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    Nach 10 Jahren: SRF-Komikerin setzt Antidepressiva ab

    Cheri Reinhardt
    Cheri Reinhardt

    Luzern,

    Nach zehn Jahren setzt SRF-Komikerin Julia Steiner (26) ihre Antidepressiva schrittweise ab. Die ersten Wochen waren hart. Jetzt gibt sie ein Update.

    Julia Steiner
    Komikerin Julia Steiner (26) zeigt sich backstage. Die Luzernerin spricht offen über ihre Angst- und Panikstörung und das Absetzen ihrer Antidepressiva. - instagram @juuliasteiner

    Das Wichtigste in Kürze

    • Julia Steiner leidet seit ihrer Kindheit an einer Angst- und Panikstörung.
    • Seit zehn Wochen nimmt die Komikerin weniger Antidepressiva.
    • Nach anfänglichen Angstattacken und Schlafproblemen fühlt sie sich wieder stabil.

    Sie bringt die Menschen zum Lachen. Doch jetzt gewährt die Luzerner Komikerin Julia Steiner (26) einen sehr persönlichen Einblick in ihr Leben.

    Nach zehn Jahren will die SRF-Komikerin ihre Antidepressiva schrittweise absetzen. Auf Instagram berichtet sie nun, wie es ihr zehn Wochen nach der ersten Dosisreduktion geht. Und das war offenbar alles andere als ein Spaziergang.

    «Die ersten vier Wochen waren Scheisse»

    «Ich habe schon, seit ich etwa zehn Jahre alt bin, eine Angst- und Panikstörung», erzählt Steiner offen. Seit zehn Jahren nimmt sie deshalb das Antidepressivum Sertralin.

    Eine Depression habe sie nicht, stellt die 26-Jährige klar. Das Medikament nehme sie wegen ihrer Angst- und Panikstörung.

    Vor zehn Wochen hat sie ihre tägliche Dosis von 100 auf 75 Milligramm reduziert. Was nach einem kleinen Schritt klingt, hatte zunächst heftige Auswirkungen.

    «Die ersten vier Wochen waren wirklich interessant – im Sinne von Scheisse», sagt Steiner gewohnt unverblümt.

    Sie habe sehr schlecht geschlafen, beim Einschlafen wieder Angstanfälle erlebt und sei grundsätzlich viel nervöser gewesen.

    Julia Steiner fühlt sich wieder stabil

    Doch dann kam die Wende. «Ziemlich genau nach einem Monat wurde es deutlich besser», erzählt die Komikerin.

    Inzwischen sind zehn Wochen vergangen. Und Steiner kann eine erfreuliche Zwischenbilanz ziehen.

    «Ich muss sagen, dass ich mich wieder sehr stabil fühle», berichtet sie. So stabil, dass sie bereits über den nächsten Schritt nachdenkt.

    Julia Steiner
    In ihrem Video spricht Julia Steiner offen über die schwierigen ersten Wochen beim Absetzen ihrer Antidepressiva. Mittlerweile fühlt sich die Komikerin wieder stabil. - instagram @juuliasteiner

    Allerdings will sie nichts überstürzen. «Ich werde wahrscheinlich jetzt noch mal zwei Monate warten, bis Neujahr oder so», erklärt sie. Sie wolle zunächst sicher sein, dass ihre Stabilität anhält.

    Immerhin: Die bisherige Reduktion macht bereits 25 Prozent eines Medikaments aus, das sie zehn Jahre lang eingenommen hat.

    Wegen eines fallenden Blatts muss sie weinen

    Doch das Ausschleichen der Medikamente hat noch eine andere, durchaus überraschende Seite. Steiner ist plötzlich viel emotionaler.

    «Ich bin sehr nah am Wasser gebaut, seit ich die Medis am Reduzieren bin», verrät sie.

    Manchmal braucht es nicht einmal einen richtigen Grund, damit die Tränen fliessen.

    «Manchmal heule ich auch einfach, wenn ich sehe, wie ein Blatt vom Baum fällt», erzählt sie schmunzelnd.

    Musst du manchmal ohne erkennbaren Grund weinen?

    Und fügt hinzu: «Und es tut mir leid, dass das Blatt alleine vom Baum fallen musste.»

    Stören tut sie das allerdings nicht. Im Gegenteil! «Das finde ich ehrlich gesagt noch geil», sagt Steiner. Besonders dann, wenn man lange Zeit nicht habe weinen können.

    Coop-Gipfeli-Gate machte Schlagzeilen

    Bekannt ist die Luzernerin unter anderem durch ihre Auftritte bei SRF. Anfang Jahr sorgte sie zudem mit dem sogenannten Coop-Gipfeli-Gate für Schlagzeilen.

    Damals erzählte sie, sie habe wegen eines nicht eingescannten Gipfelis eine Busse und ein zweijähriges Hausverbot erhalten. Coop stellte Teile ihrer Schilderung infrage.

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    Dieses Video löste das Gipfeli-Gate aus: Julia Steiner erzählt, wie sie ein zweijähriges Hausverbot bei Coop kassiert hat. - Instagram@juuliasteiner

    Steiner betonte später, dass sie die Geschichte nicht erfunden, als Komikerin aber humoristisch ausgeschmückt habe.

    Auch beim ernsten Thema ihrer psychischen Gesundheit bleibt sie ihrem Humor treu.

    «Vergesst nicht, den Humor verlieren wir nie», sagt die 26-Jährige am Ende ihres Videos. Und schiebt lachend nach: «Vielleicht den Verstand, aber den Humor kann man uns nicht nehmen.»

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