Trockenheit: Geschäft mit Regenschirmen bricht ein
Seit Monaten fällt kaum Regen. Die Trockenheit trifft den Regenschirmhandel hart.

Das Wichtigste in Kürze
- Anbieter von Regenschirmen verbuchen Umsatzrückgänge.
- Grund dafür sind die wegfallenden Spontankäufe.
- Gefragt sind dagegen UV-Schirme – Kiosk passen ihr Produkt an.
Noch bis tief in den Herbst spannen wir den Sonnenschirm auf. Fast jeden Tag strahlt die Sonne. Auch die Temperaturen sind im September sommerlich hoch. In Basel-Binningen kletterte das Thermometer am letzten Septemberwochenende sogar auf über 30 Grad.
Regen fällt jedoch seit Monaten kaum. Dies hat nicht nur zur Folge, dass die Pegelstände in den Seen und Flüssen weiter dramatisch sinken.
Die Trockenheit trifft auch das Geschäft mit Regenschirmen hart.
Rückgang von fünf Prozent
Andrea Strotz, CEO der Schirmfabrik Strotz AG in Uznach SG, sagt zu Nau.ch: «Die extreme und anhaltende Trockenheit macht sowohl der Schweiz als auch dem Regenschirmverkauf zu schaffen.»
Die Regenmenge betrage im Vergleich zum Vorjahr nur 30 bis 50 Prozent, sagt sie. «Dementsprechend verhält sich auch unser Umsatz.»
Auch bei Galaxus sind Regenschirme kaum mehr gefragt. Im Juni verzeichnet der Onlinehändler bei den Regenschirmen im Vergleich zum Monat im Vorjahr einen Rückgang von fünf Prozent. Von Januar bis August 2026 beträgt das Minus drei Prozent.
«Kundschaft kauft praktisch nie auf Vorrat»
Schirme sind vor allem dann gefragt, wenn es auch wirklich regnet.
«Unsere Kundschaft kauft stark wetterabhängig und praktisch nie auf Vorrat», sagt Galaxus-Mediensprecher Manuel Wenk. Dieses Muster sähen sie auch bei Klimaanlagen. «Kundinnen und Kunden kaufen nicht vorausschauend ein, sondern erst dann, wenn ihnen tatsächlich zu heiss ist.»
Andrea Strotz bestätigt das Verhalten. «Der Regenschirm ist oft ein Spontankauf», sagt sie. «Daher ist es für uns wichtig, in hochfrequentierten Geschäften unsere Regenschirme anbieten zu können.»
Im verregneten Juni 2024 profitierten die Anbieter hingegen. «Damals verkauften wir 266 Prozent mehr Regenschirme als im Juni 2023», sagt Manuel Wenk.
Neues Produkt im Sortiment
Die Grossverteiler richten ihr Sortiment auf die Jahreszeiten und die Wetterlagen aus. «Entsprechend planen wir unsere Bestellungen und Lagerbestände laufend anhand der erwarteten Nachfrage», sagt Migros-Mediensprecher Tristan Cerf.
«Von einem eigentlichen Einnahmeausfall kann daher nicht gesprochen werden.»
In den vergangenen Monaten seien tendenziell weniger Regenschirme als in einem durchschnittlichen Sommer verkauft worden, sagt Cerf.
«Gleichzeitig konnten wir jedoch eine höhere Nachfrage nach Glacen, Sonnenschutzmitteln, Ventilatoren, Wassermelonen oder gekühlten Getränken beobachten.»
Auch bei Coop gehen weniger Regenschirme über den Ladentisch. «Wir verzeichnen im Vergleich zum Vorjahr eine geringere Nachfrage nach Regenschirmen», sagt Mediensprecherin Sina Gebel.
Eine positive Entwicklung verzeichne der Grossverteiler beispielsweise im Bereich der Sonnenbrillen. «Zudem haben wir Schirme mit UV-Schutz ins Sortiment aufgenommen und decken damit auch den Bedarf an Sonnenschutz ab.»
Kiosk-Schirm bekommt UV-Schutz
Die UV-Schirme dürften das eingebrochene Regenschirmgeschäft etwas stabilisieren.
«Diesen Sommer wurden die UV-Hitzeschutzschirme sehr gut verkauft», sagt Andreas Strotz. «Diese Verkäufe konnten das Umsatzminus etwas abfedern.» Aber es brauche noch viel Aufklärungsarbeit, bis ein UV-Schirm zum Standard werde.
Auch Galaxus meldet, die Ausfälle unter anderem mit UV-Schirmen zu kompensieren.
Der trockene und heisse Sommer führt beim günstigen «Ok.-»-Regenschirm vom Kiosk zu Anpassungen. «Unser Regenschirm wird ab dem kommenden Jahr zusätzlich über einen UV-Schutz verfügen», kündigt eine Mediensprecherin des Kioskkonzerns Valora an.
Zudem prüften sie weitere Angebote für heisse und trockene Wetterlagen. «Beispielsweise im Bereich Elektrolyte oder mobile Handventilatoren.»


















