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SRF-Frau isst Walfisch und zuckenden Tintenfisch – Peta übt Kritik

Aline Klötzli
Aline Klötzli

Zürich,

Mira Weingart reist für SRF nach Norwegen und Südkorea. Dort probiert sie lokales Essen. Bei Peta Schweiz sorgen die TV-Szenen für Kopfschütteln.

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Mira Weingart schaut zu, wie der frische Tintenfisch zubereitet wird. - SRF

Das Wichtigste in Kürze

  • In der SRF-Sendung «Zwei Reisen» probiert Mira Weingart ungewohnte Speisen.
  • Einmal isst sie Walfisch, in Südkorea wagt sie sich an Tintenfisch, der sich noch bewegt.
  • Peta Schweiz äussert Kritik. Man sollte den Verzehr dieser Tiere nicht bagatellisieren.

Für die SRF-Sendung «Zwei Reisen» erkunden Jonny Fischer und Mira Weingart verschiedene Länder. Während der Divertimento-Star diesmal nach Indien und Peru reist, verschlägt es die Radio-Moderatorin nach Norwegen und Südkorea.

Um möglichst viel Neues zu erleben, haben sie eine Bucket-List im Gepäck mit dabei. Also drei Dinge, die sie vor Ort unbedingt machen möchten.

Und für Mira Weingart gehört da eines auf jeden Fall dazu: Essen. Kaum auf den Lofoten angekommen, macht sie sich darum auf die Suche nach lokalen Spezialitäten.

Mira Weingart probiert in SRF-Serie Walfisch

Einheimische empfehlen der 29-Jährigen zwei Speisen: eine Fischsuppe – und Walfisch. Bei letzterem zeigt sie sich jedoch ein wenig unentschlossen. Schliesslich ist das Ganze nicht unumstritten.

Mira Weingart erklärt, dass sie auch Fleisch und Fisch esse. Daher fände sie es dann immer ein wenig heuchlerisch, wenn man nur bei gewissen Tieren Mitleid hat. «Ich bin auch Opfer von diesem Widerspruch», gesteht sie.

«Aber ich habe einfach mega gern Walfisch – ich finde das so wunderschöne Kreaturen, ich finde sie mega faszinierend. So etwas zu essen, widerstrebt mir darum schon.»

Letztlich entscheidet sich Mira Weingart aber trotzdem dazu, das Fleisch zu probieren. Als ihr in der Beiz der Teller gebracht wird, meint sie: «Es sieht aus wie Mostbröckli, nur dunkler.»

Ihr Fazit nach dem ersten Stück? «Es schmeckt auch wie Mostbröckli.» Die Moderatorin vergleicht es zudem mit Rindfleisch.

«Es ist eine Erfahrung. Es ist fein. Aber für all den Hirnschmalz, den man braucht, um zu überlegen: Soll man oder soll man nicht – ich würde es glaub nicht mehr. Ich habe es jetzt probiert und somit ist es abgehakt.»

Fischmarkt-Besuch in Südkorea wird zur Challenge

In Südkorea steht Essen zwar nicht auf ihrer Bucket-List, doch Mira Weingart wagt sich dennoch an eine lokale Speise.

Auf einem Fischmarkt in Busan bestellt sie Tintenfisch. Das Bizarre daran? Weil das Tier frisch getötet wird, zucken und bewegen sich die Tentakel noch. Das seien nur die Nerven, aber das Tier spüre nichts mehr, versichert der Koch vor Ort.

Die Radio-Moderatorin schaut zu, wie der Tintenfisch zerhackt wird und zeigt sich geschockt: «Es ist sooo grusig», meint sie, nachdem sie sich versichern liess, dass das Tier auch wirklich tot ist.

Es braucht viel Überwindung. Doch letztlich traut sich Weingart, sich ein kleines Stückchen in den Mund zu schieben.

Danach meint sie: «Es ist nicht grusig. Die Sauce ist mega dominant, das heisst, man schmeckt vor allem die Sauce. Es ist wirklich einfach absurd, dass sich das noch bewegt.»

Über die TV-Szenen bei SRF zeigt man sich bei der Tierrechtsorganisation Peta Schweiz wenig erfreut.

