius Borg Høiby, der Sohn von Norwegens Kronprinzessin Mette-Marit steht vor Gericht.
- Er ist in 38 Punkten angeklagt, darunter wegen Vergewaltigung und Körperverletzung.
- Am Sonntag wurde er erneut festgenommen, aktuell sitzt er in U-Haft.
Der erste Prozesstag gegen Marius Borg Høiby (29) ist vorbei. Vor dem Gericht in Oslo wurden zunächst alle 38 Anklagepunkte verlesen – darunter Vergewaltigung, sexueller Missbrauch, Gewalt in engen Beziehungen, Körperverletzung, Sachbeschädigung sowie Drogen-, Verkehrs- und Kontaktverbot-Delikte.
Høiby weist zentrale Vorwürfe zurück, räumt aber bei einzelnen Punkten Schuld ein oder gesteht sie teilweise. Am Nachmittag sagte ein mutmassliches Opfer unter Ausschluss der Öffentlichkeit aus, zudem wurden Videoaufnahmen gezeigt. Alle Details und Updates zum Tag kannst du im Newsticker unten nachlesen.
2024 kamen die ersten Vorwürfe ans Licht, die Zahl stieg in der Folge stetig. Im Sommer vor zwei Jahren gab Marius zu, unter Drogeneinfluss gegenüber seiner damaligen Freundin gewalttätig geworden zu sein.

Kurz vor Prozessbeginn wurde Marius am Sonntag wegen körperlicher Übergriffe und Drohungen mit einem Messer erneut festgenommen. Deswegen muss er für mindestens vier Wochen in Untersuchungshaft.
Mit dem Ticker von Nau.ch bleibst du auf dem Laufenden.
15.45: Der erste Prozesstag ist vorbei
15.00: Mutmassliches Opfer bricht in Tränen aus
Die Medien müssen den Gerichtssaal verlassen, die Details stammen nun aus Berichten der norwegischen Zeitung «VG». Eines der mutmasslichen Opfer sagt hinter verschlossenen Türen aus und versichert «auf Ehrenwort und Gewissen», die Wahrheit zu sagen.
Während sie spricht, muss auch Marius Borg Høiby den Saal verlassen und verfolgt ihre Aussage aus einem anderen Zimmer. Die Frau schildert, sie habe Høiby im Dezember 2018 in einem Nachtklub in Oslo getroffen, ein romantisches Verhältnis habe es nicht gegeben. Später kam es zur Party im Keller von Schloss Skaugum, wo laut ihrer Darstellung viel Alkohol konsumiert und Flaschendrehen gespielt wurde. «Alles war zufällig, nichts war geplant», sagt sie und bricht dabei in Tränen aus.
14.15: Verteidigung setzt auf «keine Absicht»
Vor Gericht argumentiert Marius Borg Høibys Anwältin Ellen Holager Andenæs, ihr Mandant habe nicht gewusst, dass die mutmasslichen Opfer schliefen oder sich nicht wehren konnten, als es zu den Berührungen und Filmaufnahmen kam.
Wenn er das nicht erkannt habe, müsse er freigesprochen werden, so die Verteidigung. Andenæs sagt zudem, niemand werde der Lüge beschuldigt, betont aber, alle Frauen hätten zuvor freiwillig Sex mit Høiby gehabt.
Sie spricht von einem Umfeld mit viel Alkohol und Drogen wie Kokain, in dem Sex «eine grosse Rolle» spiele. Während sie emotional vorträgt, sitzt Høiby daneben, kaut Kaugummi und wirkt unruhig.
13.30: Teilgeständnisse, neue Beweise und Geldforderungen
Im Prozess legt die Staatsanwaltschaft weitere Beweise vor und kündigt unter anderem kurze Filmclips von 2018 an, die auf Datenträgern von Marius Borg Høiby gefunden worden sein sollen.
Zudem geht es um den Fall der sogenannten «Frogner-Frau» aus Oslo, die er laut Anklage ohne Einverständnis fotografiert und gefilmt haben soll. In einem Vorfall soll er sie als «verdammte Hure» beschimpft haben. Der Staatsanwalt Sturla Henriksbø sagt zu den Vorfällen vom Wochenende, es sei «zu früh», um zu beurteilen, ob diese noch in den Prozess einfliessen.
Bei der Abfrage der Anklagepunkte bekennt sich Høiby insgesamt sechsmal schuldig, unter anderem bei einem Fall von sexuell übergriffigem Verhalten sowie bei Verkehrs und Drogendelikten und einem Verstoss gegen eine einstweilige Verfügung. Bei weiteren Vorwürfen räumt er die Schuld nur teilweise ein, schwere Vorwürfe wie Vergewaltigung und Missbrauch in engen Beziehungen weist er zurück.
Anwalt John Christian Elden, der drei der sechs mutmasslichen Opfer vertritt, fordert Schadenersatz sowie Entschädigung für Verdienstausfall.
