Collien fordert «Gewaltfreiheit statt Grusskarten» zum Muttertag
Anlässlich des Muttertags macht Collien Fernandes erneut auf digitale Gewalt an Frauen aufmerksam. Die Schauspielerin fordert «Rechte statt Rosen».

Das Wichtigste in Kürze
- Collien Fernandes kämpft um verschärfte Gesetze gegen digitale Gewalt an Frauen.
- Für den Muttertag wünsche sie keine Geschenke oder Blumen, sondern Rechte.
- Für Donnerstag sind weitere Demonstrationen geplant. Auch von Männern, wie sie betont.
Der Fall Collien Fernandes hat nicht nur in Deutschland eine grosse Debatte über digitale Gewalt gegen Frauen und über gesetzliche Lücken angestossen. Den Muttertag nutzte die Schauspielerin, um erneut auf das gesellschaftliche Problem aufmerksam zu machen und sich für Veränderungen einzusetzen.
Konkret kritisiert sie das, was für den Muttertag typisch ist. Blumen, Geschenke, Glückwünsche. Fernandes hingegen wünscht sich für die Frauen, die an diesem Tag geehrt werden, nichts Materielles.
Stattdessen fordert sie: «Gewaltfreiheit statt Grusskarten! Bewusstsein statt Blumen! Rechte statt Rosen!»

Die 44-Jährige stellt auf Instagram klar: «Und wir werden erst ruhig sein, wenn es vollbracht ist: Denn das, was einer von uns angetan wird, wird uns allen angetan!» Nichts mehr davon werde man schweigend hinnehmen, denn der Kampf gehe weiter.
«Auch Männer werden laut!»
Dabei richtet sie auch speziell Worte an alle, die glaubten, «es war mal kurz laut und jetzt geht niemand mehr auf die Strasse für so einen Mumpitz wie Gleichstellung und gegen patriarchale Gewalt». Kommenden Donnerstag sind deswegen weitere Demonstrationen geplant.

Collien Fernandes macht erneut eine klare Ansage, wofür sie sich in dieser Debatte einsetzt. Und sie nimmt männliches Umdenken wahr: «Auch Männer werden laut! Am heiligen Vatertag! WTF!?! Und was machen sie da? Sie demonstrieren! Für Frauen! Und gegen Gewalt an Frauen!»
Das Ziel der Teilnehmer? «Das Ende männlicher Gewalt! Ein gesellschaftliches Umdenken! Und zwar vor allem bei Männern! Denn nur wenn es keine Täter mehr gibt, wird es auch keine Opfer mehr geben!»
Die Schauspielerin verweist auf geplante Demos in Berlin und Hamburg, die am 14. Mai jeweils ab 14 Uhr stattfinden sollen.
Die schwerwiegenden Vorwürfe, die Collien Fernandes gegen ihren Ex-Mann Christian Ulmen (50) erhebt, wurden diesen im März öffentlich.
Der «Traumschiff»-Star wirft ihm vor, jahrelang Fake-Profile im Netz unter ihrem Namen erstellt und darüber pornografische Inhalte, die sie darstellen sollen, verbreitet zu haben. Fernandes spricht von «virtueller Vergewaltigung».
Ulmen selbst streitet die Vorwürfe seit der erstmaligen Berichterstattung im «Spiegel» über seinen Anwalt ab. Der Fall ist mittlerweile in den Händen der deutschen Justiz. Ob es zu einer Anklage oder einem Gerichtsprozess kommt, ist aktuell unklar. Für den Schauspieler gilt die Unschuldsvermutung.
Schauspielerin wollte Fall nicht öffentlich machen
Doch Collien Fernandes kämpft weiter, trotz aller Widrigkeiten, die ihr widerfahren.
Im «stern»-Interview spricht die 44-Jährige über die belastende Phase seit der Veröffentlichung ihres Falls. Unzählige Menschen solidarisierten sich mit der Schauspielerin. Dennoch war sie auch Beleidigungen, Lügenvorwürfen und gar Morddrohungen ausgesetzt.
Den Fall hätte sie eigentlich nicht öffentlich machen wollen, sagt Fernandes jetzt. «Ich hätte es gern auf anderem Wege geklärt, ich wollte den Männern sagen, dass nicht ich dahinterstecke. Aber der Täter hat mir diese Chance bis zuletzt nicht gegeben, wollte mir die Namen nicht nennen», erklärt sie.
Besonders schwer sei es gewesen, den Vater ihrer gemeinsamen Tochter anzuzeigen. Lange habe sie über diesen Schritt nachgedacht, sich schlussendlich aber ganz klar dafür entschieden. Denn: «Was wäre das für ein Signal an meine Tochter gewesen, hätte ich es nicht getan?»
«Gerade sehe ich wenig Licht»
Dennoch ist sich Collien Fernandes unsicher, ob sie anderen Frauen zu demselben Schritt raten würde, den sie selbst gegangen ist. «Ich weiss nicht, ob ich einer Frau, die mich um Rat bittet, nach meinen Erfahrungen sagen würde: Zeig ihn an!», resümiert sie.

Angesichts der öffentlichen Kritik, die die Schauspielerin zuletzt einstecken musste, hofft sie auf ein baldiges Urteil. «Gerade sehe ich wenig Licht. Ich wünsche mir nur, dass schnell verhandelt wird. Und dass dieser ganze Horror endlich vorbei ist.»
