Peta Schweiz übt Kritik an TV-Szenen

«Wir sehen es in der Tat kritisch, den Verzehr von Walen und Oktopussen zu bagatellisieren, ihren qualvollen Tod in Kauf zu nehmen und sogar zu unterstützen, indem man ihr Fleisch kauft und es im Fernsehen als ‹lokale Spezialität› ausprobiert und bagatellisiert», heisst es gegenüber Nau.ch.

Würdest du Walfisch oder zuckenden Tintenfisch essen?

Das Leid der Wale und Oktopusse werde dadurch nicht nur bagatellisiert, sondern als etwas Normales, oder sogar Spannendes präsentiert. Dabei werde unterschlagen, was den Tieren angetan und wie viel Leid ihnen zugefügt wird.

Die Tierschutzorganisation zeigt auf, wie brutal die Tiere sterben müssen. «Wale werden mit Harpunen gejagt und getötet und sterben einen äusserst qualvollen Tod. Oktopusse ersticken oder werden lebend in Stücke gehackt.»

Könnte man die Tiere schreien hören, so würde kein Mensch mehr ihr Fleisch essen.

Leid der Wale und Oktopusse wird bagatellisiert

«Anstatt die Verkostung des Walfleisches und des Oktopusses zu zeigen, sollte der Fernsehsender über die Tierquälerei informieren und den Zuschauenden zeigen, wie Wale gejagt und vor den Augen ihrer Familienangehörigen getötet werden, wie sie einen langen qualvollen Tod sterben», heisst es.

Und weiter: «Der Fernsehsender sollte zeigen, wie Oktopusse aufgespiesst werden, man ihr Gehirn zertrümmert, sie lebendig in Stücke schneidet oder sie ersticken lässt. Damit die Menschen wissen, was mit den Tieren passiert und dieses Tierleid beendet wird.»

SRF Zwei Reisen
Mira Weingart vergewissert sich in der Sendung, ob der Tintenfisch wirklich tot ist. - SRF

Peta Schweiz appelliert: «Weder Einheimische noch Touristen sollten diese grausame Praxis unterstützen!»

Und was sagt SRF dazu?

Auf Anfrage von Nau.ch betont der Sender: «Mit dem Unterhaltungsformat ‹Zwei Reisen› möchte SRF möglichst authentisch in andere Kulturen eintauchen und lokale Traditionen so zeigen, wie sie vor Ort gelebt werden.»

Dazu gehöre auch, kulinarische Besonderheiten zu thematisieren, die aus einer Schweizer Perspektive ungewohnt oder kontrovers wirken können.

«Übrigens ist der Walfang in Norwegen gesetzlich erlaubt und das Essen von Tintenfisch in Südkorea nicht illegal», so der Sender.

«Die Sendung macht die Kontroversität erkennbar»

Eine vertiefte Einordnung aller Hintergründe sei im Rahmen des Formats nur begrenzt möglich. Der Fokus der Sendung liege auf subjektiven Eindrücken und persönlichen Perspektiven der Moderierenden.

SRF
Mira Weingart zeigt sich in der SRF-Sendung hin- und hergerissen. - SRF

Eine umfassende Kontextualisierung jeder dargestellten kulturellen Praxis sei nicht Teil des Formats. «Die Sendung macht die Kontroversität erkennbar, indem Mira Weingart ihre ethischen Bedenken offenlegt und die Situation als moralisches Dilemma zeigt», heisst es weiter.

Damit werde dem Publikum explizit signalisiert, dass es sich um eine «ethisch nicht unproblematische und potenzielle kontroverse Praxis handelt».

Kommentare

User #5373 (nicht angemeldet)

Wir hatten es diesen linken und grünen Kreisen ja gesagt, dass man die Gebühren senken solle, aber sie wollten nicht hören. Jetzt müssen sie halt solches mitfinanzieren.

User #4955 (nicht angemeldet)

Eine alte Indianer-Legende besagt: Wenn du stirbst, begegnest du auf der Brücke, die zum Himmel führt, allen Tieren, die deinen Weg zu Lebenszeiten gekreuzt haben. Und diese Tiere entscheiden, ob du weitergehen darfst oder nicht.

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