12.45: Vater Morten Borg bricht etwas sein Schweigen
Kurz vor Prozessstart in Oslo meldete sich Marius Borg Høibys leiblicher Vater Morten Borg im Zusammenhang mit der «Expressen»-Doku «The Truth About the Bonus Prince» zu Wort. Viel sagt er nicht: «Ich habe nichts zu sagen», erklärt er gegenüber Medien, auch zur Frage, ob er den Prozess besucht, gibt es von ihm kein Statement. Morten Borg steht selbst in der Vergangenheit wegen Drogendelikten vor Gericht und wird damals zu einer Gefängnisstrafe verurteilt.
11.40: Kurze Pause, dann geht es um die erste mutmassliche Vergewaltigung
Nach rund 15 Minuten Pause geht der Prozess weiter, Marius Borg Høiby kehrt in den Gerichtssaal zurück. Er trägt nun ein weisses Hemd und darüber einen dunkelgrauen Pullover. Danach befasst sich das Gericht mit der ersten mutmasslichen Vergewaltigung vom 20. Dezember 2018. Im Saal wird rekonstruiert, dass in den frühen Morgenstunden eine Party im Keller von Schloss Skaugum stattfand, mit viel Alkohol und Flaschendrehen. Zudem zeigt das Gericht Aufnahmen, die den Vorfall dokumentieren sollen.
11.00: Alle Anklagepunkte verlesen
In Oslo sind alle 38 Anklagepunkte gegen Marius Borg Høiby verlesen worden. Es geht unter anderem um Vorwürfe wie Vergewaltigung und sexuellen Missbrauch, häusliche Gewalt, Sachbeschädigung sowie Drogen- und Verkehrsdelikte und einen mutmasslichen Verstoss gegen ein Kontaktverbot. Nach der Verlesung wurde im Amtsgericht eine kurze Pause eingelegt. Der Staatsanwalt betonte dabei, Borg Høiby müsse trotz seiner Verbindung zur Königsfamilie «wie jeder andere» behandelt werden. Der Anwalt Patrick Lundevall-Unger sagte zu «Bild», die Staatsanwaltschaft sei sehr detailliert vorbereitet und lege bereits viele Hinweise auf Beweise vor.
10.25: Im Prozess gegen Marius Borg Høiby geht es um mehrere Vorwürfe
Angeklagt sind fünf Fälle von rücksichtlosem Verhalten rund um eine Nacht im Oslo, unter anderem im Club «Michaels» und später in einer Wohnung im Stadtteil Frogner, dazu kommt der Vorwurf schwerer Körperverletzung durch wiederholtes Würgen am 4. August 2024. In diesen Punkten räumt er seine Schuld teilweise ein. Einen Vorwurf wegen Missbrauchs in engen Beziehungen gegen seine frühere Partnerin Nora Haukland weist er zurück und bekennt sich nicht schuldig. Auch bei zwei Anklagepunkten wegen Vergewaltigung ohne Geschlechtsverkehr, einmal am 20. Dezember 2018 auf Gut Skaugum und einmal am 2. November 2024 in einem Hotel, plädiert er auf nicht schuldig.
10.00: Marius Borg Høiby bekennt sich vor Gericht als nicht schuldig
Ihm wird unter anderem eine Vergewaltigung ohne Geschlechtsverkehr vorgeworfen, die sich laut Anklage an einer Party auf Gut Skaugum am 20. Dezember 2018 ereignet haben soll. Zudem steht der Vorwurf im Raum, er habe in der Nacht auf Sonntag, 8. Oktober 2023, auf den Lofoten eine Frau während des Geschlechtsverkehrs vergewaltigt. In beiden Fällen heisst es in der Anklageschrift, die Frau sei wegen Schlaf und oder Trunkenheit nicht in der Lage gewesen, sich zu wehren. Auf die Frage, ob er die Vorwürfe anerkennt, antwortete Høiby jeweils mit Nein.
09.30: Prozess hat begonnen
Die Verhandlung beginnt. Überraschung; Marius erscheint am ersten Tag bereits vor Gericht.
08.30: Marius Borg Høiby befindet sich seit Sonntag im Spital
Das meldet die Nachrichtenagentur NTB. Am Montagabend wurde der 29-Jährige dort untersucht und erhielt Besuch von Kronprinzessin Mette-Marit, Kronprinz Haakon und Prinzessin Ingrid Alexandra, wie Bilder der Nachrichtenseite Verdens Gang zeigen.
03.00: Anwalt spricht von «niederschmetterndem Zeichen»
Der norwegische Anwalt Patrick Lundevall-Unger bezeichnet die erneute Verhaftung von Marius gegenüber «Bunte» als «Bombe» und als «gravierend». Vor allem der Vorwurf, erneut gegen das Besuchsverbot verstossen zu haben, wiege schwer.
Mit seinem Verhalten sende Marius ein «niederschmetterndes Zeichen» an Anwälte und Richter. Niemand habe damit rechnen können.
Ellen Holager Andenæs, die Anwältin von Marius, verzichtet gegenüber norwegischen Medien darauf, sich zur Festnahme und U-Haft zu äussern. «Ich gebe dazu keinen Kommentar ab», sagte sie bloss.















