Absetzen von Antidepressiva kann Entzugssymptome auslösen

    Keystone-SDA
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    Zürich,

    Wer Antidepressiva absetzt und sich schlecht fühlt, hat oft keinen Rückfall. Eine Studie zeigt: Es sind meist Entzugssymptome, die nach einiger Zeit wieder verschwinden.

    Das Absetzen von Antidepressiva löst ähnliche Symptome aus wie ein Rückfall. Es gibt aber Unterschiede. (Symbolbild)
    Das Absetzen von Antidepressiva löst ähnliche Symptome aus wie ein Rückfall. Es gibt aber Unterschiede. (Symbolbild) - KEYSTONE/DPA/HANNES P ALBERT

    Die Ergebnisse haben laut den Forscherinnen und Forschern grosse klinische Bedeutung. Würden Entzugssymptome fälschlicherweise als Rückfall einer psychischen Erkrankung gedeutet, könnte dies zur falschen Schlussfolgerung führen, dass eine dauerhafte Behandlung mit Antidepressiva notwendig sei, schreiben sie in der Studie in der Fachzeitschrift «Psychotherapy and Psychosomatics».

    Für die Untersuchung begleitete das Forschungsteam unter Leitung der privaten Kalaidos Fachhochschule 32 Erwachsene während 26 Wochen beim Ausschleichen eines Antidepressivums. An der Studie waren auch die Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW), die Universität Zürich (UZH) und das King's College London beteiligt.

    Die Untersuchung zeigte ein klares Muster: In Phasen, in denen die Dosis eines Antidepressivums reduziert wurde, nahmen Symptome wie Nervosität, Reizbarkeit oder Stimmungsschwankungen signifikant zu. Blieb die Dosis hingegen stabil, gingen diese Symptome wieder zurück. Die Forschenden beschrieben diesen Verlauf als «wellenartig».

    Dieses Muster sei charakteristisch für Entzugserscheinungen und nicht für einen Rückfall in eine Depression oder Angststörung, die sich typischerweise langsamer entwickelten, betonten die Forschenden. Ein Rückfall einer psychischen Störung entwickle sich typischerweise langsamer.

    Die Studienautoren leiten daraus eine Empfehlung für die Praxis ab. «Wer nach einer Dosisreduktion rasch emotionale Beschwerden entwickelt, braucht in den meisten Fällen nicht mehr Medikament, sondern sollte langsamer und mit kleineren Dosisreduktionen absetzen», wird Studienleiter Michael Hengartner in einer Mitteilung der Kalaidos Fachchochschule zur Studie zitiert.

    In der Schweiz nehmen laut der Mitteilung rund 400'000 Menschen täglich Antidepressiva ein.

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    Kommentare

    User #2091 (nicht angemeldet)

    Mit einer pflanzlichen Alternative können diese kompensiert werden, mit Passiflora zum Beispiel

    User #1397 (nicht angemeldet)

    Viele Menschen verwechseln Abhängigkeit mit Absetzsymptomen. Wenn man Antidepressiva abrupt weglässt, kann es zu Schwindel, Schlafstörungen oder Unruhe kommen. Das liegt daran, dass sich das Gehirn erst wieder langsam an den Zustand ohne Medikament gewöhnen muss – es ist jedoch kein Sucht-Craving wie bei einer Droge. Deswegen werden diese Medikamente langsam „ausgeschlichen“.

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