Kreml-Kritiker Alexej Nawalny sitzt in Haft. Nun wird auch einer seiner Mitarbeiter verurteilt. Dies, weil er ein Video der Gruppe Rammstein geteilt hatte.
Alexej Nawalny
Der Kremlskritiker Alexej Nawalny. - dpa

Das Wichtigste in Kürze

  • Alexej Nawalny ist Kritiker des russischen Präsidenten Vladimir Putin.
  • Ein Mitarbeiter von ihm wurde nun zu 2,5 Jahren Haft verurteilt.
  • Dies, weil er ein Musikvideo der deutschen Band Rammstein teilte.

Wie bitte? Im russischen Archangelsk wurde ein Mann nach dem Teilen eines Rammstein-Videos zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt.

Andrej Borowikow (32) wurde wegen «Verbreitung von Pornografie» angeklagt, wie sein Anwalt laut «Bild» am Donnerstag verlauten liess.

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Andrej Borowikow wird wegen Verbreitung von Pornografie verurteilt. - Twitter / @derspiegel

Brisant: Beim Verurteilen handelt es sich um einen Mitstreiter des Kreml-Kritikers Alexej Nawalny (44). Zufall?

Borowikow soll das Video des Rammstein-Songs «Pussy» 2014 auf dem «russischen Facebook» «VKontakte» geteilt haben. Das Lied handelt von Klischees rund um Sex-Tourismus. Der Clip dazu enthält sexuelle Szenen. Ob der 32-Jährige die unzensierte Version geteilt hat, ist nicht bekannt.

Dieses Musikvideo teilte der Russe.

Der 32-Jährige will nun gegen das Urteil in Berufung gehen. Die Menschenrechtsorganisation «Amnesty International» nannte das Verfahren am Mittwoch «völlig absurd». Laut ihnen ist es offensichtlich, dass Borowikow «nur für seinen Aktivismus bestraft wird, nicht für seinen Musikgeschmack».

Alexej Nawalny: Seinen Anhängern drohen Haftstrafen

Diese Woche tauchten neue Fotos von Nawalny aus dem Knast auf. Der 44-Jährige ist nach dem Hungerstreik nur noch ein Schatten seiner selbst.

Nawalny-Prozess
Das vom Babuskinsky Bezirksgericht zur Verfügung gestellte Videostandbild zeigt den russischen Oppositionsführer Alexej Nawalny auf einem TV-Bildschirm während einer Anhörung. - dpa

Aktuell wird in einem Verfahren verhandelt, ob seine Anti-Korruptionsstiftung FBK als «extremistisch» eingestuft wird. Wenn das so wäre, würde die Arbeit der Organisation komplett verboten werden und den Mitgliedern würden lange Haftstrafen drohen.

Infolgedessen haben viele Anhänger und Freunde des Kritikers Russland verlassen. Andere stehen unter Hausarrest.

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