Jetzt äussert sich Jens Spahn zur Leihmutterschaft

Etienne Sticher
Etienne Sticher

Deutschland,

Jens Spahn sagt, er habe vor der Leihmutterschaft lange mit sich gerungen. Er und sein Ehemann hätten schon lange den Wunsch gehabt, ein eigenes Kind zu haben.

jens spahn
Jens Spahn äussert sich nach der umstrittenen und viel kritisierten Leihmutterschaft. - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Jens Spahn äussert sich nach der Leihmutterschaft, die ihm viel Kritik einbrachte.
  • Er betont, dass es in Deutschland nicht verboten sei, so Eltern zu werden.
  • Er habe lange mit sich gerungen und sei bei dem Thema zerrissen gewesen.

Es müssen aufregende und auch anstrengende Tage gewesen sein für den CDU-Fraktionsvorsitzenden Jens Spahn: Er und sein Ehemann Daniel Funke wurden durch eine Leihmutterschaft in den USA Väter. Neben Gratulationen gibt es aber auch viel Kritik. Denn in Deutschland ist Leihmutterschaft verboten, Spahn selbst kämpfte in der Vergangenheit für das Verbot.

Jetzt hat sich der Politiker, der noch in den USA weilt, im «Bild»-Podcast von Paul Ronzheimer zum Thema geäussert. «Es ist einfach toll, es ist ein tolles Gefühl», sagt er darüber, endlich Vater zu sein. Schon lange hätten er und Daniel den Wunsch gehegt, ein Kind zu haben. «Und jetzt sind wir eine Familie.»

Sie hätten lange miteinander gerungen, wie sie ein eigenes Kind haben können. Auch über das Thema Leihmutterschaft habe er lange mit sich gerungen. «Ich bin lange zerrissen gewesen. Aber eben über dieses Ringen und sich mit dem Thema beschäftigen haben wir uns für diesen Weg entschieden.»

Es gebe manchmal kein Schwarz und Weiss, keine einfachen Entscheidungen. «Als Christ» kenne er es, dass «das eine die reine Lehre ist und das andere das echte Leben».

Jens Spahn sagt, er stelle sich der Debatte, die er ausgelöst hat. «Ich muss nur die Balance schaffen. Es ist und bleibt etwas sehr Privates.»

Ist es richtig, dass Leihmutterschaft verboten ist?

Er betont, was in Deutschland genau verboten ist: die Vermittlung einer Leihmutterschaft und die ärztliche Behandlung – «das ist das, was verboten ist. Eltern werden oder Leihmutter sein, steht nicht unter Strafe».

Auch wenn Jens Spahn nichts Illegales getan hat, gab es laute Kritik – vor allem aus seiner eigenen Partei. Erst im Februar – da war die Leihmutter bereits schwanger – bekräftigte die CDU am Parteitag ihre Haltung zu Leihmutterschaft. Im Nachhinein sagt Spahn, er hätte dort etwas tun sollen, etwas sagen sollen. Doch er sei noch nicht bereit gewesen, die Debatte zu führen.

CDU war auch gegen Ehe für alle

Es ist nicht die erste CDU-Haltung, die im Gegensatz zu Spahns Lebensweise steht: 2017 legalisierte Deutschland die gleichgeschlechtliche Ehe. Die CDU stimmte damals mehrheitlich dagegen. Spahn hingegen war für die Legalisierung – und heiratete wenige Monate nach Inkrafttreten des Gesetzes Daniel Funke.

Einige CDU-Vertreter haben in den letzten Tagen öffentlich den Rücktritt von Jens Spahn als Fraktionsvorsitzender gefordert. Der frischgebackene Vater sagt dazu: «Ich werde die Frage, wie es weitergeht, mit der Fraktion erörtern, wenn wir uns im September wiedersehen.» Er wolle weitermachen, die Fraktion entscheide aber über den Vorsitz.

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