SRF-Frau simuliert eigenen Tod – und bricht in Tränen aus
Abschiedsbrief, Sarg, Friedhof: Mira Weingart besuchte für SRF in Südkorea ein sogenanntes Sterbeseminar. Der emotionale Workshop hatte es in sich.
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Das Wichtigste in Kürze
- Mira Weingart besucht in Südkorea ein Sterbeseminar.
- Bei dem Workshop simuliert die SRF-Frau ihren eigenen Tod.
- Dabei bricht sie vor laufenden Kameras in Tränen aus.
Sich mit dem eigenen Tod befassen? Eher unschön. Doch für die SRF-Serie «Zwei Reisen» hat Mira Weingart nun genau das getan.
Die Radio-Moderatorin besuchte in Südkorea ein Sterbeseminar. Dabei handelt es sich um eine Art Workshop, in welchem man den eigenen Tod übt. Sinn der Sache? Durch die inszenierte Beisetzung soll man das Leben wieder mehr zu schätzen lernen.
Mira Weingart ist gespannt, was auf sie zukommt. «Über den Tod nachdenken, das ist nicht verkehrt. Das machen wir zu wenig», findet sie vorab.
SRF-Frau bricht in Tränen aus
Vor Ort wird sie von einem älteren Herrn begrüsst, der ihr erklärt, wie das Seminar abläuft. Erst muss sie ihren eigenen Grabstein beschriften. Anschliessend soll sie sich zu ihrer Beerdigung Gedanken machen und einen Abschiedsbrief schreiben.
Bei letzterem wird die 29-Jährige von ihren Emotionen übermannt. Mit zitternder Stimme beginnt sie, ihren Brief vorzulesen: «Ich bin so dankbar, hast du mir das Leben geschenkt, Mama. Eigentlich habe ich das Gefühl, das Leben besteht vor allem aus Zufällen. Aber vielleicht habe ich mir diese Familie ja auch in irgendeiner Form ausgesucht – was für eine grossartige Wahl.»

Während Weingart spricht, kullern ihr Tränen über die Wangen. «Danke für den sicheren Hafen, für die Wärme und die wirklich bedingungslose Liebe. Ich wünschte jeder Mensch dürfte das erleben», fährt sie fort.
Nach Abschiedsbrief geht es in den Sarg
Nach den emotionalen Zeilen muss sich die Moderatorin in einen Sarg legen. In der Dunkelheit sollen sich die Teilnehmenden überlegen, was sie in einem anderen Leben anders machen würden.

Doch eine halbe Stunde lange in einem geschlossenen Sarg liegen? Das ist nicht ohne.
Obwohl sie keine Platzangst hat, musste sich auch Mira Weingart ein wenig zusammenreissen. «Ich musste mich kurz aufs Atmen konzentrieren, weil es ist schon ein wenig beengend», sagt sie.
Mira Weingart will öfters dankbar sein
Nach 30 Minuten wird der Sarg wieder geöffnet. Danach folgt der letzte Punkt auf dem Programm des Sterbeseminars: Der Besuch eines Friedhofs. Dort sollen die Teilnehmenden ein letztes Mal in sich gehen.
Nach dem Workshop zieht Mira Weingart eine erste Bilanz. «Ich konnte für mich mitnehmen, mich öfters wieder in Dankbarkeit zu üben für ein sehr schönes Leben. Und wenn es morgen vorbei ist, dann hab ich so viele schöne Sachen erlebt», sagt sie.
Ihr Fazit? «In diesen Momenten beim Seminar, bei welchen man sich mit sich und seinem Leben beschäftigt, sind sehr wertvoll. Da kann man wirklich etwas mitnehmen. Also ich habe etwas mitgenommen heute.»
Sterbeseminar hinterliess Spuren
Der besondere Workshop hat bei Mira Weingart auch im Nachhinein seine Spuren hinterlassen. «Das Sterbeseminar hat mich definitiv noch beschäftigt», gesteht sie auf Anfrage von Nau.ch.
«Vor allem dieses Gefühl, dass es ja tatsächlich einfach fertig sein kann. Vielleicht morgen. Das ist absurd und macht einem schon noch einmal bewusst, dass man das Leben fest geniessen sollte», so die 29-Jährige.

Während des Workshops musste sie sich auch emotional öffnen. Fiel ihr das schwierig?
Nein, sagt Mira Weingart. Es sei Teil ihrer Art und abgesehen davon fände sie es wichtig, offen mit Emotionen umzugehen.
«Ich mag Menschen, die verletzlich sind»
«Es ist aber natürlich ein komisches Gefühl mit einer Kamera im Raum und dem Gedanken im Hinterkopf, dass es die gesamte Nation sehen wird», fügt sie hinzu.
Und dennoch betont die Radio-Moderatorin: «Ich mag Menschen, die sich verletzlich zeigen. Das sind oftmals die, mit denen man sich identifizieren kann.»
Von ihrer Zeit in Südkorea kann Mira Weingart nur Positives berichten. Sie habe das Land geliebt, «mit allen Erfahrungen», sagt sie. Sie möchte schnellstmöglich auch privat wieder nach Südkorea reisen.














