Deepfake-Skandal: Collien rechnet nicht mit Gerechtigkeit
Collien Fernandes hat sich erstmals wieder öffentlich gezeigt. Dabei sprach sie über digitale Gewalt und zog ein bitteres Fazit.

Das Wichtigste in Kürze
- Collien Fernandes zeigte sich beim Deutschen Filmpreis in Berlin.
- Es war ihr erster öffentlicher Auftritt seit ihrer Anzeige.
- Sie sprach offen über digitale Gewalt und fehlende Gerechtigkeit.
Niemand hatte mit ihr gerechnet. Am Freitagabend schritt Collien Fernandes (44) über den roten Teppich der Deutschen Filmpreisverleihung in Berlin. Obwohl ihr Name gar nicht auf der Gästeliste stand.
Es war ihr erster öffentlicher Auftritt seit März. Damals hatte die Moderatorin und Schauspielerin im «Spiegel» schwere Vorwürfe gegen ihren Ex-Mann Christian Ulmen (50) erhoben. Zudem erstattete sie Strafanzeige wegen digitaler Gewalt.
Kolleginnen und Kollegen stützten sie in schwieriger Zeit
Im Interview mit RTL sprach Fernandes über die Unterstützung aus ihrer Branche: «Es bedeutet mir tatsächlich total viel. Weil es so anstrengend ist, baut einen das wirklich auf.» Kolleginnen hätten sie in den Arm genommen und ihr gesagt, sie fänden es toll, dass sie das mache.

Offen redete sie auch über das vergangene Jahr: «Ich bin froh, dass mein Kampfmodus zurück ist, weil ich das ein Jahr nicht hatte.» Menschen aus ihrem Umfeld hätten ihr geholfen, wieder zu sich selbst zu finden.
«Viele haben eine Fakten-Allergie»
Kritik übte sie an der öffentlichen Debatte um ihre Person. «Was ich erstaunlich finde, ist, wie viele Menschen von etwas überzeugt sind, was gar nicht den Fakten entspricht.»
Gegenüber «Bunte.de» machte Fernandes klar, dass ihr Anliegen grundsätzlicher Natur sei.
Digitale Gewalt werde noch immer verharmlost. «Wenn vermeintlich ich solche Sachen in der Branche herumschicke, dann bringt mich das in eine Gefahrensituation. Das ist eben wichtig, den Menschen klarzumachen, dass das Digitale ins Reale überschwappt.»
Ihr bitteres Fazit
Trotzdem zieht Fernandes eine nüchterne Bilanz: «Ich finde es traurig, dass ich keine Gerechtigkeit erfahren werde, was meinen Fall angeht.» Den Gedanken, dass ihr Vorgehen künftigen Generationen helfen könnte, bezeichnet sie als wertvoll. «Die Kinder und die Kinder unserer Kinder werden es hoffentlich besser haben.»
Auf Christian Ulmen und dessen engen Freund Fahri Yardım (45) angesprochen sagte sie gegenüber RTL: «Ich würde ihm auf jeden Fall gerne mal Hallo sagen. Mal gucken, vielleicht rennt er auch weg vor mir.»
Der Fall Ulmen-Fernandes
Fernandes hatte im März im «Spiegel» schwere Vorwürfe gegen Ulmen erhoben. Es geht um mutmassliche digitale Gewalt. Dabei sollen unter anderem Inhalte in ihrem Namen verbreitet worden sein.
Ulmen weist die Vorwürfe zurück. Sein Anwalt sprach von «unwahren Tatsachen aufgrund einer einseitigen Schilderung». Nach der Anzeige wurden Vorermittlungen eingeleitet.
Wie das Verfahren weitergeht, ist offen. Für Christian Ulmen gilt die Unschuldsvermutung.















