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    Zürich: 365-Franken-Abo soll 195 Millionen pro Jahr kosten

    Stadtpolizei Zürich
    Stadtpolizei Zürich

    Zürich,

    Der Stadtrat von Zürich hat die Umsetzung der Volksinitiative für ein 365-Franken-öV-Abo ausgearbeitet. Die Vergünstigung käme frühestens im Frühling 2028.

    Zürich
    Die Chinawiese in der Stadt Zürich (Symbolbild) - Nau.ch / Miriam Danielsson

    Der Stadtrat hat eine konkrete Umsetzung der Volksinitiative für ein 365 Franken-öV-Abo ausgearbeitet. Für die Einführung vergünstigter öV-Jahresabos in der Stadt Zürich beantragt der Stadtrat jährlich wiederkehrende Kosten von 195 Millionen Franken.

    Am 28. September 2025 nahm die Stadtzürcher Stimmbevölkerung die Volksinitiative «VBZ-Abo für 365 Franken» an, die eine Vergünstigung für das Jahresabonnement der Zone 110 verlangt. Erwachsene sollen neu noch 365 Franken, Kinder und Jugendliche 185 Franken für das Abo bezahlen. Die Initiative ist als allgemeine Anregung formuliert und beinhaltet keinen konkreten Umsetzungsvorschlag oder Angaben zur Kostenfolge für die Stadt Zürich.

    Nun hat der Stadtrat eine Umsetzungsvorlage zur Volksinitiative ausgearbeitet.

    Eckpunkte der Vergünstigung von Jahresabonnementen

    Die Tarifhoheit innerhalb des Verbundgebiets des öffentlichen Verkehrs im Kanton Zürich liegt beim Zürcher Verkehrsverbund (ZVV). Das vergünstigte Abonnement wird daher nicht in Form eines neuen Produkts eingeführt, sondern als Rabatt auf verschiedene bestehende persönliche Jahresabonnemente.

    Folgende Eckpunkte und Rahmenbedingungen sind für die Vergünstigung des öV-Jahresabonnements vorgesehen: Anspruchsberechtigt für vergünstigte öV-Abonnemente sind Personen mit melderechtlichem Hauptwohnsitz in der Stadt Zürich.

    Vergünstigt werden Jahresprodukte der Zone 110, die der täglichen Grundmobilität dienen sowie das Generalabonnement.

    Für die Vergünstigung kommt ein Gutscheincode zur Anwendung. Dieser kann auf diversen digitalen und analogen Verkaufskanälen für den Kauf eines persönlichen Abonnements mit Jahrescharakter eingelöst werden.

    Die öV-Vergünstigung für Beziehende von Zusatzleistungen (ZL) besteht weiterhin. ZL-Bezügerinnen und Bezüger steht es somit frei, ob sie von der bisherigen oder von der Vergünstigung der vorliegenden Vorlage profitieren wollen. Eine Kumulation der beiden Rabattierungen ist nicht möglich.

    Der Stadtrat definiert die Einzelheiten in Ausführungsbestimmungen.

    Kosten

    Der Stadtrat geht nicht von einer Nutzungsquote in vollem Umfang aus. Wie in der Abstimmung zur Volksinitiative ausgeführt, rechnet er daher mit Kosten von rund 140 Millionen Franken pro Jahr. Weil jedoch sichergestellt werden muss, dass jede anspruchsberechtigte Person die Vergünstigung auch erhalten könnte und ausserdem das erwartete Bevölkerungswachstum berücksichtig werden muss, beantragt er die jährlichen Kosten von 195 Millionen Franken.

    Reduktion der Vergünstigung bei schlechter Finanzlage

    Bei schlechter städtischer Finanzlage soll der Stadtrat die Kompetenz erhalten, die Vergünstigung an das öV-Jahresabonnement zu reduzieren: Wenn die Rechnung der Stadt im vorangehenden Jahr ein Defizit von mehr als 100 Millionen Franken aufweist, können die Beiträge jeweils für ein Kalenderjahr um bis zu 50 Prozent reduziert werden. Über Kürzungen von mehr als 50 Prozent entscheidet der Gemeinderat.

    Wissenschaftliche Begleitung

    Die Einführung der vergünstigten öV-Jahresabonnemente soll wissenschaftlich begleitet werden. Insbesondere die Wirkung auf die Nutzung des öV und der Einfluss auf die Qualität des öV-Angebots sollen untersucht werden.

    Weiterer Ablauf

    Der Gemeinderat hat nun ein Jahr Zeit, über den Antrag zu beschliessen. Der vorliegende Antrag in Form eines Ausgabenbeschlusses mit neuen, wiederkehrenden Ausgaben von jährlich 195 Millionen Franken verlangt eine erneute Volksabstimmung. Bei einer Annahme der Umsetzungsvorlage durch die Stimmbevölkerung könnte die Vergünstigung der öV-Jahresabonnemente frühestens auf Frühling 2028 eingeführt werden.

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