Jimmy Kimmel

    Fallon und Colbert verteidigen Jimmy Kimmel – und warnen vor Zensur

    Cheri Reinhardt
    Cheri Reinhardt, Keystone-SDA

    USA,

    Nach der Absetzung von Jimmy Kimmel melden sich seine Talkshow-Kollegen Jimmy Fallon und Stephen Colbert – und warnen vor Zensur.

    Jimmy Kimmel
    Stephen Colbert (l.) und Jimmy Fallon (M.) zeigen sich in ihren Shows solidarisch zu Jimmy Kimmel (r.). - instagram/keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Der Talkmaster Jimmy Kimmel wurde mit seiner Show abgesetzt.
    • Show-Kollegen zeigen sich solidarisch. So inszeniert Jimmy Fallon Selbstzensur.
    • Stephen Colbert spricht von offensichtlicher Zensur.
    • Gewerkschaften und Demonstrierende fordern Kimmels Rückkehr.

    Die Late-Night-Welt steht Kopf: Nach der Absetzung von Jimmy Kimmel (57) äussern sich seine Show-Kollegen und nehmen Stellung.

    Jimmy Fallon (51), Gastgeber der «Tonight Show», wirkt sichtlich verwirrt. «Alle fragen sich: Was zum Teufel passiert hier?», sagt er in seiner Sendung.

    Fallons Vater schickte 100 Textnachrichten

    «Heute Morgen wachte ich mit 100 Textnachrichten meines Vaters auf», erzählt Fallon. Er schrieb: «Es tut mir leid, dass sie deine Show abgesagt haben. Und ich sagte: Das bin nicht ich! Das ist Jimmy Kimmel!»

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    Jimmy Fallon äussert sich zum Show-Aus von Late-Night-Kollege Jimmy Kimmel. - Instagram / @fallontonight

    «Ehrlich gesagt, ich weiss nicht, was los ist, niemand weiss es. Aber ich kenne Jimmy Kimmel. Er ist ein anständiger, lustiger und liebevoller Typ. Ich hoffe, er kommt zurück», so Fallon.

    Mit Zensur zur Zensur

    Anschliessend spielte der Talkmaster mit dem Thema Medienzensur: Bei jedem Satz über Donald Trump wurde er, während er sprach, von einer anderen Stimme überdeckt. Eine überzeichnete Satire auf politische Einflüsse.

    Solidarität auch von Stephen Colbert

    Auch Stephen Colbert (61) spricht in seiner Show von «offensichtlicher Zensur.» «Mit einem Autokraten darf man keinen Zentimeter nachgeben», sagt er und fügt hinzu: «Jimmy, ich stehe zu 100 Prozent hinter dir und deinem Team.»

    Colbert witzelte dann: «Die tun so, als wäre ich schon weg – dabei bin ich noch da!»

    Im Juli hatte der US-Sender CBS das Ende von Colberts «Late Show» verkündet. Das für Mai 2026 angekündigte Aus hatte Empörung ausgelöst. Denn Colbert gilt als Kritiker von Donald Trump und viele Branchenkenner vermuteten, dass CBS aus Rücksicht auf den US-Präsidenten gehandelt habe.

    Auch Jon Stewart reagiert auf Kimmel-Aus

    Man habe eine «regierungskonforme Sendung» zusammengestellt, sagte Moderator Jon Stewart (62) zu Beginn einer Sondersendung seiner «Daily Show».

    Jon Stewart
    Auch Jon Stewart ist auf Kimmels Seite. - keystone

    Während der Sendung zollte Stewart Trump satirisch wiederholt Respekt – immer wieder nannte er den Präsidenten «Lordschaft» und «Vater». In der Sendung spielte Stewart auch auf «eine beispiellose Machtkonsolidierung» und «Einschüchterung» seitens der US-Regierung an.

    Kimmel in der Öffentlichkeit: angespannt, aber gefasst

    Am Donnerstag wurde Jimmy Kimmel erstmals seit dem Vorfall öffentlich gesehen. In Century City, einem Geschäftsviertel in Los Angeles, fotografierten ihn Paparazzi am Steuer seines Audi.

    Während Kimmel für die Kameras lächelte, zeigen andere Aufnahmen, wie er sich den Kopf in die Hände stützt. Medienberichten zufolge wurden die Bilder vor einem Gebäude aufgenommen, in dem mehrere Kanzleien untergebracht sind.

    Sollte Jimmy Kimmel wieder auf Sendung dürfen?

    Am Vortag hatte man bereits sein Produktionsteam beim Abbau der Studioausstattung von «Jimmy Kimmel Live!» gesehen. Die Zukunft der Sendung ist unklar.

    Demonstrationen für Kimmel

    Noch am Tag der Absetzung demonstrierten Menschen in Hollywood mit Schildern wie «Justice for Kimmel» und «We love Jimmy Kimmel».

    Jimmy Kimmel
    Demonstration in Los Angeles für Jimmy Kimmel. - keystone

    Auch Gewerkschaften meldeten sich zu Wort: «Unsere Gesellschaft lebt von Meinungsfreiheit. Diese Entscheidung gefährdet alle unsere Freiheiten», hiess es.

    Monolog von Jimmy Kimmel löst politische Wellen aus

    Der rechte Aktivist Charlie Kirk wurde am 10. September bei einer Diskussion an der Utah Valley University erschossen.

    In seiner Show am darauffolgenden Montag sagte Jimmy Kimmel: «Die MAGA-Gang versucht verzweifelt, diesen Jungen, der Charlie Kirk ermordet hat, als etwas anderes als einen von ihnen darzustellen. Sie tun alles Mögliche, um politische Punkte daraus zu machen.»

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    Jimmy Kimmel macht sich in seiner TV-Show über US-Präsident Donald Trump lustig und erwähnt Charlie Kirk. Das war offenbar zu viel für den Sender ABC. - CNN

    Kimmel kritisierte auch Donald Trump für dessen Reaktion auf den Mord: «So trauert kein Erwachsener um einen Freund. So trauert ein Vierjähriger um einen Goldfisch.»

    Der mutmassliche Täter ist der 22-jährige Tyler Robinson, der aus einem streng republikanischen Haushalt stammt. Er lebte mit seinem trans Partner zusammen. Verwandte berichten, er sei in letzter Zeit politischer geworden.

    Sender reagiert – Show wird gestoppt

    ABC nahm Jimmy Kimmel Live!» am 17. September nach Beschwerden der konservativen Nexstar Media Group und politischem Druck mit sofortiger Wirkung aus dem Programm.

    Kommentare

    Beat

    die linken zensuristen klagen über zensur sobald das pendel zurückschwingt... selten so gelacht...

    User #5567 (nicht angemeldet)

    Es sollte einmal genauer durchleuchtet werden, welche Medien in Europa mit der Politik verbunden sind, dann wird das Thema Kimmel zum Witz. Will wohl keiner genauer wissen.

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