Collien Fernandes: «Traumschiff»-Team wusste früh Bescheid
Collien Fernandes spricht über die belastende Zeit nach den Vorwürfen gegen Christian Ulmen. Das «Traumschiff» wurde für sie zum Rückzugsort.

Das Wichtigste in Kürze
- Collien Fernandes erhob schwere Vorwürfe gegen Ex-Mann Christian Ulmen.
- Ihr «Traumschiff»-Team wusste offenbar schon früh von Teilen des Falls.
- Die Schauspielerin spricht von Morddrohungen und grosser Angst.
Seit März 2026 erhebt Schauspielerin und Moderatorin Collien Fernandes (44) schwere Anschuldigungen gegen ihren Ex-Mann Christian Ulmen (50).
In einem Interview mit der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung» spricht sie nun offen über die Belastungen der vergangenen Wochen. Dabei erklärt sie auch, warum die ZDF-Filmreihe «Das Traumschiff» ihr derzeit Halt gibt.
Fernandes spielt in der Serie die Schiffsärztin Dr. Jessica Delgado. Die Dreharbeiten finden auf dem offenen Meer statt.
Genau das empfindet sie in dieser Phase als wohltuend. «Auf dem Meer zu sein, fühlt sich nach geschütztem Raum an», sagt sie.

Sie ergänzt: «Auch das Umfeld hier trägt seinen Teil dazu bei. Da draussen wünschen mir Menschen den Tod. Aber hier habe ich Freunde und zu vielen ein sehr enges Vertrauensverhältnis aufgebaut.»
Das Team habe ihr in dieser Zeit viel bedeutet.
Das «Traumschiff»-Team wusste früh Bescheid
Nach eigenen Angaben hatte das Team der Sendung schon vor der öffentlichen Berichterstattung von der Situation erfahren. «Für sie waren viele Dinge also nicht ganz neu», sagt Fernandes.
Sie betont, wie wichtig dieser Ort für sie persönlich sei: «Ich weiss nicht, ob ich die vergangenen Wochen überstanden hätte, wenn es diesen Ort nicht gäbe.»
Die Anfrage für die Dreharbeiten habe sie auch aus persönlichen Gründen angenommen. «Als die Anfrage zum ‹Traumschiff›-Dreh kam, dachte ich: Das könnte mir privat helfen, Abstand zu gewinnen», erklärt sie. Die Gesamtsituation bezeichnet sie als «wahnsinnig belastend».
Erstmals hatte Fernandes die Vorwürfe in einem Bericht des deutschen Magazins «Spiegel» öffentlich gemacht. Sie wirft Ulmen vor, mutmasslich gefälschte Profile im Internet erstellt und pornografisches Material verbreitet zu haben. Ulmen bestreitet die Vorwürfe. Für ihn gilt die Unschuldsvermutung.
Morddrohungen zwingen Fernandes zu Polizeischutz
Nach dem Bekanntwerden der Vorwürfe erhielt Fernandes Morddrohungen. An einer Demonstration in Hamburg wollte sie deshalb zunächst nicht auftreten. Sie erschien dennoch «mit einer schusssicheren Weste und mit Polizeischutz», wie sie selbst schildert.
Tausende Menschen gingen in Deutschland auf die Strassen, um sich mit Fernandes und anderen Betroffenen zu solidarisieren. Die Vorwürfe lösten eine breitere gesellschaftliche Debatte aus.
Diskutiert werden seither gesetzliche Lücken rund um Identitätsbetrug im Internet sowie die unerlaubte Veröffentlichung von pornografischem Material.
Fernandes leidet unter dem Schaden für ihre Karriere
Für Fernandes macht es keinen Unterschied, ob das Material echt oder manipuliert war. Entscheidend sei die Behauptung, es handle sich um ihren Körper.
«Die Aussage dazu ist ja immer: Hallo, ich bin Collien Fernandes, und hier sind meine Brüste», sagt sie.
Besonders belastend sei, dass das Material laut eigenen Angaben auch an Arbeitskontakte in der Filmbranche geschickt worden sein soll.
Sie wisse nicht, wer alles solche Nachrichten erhalten habe. Das habe bei ihr zu Panikattacken geführt. «Immer wenn ich zur Arbeit fuhr und ein Mann mich komisch anguckte, dachte ich: Oh Gott, hatte ich eine Onlineaffäre mit dem?», erzählt sie.
Anwalt weist Darstellung zurück
Ulmens Anwalt Christian Schertz kritisierte die Berichterstattung bereits im März scharf. Es würden «unwahre Tatsachen aufgrund einer einseitigen Schilderung» verbreitet, hiess es damals.
Auch den Vorwurf rund um Deepfake-Videos wies die Seite Ulmens zurück. Sein Mandant habe «zu keinem Zeitpunkt Deepfake-Videos von Frau Fernandes oder anderen Personen hergestellt und/oder verbreitet».















