Andrew hat Palast wohl in «Bordell» verwandelt

Aline Klötzli
Aline Klötzli

Grossbritannien,

Andrew soll junge Frauen in den Buckingham-Palast eingeladen haben. Genau das könnte ihm nun zum Verhängnis werden, wie ein Strafverteidiger erklärt.

Andrew
Wird Andrew bald strafrechtlich verfolgt? Die Forderungen werden lauter. - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Erneut sorgen Bilder von Andrew für Schlagzeilen.
  • Diese wurden offenbar während seines Handelsbesuchs in China aufgenommen.
  • Ein Strafverteidiger erklärt nun, was dem Ex-Prinzen drohen könnte.

Die Luft wird dünner!

Ex-Prinz Andrew (65) gerät zunehmend unter Druck. Erst vor kurzem veröffentlichte das US-Justizministerium zahlreiche neue Epstein-Akten. Seither tauchen immer wieder neue Bilder von ihm auf.

Fotos zeigen den früheren Herzog von York nun bei einem Treffen mit einer unbekannten Frau in China.

Andrew
Andrew auf einer Bambus-Bootsfahrt mit einer unbekannten Frau. - DOJ

Brisant: Die Aufnahmen entstanden laut dem «Mirror» während einer vom Steuerzahler finanzierten Reise im Jahr 2010. Andrew hielt sich damals wegen eines Handelsbesuchs in China auf.

Andrew sitzt mit jungem Model am Tisch

Auf weiteren Bildern ist er beim Znacht in Peking zu sehen. Auch dort sitzt eine junge Frau mit am Tisch. Dabei soll es sich um das Model Miya Muqi handeln, die damals 23 Jahre alt war.

Es ist nicht das erste Mal, dass Fotos von Andrew aus den Epstein-Dokumenten an die Öffentlichkeit gelangen. Erst kürzlich sorgten auch diese schockierenden Aufnahmen für Schlagzeilen: Andrew auf allen Vieren am Boden über einer Frau.

Im Nachhinein stellte sich heraus, dass es sich bei der Unbekannten wohl um ein Sexhandel-Opfer handelt.

Für den Lieblingssohn von Queen Elizabeth (†96) sieht es nicht gut aus. Die veröffentlichten Epstein-Files legen nahe, dass er Frauen in den Buckingham-Palast geschleust hat. Wie Angestellte berichten, hatte er dafür sogar ein Codewort.

«Mrs. Windsor trifft in Kürze ein», soll Andrew jeweils gesagt haben.

Darum könnte gegen Andrew ermittelt werden

Laut dem britischen Ex-Premierminister Gordon Brown soll mindestens eine der Frauen mit dem «Lolita Express» eingeflogen worden sein. Dabei handelt es sich um den Privatjet des verstorbenen Sexualstraftäters Jeffrey Epstein (†66).

Landet Andrew irgendwann noch vor Gericht?

Wegen seiner Verwicklung in den Skandal wurden Andrew bereits sämtliche Titel entzogen. Zuletzt sogar der Prinzentitel.

Doch laut Marcus Johnstone, einem führenden Strafverteidiger, der sich auf Sexualdelikte spezialisiert hat, könnten ihm nun weitere Konsequenzen drohen.

prinz andrew mountbatten windsor
Prinz Andrew lacht auf dem Schoss von fünf leicht bekleideten Frauen. Hinter ihm grinst Epstein-Zuhälterin Ghislaine Maxwell. - DOJ

Gegenüber der «Daily Mail» erklärt er, dass gegen Andrew ermittelt werden könnte. Warum? Der Bruder von König Charles (77) gewährte Opfern von Menschenhandel Zugang zum Buckingham-Palast.

Die Polizei werde nach Beweisen suchen, die belegen, dass er «ihre Ausbeutung wissentlich ermöglicht hat», erklärt Johnstone.

Königlicher Palast als Bordell genutzt?

«Andrew könnte theoretisch wegen einer Vielzahl mutmasslicher Sexualdelikte angeklagt werden. Darunter Menschenhandel zum Zweck der sexuellen Ausbeutung, sexuelle Ausbeutung oder sogar Verstösse gegen das Prostitutionsgesetz. Vieles hängt jedoch davon ab, was er wusste und was ihm zweifelsfrei nachgewiesen werden kann», so der Strafverteidiger.

Andrew Queen
Andrew galt lange als der Lieblingssohn der Queen. - keystone

Und weiter meint er: «Es ist vielleicht nicht einmal völlig ausgeschlossen, dass ein königlicher Palast als Bordell genutzt wurde. Aber dies zu beweisen, ist eine weitaus schwierigere Aufgabe.»

Strafrechtliche Verfolgung wohl eher in USA

Daneben könnte die Polizei auch wegen des Verdachts auf Amtsmissbrauch während seiner Zeit als britischer Handelsgesandter ermitteln. Denn die Epstein-Akten belegen, dass Andrew vertrauliche Informationen weitergegeben hat.

Allerdings: Sollte der Ex-Prinz strafrechtlich verfolgt werden, so passiere das laut Johnstone höchstwahrscheinlich in den USA.

Prinz Andrew
Ex-Prinz Andrew und der verstorbene Sexualstraftäter Jeffrey Epstein waren enge Freunde. - X / @gobnewsportal

«Die amerikanischen Behörden könnten über das Innenministerium einen regulären Auslieferungsantrag stellen», erklärt er.

Andrew wäre dann zur Reise in die USA verpflichtet, falls ein englisches Gericht diesem Antrag stattgibt.

Bislang wurde der 65-Jährige jedoch nicht befragt. Sowieso bestritt er bezüglich des Epstein-Skandals jegliches Fehlverhalten.

Kommentare

User #4367 (nicht angemeldet)

Die Millionen von Akten sind noch nicht vollständig ausgewertet, daher kommen wöchentlich neue Details ans Licht. Diese Woche lachte ganz Frankreich über Epsteins Kommentar zu einem Foto von Emmanuel Macrons Freund.

User #4367 (nicht angemeldet)

Andrew ist ja gut und recht, aber für wen genau hat Epstein gearbeitet?

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