Zukunftstaugliche Mobilität: GLP St.Gallen fordert Bahn statt Beton

Die GLP ist enttäuscht vom Konzept «Verkehr ’45». Zukunftstaugliche Mobilität sähe anders aus – St.Gallen brauche Bahn statt Beton.

Der Bahnhofplatz in St. Gallen.
Der Bahnhofplatz in St. Gallen. - Nau.ch / Simone Imhof

Im neuen Verkehrspaket des Bundes sind zahlreiche Eisenbahnprojekte vorgesehen – für die Ostschweiz jedoch kein einziges. Damit droht St.Gallen verkehrspolitisch weiter abgehängt zu werden, während andernorts in eine zukunftsfähige Mobilität investiert wird.

Das vom Bundesrat verabschiedete Konzept «Verkehr ’45» ist für die Ostschweiz ernüchternd.

Vorschlag wirft Fragen zu Prioritäten in St.Galler Verkehrsplanung auf

Der 2018 vom Bund in Aussicht gestellte Vollknoten im Hauptbahnhof St.Gallen, der reguläre Fahrzeit nach Zürich unter einer Stunde und schlanke Umsteigezeiten vorsieht, fehlt im aktuellen Paket vollständig.

Ebenso bleibt das 2013 vom St.Galler Stimmvolk beschlossene S-Bahn-Konzept mit einem 15-Minuten-Takt weiterhin ohne Umsetzungsperspektive.Eine zukunftsgerichtete Verkehrspolitik würde diese Massnahmen neuen Strassentunnels klar vorziehen.

Der Bau grosser Tunnelprojekte verursacht erhebliche CO2-Emissionen bereits in der Bauphase und belastet die Klimabilanz über Jahrzehnte.

Der Vorschlag eines Trams vom Hauptbahnhof zum Stephanshorn wirft zudem Fragen zur verkehrlichen Wirkung, zur Netzintegration und zu den tatsächlichen Prioritäten in der St.Galler Verkehrsplanung auf.

Objektive Kosten-Nutzen-Abwägung statt Ideologie

Für die Grünliberalen ist klar: Jedes Verkehrsproblem sollte mit jenem Verkehrsträger gelöst werden, der das beste Kosten-Nutzen-Verhältnis aufweist. In die Beurteilung einzubeziehen sind dabei auch die Auswirkungen auf Lärm, Flächenverbrauch, Luftqualität und Ökobilanz.

Den öffentlichen Verkehr und den motorisierten Individualverkehr gegeneinander auszuspielen greift zu kurz. Ziel muss eine effiziente Aufgabenteilung der Verkehrsträger sein. Gemäss einer Auswertung von 42Hacks lassen sich vor allem in Städten ein Drittel aller Fahrten schneller mit dem ÖV zurücklegen. In der Praxis liegt der Anteil von Bahn und Bus jedoch nur bei 19Prozent.

Durch gezielte Raumplanung können die meisten Ziele des Alltags innert 10 bis 15 Minuten zu Fuss oder mit dem Velo erreicht werden. Dass dieser Ansatz wirkt, zeigt die Entwicklung in der Stadt St.Gallen: Seit 2018 ist der motorisierte Individualverkehr auf Stadtgebiet nachweislich zurückgegangen.

Kein Platz für zusätzlichen Autoverkehr

Die Grünliberalen sehen für St.Gallens Strassennetz ausschliesslich Erhaltungsmassnahmen, jedoch keinen Kapazitätsausbau. Diese Haltung entspricht der mehrfach bestätigten Verkehrspolitik der Stadt St.Gallen und wird auch vom Stadtrat geteilt.

Zusätzlicher Autoverkehr kann in der Stadt weder rollend noch parkierend aufgenommen werden – dafür fehlen schlicht notwendigen Flächen. Der geplante Zubringer Güterbahnhof würde zudem den Zielen der Klimaanpassung widersprechen. Im Mitwirkungsbericht des Kantons St.Gallen blieben beim Projekt zentrale Detailfragen offen, was erhebliche Zweifel an der Umsetzbarkeit der Teilspange aufkommen lässt.

Die Grünliberalen lehnen Projekte ab, die auf zusätzlichen Autoverkehr setzen und den Zubringer Güterbahnhof oder den Liebeggtunnel beinhalten. Sie setzen sich stattdessen für Investitionen in Bahn, S-Bahn und eine raumverträgliche Mobilität ein.

Kommentare

User #5037 (nicht angemeldet)

Früher sah die Stadt St.Gallen viel schöner aus….gemütlicher, heimeliger, Seelenreicher…..eigentlich sah der ganze Kanton St.Gallen früher viel schöner, gemütlicher, Naturreicher weil Seelenreicher aus.🙄

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