Andrew soll vertrauliche Dokumente an Epstein gegeben haben

Andrew gerät weiter unter Beschuss. Aus den neu veröffentlichten Epstein-Akten geht hervor: Er soll dem Sexualstraftäter vertrauliche Infos gegeben haben.

Prinz Andrew
Ex-Prinz Andrew und der verstorbene Sexualstraftäter Jeffrey Epstein waren enge Freunde. - X / @gobnewsportal

Das Wichtigste in Kürze

  • Für Ex-Prinz Andrew sieht es nicht gut aus.
  • Weitere Details über den Epstein-Skandal gelangen ans Licht.
  • Und Andrews Verstrickungen werden immer grösser.

Die Epstein-Akten bringen weitere problematische Informationen über den britischen Ex-Prinzen Andrew (65) ans Licht.

So entdeckten britische Medien darin E-Mails, die nahelegen, dass der frühere Handelsbeauftragte seinem Freund Jeffrey Epstein (†66) vertrauliche Dokumente weiterleitete.

Kontakt doch nicht abgebrochen

Die E-Mails wurden teils im Dezember 2010 und Anfang 2011 versendet. Damit werden die Behauptungen Andrews, den Kontakt zu Jeffrey Epstein zuvor abgebrochen zu haben, untergraben. Der US-Multimillionär war damals bereits wegen der Prostitution einer Minderjährigen verurteilt.

prinz andrew mountbatten windsor
Prinz Andrew lacht auf dem Schoss von fünf leicht bekleideten Frauen. Hinter ihm grinst Epstein-Zuhälterin Ghislaine Maxwell. - DOJ

Zu den weitergegebenen Dokumenten gehören Berichte offizieller Besuche in Hongkong, Vietnam und Singapur in Andrews Rolle als Handelsbeauftragter der britischen Regierung. Auch eine Analyse zu Investitionsmöglichkeiten in Afghanistan landete in Epsteins E-Mail-Postfach.

Polizei prüft die Informationen

In dem Fall hat sich mittlerweile auch die Polizei eingeschaltet. Die Anti-Monarchie-Gruppe Republic hatte Andrew davor angezeigt.

Gegenüber der «Sun» teilte eine Sprecherin der zuständigen Polizei-Behörde mit: «Wir können den Eingang dieser Meldung bestätigen und prüfen die Informationen im Einklang mit unseren üblichen Verfahren.»

Zwischenrufer stören Auftritte von King Charles

Die Verwicklung Andrews in den Epstein-Skandal macht auch zunehmend anderen Royals zu schaffen: Als Andrews älterer Bruder, König Charles III. (77), am Montag der nordwestenglischen Grafschaft Lancashire einen Besuch abstattete, rief ihm ein Mann zu: «Wie lange wussten Sie über Andrew Bescheid?»

King Charles Prinz Andrew
Prinz Andrew und sein Bruder King Charles. (Archivbild) - Getty Images

Es war bereits der zweite öffentliche Auftritt des Königs, der von einem Zwischenruf zu dem Thema gestört wurde.

Ex-Prinz Andrew weist Beteiligung zurück

Andrew, der jahrelang mit Epstein befreundet war, streitet jegliche Kenntnis oder gar Beteiligung an den Taten des verstorbenen Sexualstraftäters ab. Eines der Epstein-Opfer, Virginia Giuffre, warf Andrew vor, sie mehrmals missbraucht zu haben, unter anderem als sie noch minderjährig war.

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Der damalige Herzog von York wies die Vorwürfe strikt zurück. Dennoch einigte er sich mit der inzwischen verstorbenen Giuffre in einem US-Zivilprozess auf einen millionenschweren Vergleich.

Prinz Andrew Jeffrey Epstein
Prinz Andrew, mit der damals minderjährige Virginia Giuffre und Ghislaine Maxwell (v. l. n. r.). - Gerichtsdokumente

Andrew verlor im Laufe der Zeit durch die Vorwürfe seine Rolle als offizieller Vertreter des Königshauses. Ihm wurden alle Ehren, militärische Ränge und Titel entzogen. Zuletzt wurde ihm von Charles auch der durch Geburt erworbene Titel «Prinz» aberkannt.

Er heisst nun nur noch Andrew Mountbatten Windsor. Zudem musste er aus dem luxuriösen Anwesen Royal Lodge auf dem Gelände von Schloss Windsor ausziehen.

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